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Wahl in Bayern: Hochrechnungen, Wahlergebnis und Analyse

Die Bayern haben gewählt, die bayerische Landtagswahl 2018 ist gelaufen. Das Ergebnis steht fest, und das werden die Auswirkungen sein.

Die Wahl in Bayern ist zu Ende. Die Wähler haben gesprochen und ihre Kreuze gemacht. Für die Christdemokraten in Bayern, aber auch für die Politik im Bund beginnt nun die Aufarbeitung dieses Wahlergebnisses. Zusammen mit der Wahl in Hessen, die in 14 Tagen stattfinden wird, wird diese Bayern-Wahl eine enorme Auswirkung auf die Politik der gesamten Union aus CSU und CDU haben und nicht zuletzt auch die Regierungsfähigkeit der GroKo im Bund beeinflussen.

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→ Die Prognose für die heutige Landtagswahl in Bayern, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale aufgestellt wurde, kannst du hier nachlesen.

Aktuelle Hochrechnung

Sämtliche Wahlbezirke sind nun ausgewählt und das vorläufige amtliche Endergebnis der bayrischen Landtagswahl 2018 liegt vor.

Hochrechnung für die Landtagswahl in Bayern 2018:
(von 19.57 Uhr)

CSU: 37,3Prozent
(2013: 47,7 %)

Grüne: 17,8 Prozent
(2013: 13,7 %)

SPD: 9,5 Prozent
(2013: 20,6 %)

FW: 11,6 Prozent
(2013: 9,0 %)

AfD: 10,7 Prozent
(2013: -)

FDP: 5,0 Prozent
(2013: 3,3 %)

Linke: 2,9 Prozent
(2013: 2,1 %)

Wahlbeteiligung: 71,8 %

Sitzverteilung

Voraussichtliche Sitzverteilung im neuen bayerischen Landtag in München:
Insgesamt hat das neue Abgeordnetenhaus 200 Sitze

CSU: 83
Grüne: 38
FW: 25
AfD: 23
SPD: 20
FDP: 11


Analyse

Nach der jetzt vorliegenden aktuellen Hochrechnung gibt es diese Ergebnisse der Bayern-Wahl:

  1. Die CSU hat ihre bisherig absolute Mehrheit verloren.
  2. Ohne einen oder gar zwei Koalitionspartner wird die CSU keine neue Regierung in Bayern bilden können.
  3. Wer in der CSU dieses Desaster ausbaden darf, bleibt abzuwarten. Söder oder Seehofer, einer von beiden wird gehen müssen.
  4. Die Grünen sind nach reinen Zahlen die absoluten Gewinner dieser Landtagswahl.
  5. Die SPD wurde regelrecht pulverisiert. Das Ergebnis von 2013 wurde diesmal halbiert. Das wird auch SPD-Chefin Nahles zu spüren bekommen.
  6. Die FDP müssen weiterhin um ihren Einzug in den bayerischen Landtag zittern
  7. Die Linken haben abermals den Einzug in den Landtag verpasst.
  8. Die AfD schafft es heute wieder einmal, in ein Parlament einzuziehen.

Mögliche Koalitionen

Die Alleinherrschaft der CSU in München ist Geschichte. Die CSU muss sich künftig einen Koalitionspartner suchen, wenn es für die Christsozialen ganz schlecht läuft, dann sind sogar zwei Partner nötig. Zur Wahl stehen zuallererst die Freien Wähler, die bereits vor der Wahl ihre Bereitschaft zur Koalition erklärt haben.
Viel hängt auch davon ab, ob die FDP den Einzug tatsächlich schafft. Sollten die Liberalen im Landtag vertreten sein, dann wäre auch eine Koalition aus CSU, FW und FDP durchaus möglich.
Rein rechnerisch ist auch eine Koalition mit den Grünen möglich, nach den politischen Themen und Inhalten aber wohl eher nicht. Auch eine Koalition aus CSU und AfD ist rechnerisch möglich, doch das würde einem Selbstmord der CSU gleichkommen.

Auswirkung auf den Bund

Dieses Wahlergebnis bedeutet eine weitere Schwächung von Angela Merkel. Neben Söder und Seehofer wird auch Merkel für das Desaster der CSU verantwortlich gemacht. Die Union insgesamt wurde heute entscheidet geschwächt und dafür machen viele in der CDU Merkel ganz persönlich verantwortlich. Nach der jüngsten Revolte bei der Wahl des Fraktionsvorsitzenden im Bundestag verspüren die aufstrebenden machthungrigen Kräfte nun weiteren Aufwind und werden veruschen diesen zu nutzen. Verläuft die Hessen-Wahl in 14 Tagen auch nur ähnlich desaströs, dann sieht es für Angela Merkel ganz schlecht aus.

Auch SPD-Chefin Nahles wird den heutigen Wahlabend nicht ohne Blessuren überstehen können. Nach einer Halbierung der Wählerstimmen, einem Ergebnis unter 10 Prozent kann Nahles nicht so einfach weitermachen. Abhängig davon, wie das weitere politische Schicksal von Seehofer und dessen Ministeramt aussieht, kann es deshalb auch gut sein, dass die SPD nach diesem Desaster die GroKo in Berlin verlässt. Zumindest wäre das für das Überleben der SPD vernünftig, doch das hat Nahles ja noch nie interessiert.

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