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#hessenwahl2018: Hochrechnungen, Wahlergebnis und Analyse

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Die Hessen haben ihre Stimme abgegeben, die hessische Landtagswahl 2018 ist damit gelaufen. Das Ergebnis steht fest, und das werden die Auswirkungen der Wahl sein.

Die Wahl im Bundesland Hessen ist zu Ende. Die Wähler haben gesprochen und ihre Kreuze bei den Parteien gemacht. Für die Politik in Hessen, viel mehr aber für die Politik im Bund beginnt nun die Aufarbeitung dieses Wahlergebnisses. Zusammen mit der bayerischen Wahl, die vor 14 Tagen stattfand, wird diese Hessen-Wahl – neben der fast nebensächlichen Zukunft Hessens – vor allem für das Überleben der GroKo in Berlin und für die Ämter von Kanzlerin Merkel und SPD-Chefin Nahles eine enorme Auswirkung haben.

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→ Die Prognose für die heutige Landtagswahl in Hessen, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale aufgestellt wurde, kannst du hier nachlesen.

Aktuelle Hochrechnung

Sämtliche Wahlbezirke sind nun ausgewählt und das vorläufige amtliche Endergebnis für die hessische Landtagswahl liegt vor.

Vorl. amtl. Endwergebnis für die Landtagswahl in Hessen 2018:

CDU: 27,0 Prozent
(2013: 38,8 %)

SPD: 19,8 Prozent
(2013: 30,7 %)

Grüne: 19,8 Prozent
(2013: 11,1 %)

AfD: 13,1 Prozent
(2013: 4,1 %)

FDP: 7,5 Prozent
(2013: 5,0 %)

Linke: 6,3 Prozent
(2013: 5,2 %)

Andere: 6,5 Prozent

Wahlbeteiligung: 67,6 %

Sitzverteilung

Voraussichtliche Sitzverteilung im neuen Landtag in Wiesbaden:
Insgesamt hat der neue Landtag 137 Sitze

CDU: 40
Grüne: 29
SPD: 29
AfD
: 19
FDP: 11
Linke: 9


Analyse

Nach der jetzt vorliegenden Ergebnissen der Landtagswahl in Hessen ergeben sich folgende Auswirkungen:

  1. Die jetzige schwarz-grüne Koalition kann ganz knapp weiterregieren.
  2. Volker Bouffier bleibt wohl in jedem Fall Ministerpräsident, egal in welcher Konstellation.
  3. Die Grünen haben stark zugelegt, wenn auch nicht so stark wie prognostiziert. Zweitstärkste Kraft sind sie nicht geworden.
  4. Theoretisch sind neben Schwarz-Grün auch eine Groko aus CDU und SPD oder eine Ampel-Koalition aus SPD, Grüne und FDP knapp rechnerisch möglich.
  5. CDU und SPD haben jeweils über 10 Prozentpunkte der Stimmen verloren.
  6. FDP und Linke sind beide sicher im neuen Landtag vertreten.
  7. Die AfD hat den Einzug ebenfalls geschafft ist damit nun in allen 16 bundesdeutschen Landesparlamenten vertreten.

Mögliche Koalitionen

Wie es die Wahlforscher vorhergesagt haben, so ist es diesmal eingetreten, zumindest was das politische Schicksal von Volker Bouffier betrifft. Bouffier kann wohl in jedem Fall sein Amt als hessischer Ministerpräsident behalten, egal in welcher Regierungs-Konstellation.

Möglich ist es nach den aktuellen Zahlen, dass die derzeitige schwarz-grüne Regierung aus CDU und Grüne knapp weiterregieren kann. Allerdings werden einige Sitze im Landtag zu den Grünen wandern. Die Grünen könnten dadurch ihren Einfluss innerhalb der Regierung stärken. Das ist wohl auch die realistischste Variante, wenn diese Koalition mit 69 Sitzen gerade so die nötige Mehrheit erhalten hat.

Daneben wären auch Koalitionen aus CDU und SPD oder eine Dreierkonstellation aus entweder CDU, Grüne und FDP oder aus SPD, Grüne und FDP rein rechnerisch möglich. Doch solche theoretischen Spielereien würden an der FDP scheitern. Die Liberalen werden außer einer Jamaika Koalition aus CDU, Grüne und FDP keiner anderen Konstellation zustimmen.

Es liegt nun an Bouffier, ob er trotz der ganz knappen Mehrheit allein mit den Grünen weiterregieren will oder ob er zur Sicherheit noch die FDP ins Boot holen wird.

Auswirkung auf den Bund

Diese Hessen-Wahl wird zusammen mit der Bayern-Wahl, die vor 2 Wochen über die Bühne ging, erhebliche Auswirkungen auf die Politik im Bund haben.

Dies dürften die Ergebnisse für die Bundespolitik sein:

  1. Angela Merkel dürfte ihren Posten zumindest innerhalb der CDU vorerst gesichert haben, da Bouffier im Amt bleiben kann.
  2. SPD-Chefin Nahles kann sich mit diesem erneuten erdrutschartigen Stimmenverlust schon mal um eine berufliche Alternative kümmern.
  3. Fliegt Nahles aus dem Amt, kann das auch das Ende der Groko in Berlin bedeuten. Es liegt nun an den SPD Mitgliedern.
  4. Bei eventuellen Neuwahlen im Bund dürfte dann wiederum Merkels Karriere am Ende sein. Als Kanzlerkandidatin der CDU wird Merkel wohl nicht noch einmal antreten dürfen.

Damit hat die Hessen Wahl die Wucht für die Bundespolitik entwickelt, die ihr allseits vorhergesagt wurde. Die Groko in Berlin ist aufgrund der Schwäche der Sozialdemokraten mehr als gefährdet. Nahles Stuhl in der Führungsetage der SPD wackelt erheblich. Nur wenn die SPD Mitglieder weiterhin still halten, kann Nahles SPD Chefin bleiben.

Es riecht deshalb nach Neuwahlen für den Bundestag und damit auch nach dem Ende von Angela Merkel als Bundeskanzlerin.

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