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Landtagswahl in Niedersachsen 2022: Hochrechnung und Ergebnis

Niedersachsen hat gewählt. Das ist das Ergebnis.

Die niedersächsischen Wähler:innen haben ihre Stimme abgegeben. Und das Ergebnis ist ziemlich deutlich. Die bisherige Groko ist abgewählt, ein rot-schwarzes Weiter-so wird es in Niedersachsen nicht geben. Alle Zeichen stehen auf Rot-Grün.

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Die SPD konnte wieder ein gutes Ergebnis einfahren. Zwar mussten zahlenmäßig Verluste hingenommen werden, doch die letzte Wahl 2017 taugt da nur wenig als direkter Vergleich, da es sich um eine vorgezogene Neuwahl handelte. Insofern ist das SPD Ergebnis durchaus stabil. Stephan Weil wird der alte und neue Ministerpräsident sein.

Die CDU wurde deutlich abgestraft, die politische Karriere von Bernd Althusmann dürfte mit dem heutigen Abend beendet sein. Statt den neuen Ministerpräsidenten stellen zu können, wie es der Traum der CDU in Niedersachsen war, müssen die Christdemokraten deutliche Verluste hinnehmen und sitzen nun aller Voraussicht in der Opposition. Die rechtspopulistischen Parolen, mit denen CDU Chef Friedrich Merz auf Stimmenfang ging, haben zu diesem Desaster kräftig beigetragen. So sind CDU und Merz deutlich beschädigt.

Die Grünen sind die Wahlsieger des Abends. Sie haben ihr bestes Ergebnis bei einer niedersächsischen Landtagswahl eingefahren. Zwar sind die rund 14 Prozent weit unter den 20 Prozent, die im Sommer vorhergesagt wurden, doch war dies nur eine Momentaufnahme, die nichts mit der aktuellen Lage in Niedersachsen zu tun hatte.

Die Rechtsradikalen der AfD haben erstmals wieder seit langem Stimmenzuwächse zu verzeichnen. In schwierigen Zeiten verfangen deren Parolen offenbar am besten. Mit der Regierungsbildung und der künftigen Politik im Land hat die AfD aber nichts zu tun, insofern sind das verlorene Stimmen.

Die FDP muss weiter um ihren abermaligen Einzug ins Parlament fürchten. Eine deutliche Klatsche. Die neoliberale Politik von Christin Lindner hat daran einen großen Anteil. Lobbyismus und Klientel-Politik haben der FDP schon einmal das politische Genick gebrochen, daraus haben die Liberalen nichts gelernt. Förderung der Atomenergie, Subventionierung der Ölkonzerne, Verhinderung eines Tempolimits und eines neuen 9-Euro-Tickets – all das sind Sargnägel für die FDP.

Die Linke hat alles dafür getan, dass ihr die Wähler in Scharen davonlaufen. Dabei waren sie sehr erfolgreich.

Prognose nach Schließung der Wahllokale

Die Prognose für die Landtagswahl 2022 in Niedersachen sah so aus:

  • SPD: 32,5 Prozent
  • CDU: 27,5 Prozent
  • Grüne: 14,5 Prozent
  • FDP: 5 Prozent
  • AfD: 12 Prozent
  • Linke: 3 Prozent
Wappen Niedersachsen

Wappen Niedersachsen

Diese Prognose ist meist schon sehr nach dran am eigentlichen Endergebnis. Doch es gibt noch ein paar Punkte, die einen großen Einfluss auf die Regierungsbildung haben.

Zuallererst ist das natürlich das Abschneiden der FDP. Schafft sie es über die 5-Prozent-Hürde, wird die Mehrheit für eine neue rot-grüne Koalition denkbar knapp. Fliegen die Liberalen aus dem Parlament in Hannover, dann ist die Regierungsbildung um einiges klarer und stabiler. Da verfügt eine Koalition aus SPD und Grüne über eine deutliche Mehrheit im Landtag.

Hochrechnung für die Landtagswahl in Niedersachsen 2022

(Stand 21:47 Uhr)

  • SPD: 33,4 Prozent
  • CDU: 28,1 Prozent
  • Grüne: 14,5 Prozent
  • FDP: 4,7 Prozent
  • AfD: 10,9 Prozent
  • Linke: 2,7 Prozent
  • Sonstige: 5,6 Prozent

Sitzverteilung

  • SPD: 57
  • CDU: 47
  • Grüne: 24
  • FDP: –
  • AfD: 18

Wahlbeteiligung: 60,8 Prozent

Auswirkung auf den Bund

Die Niedersachsenwahl ist eine Wahl in einem Bundesland, bei der natürlich die Themen des Landes eine große Rolle spielen. Doch diese Wahl war auch eine kleine Bundestagswahl, die Bundesparteien haben sich dementsprechend am Wahlkampf in Niedersachen beteiligt.

Doch das ging vor allem für die CDU und die FDP gründlich schief. Lindners Blockadepolitik war ebenso hinderlich für die Landes-FDP wie der offene Rechtspopulismus von CDU-Chef Merz. Lindner und Merz werden sich überlegen müssen, ob sie so weiter agieren wollen und können.

Für die Ampelkoalition im Bund heißt es nun endlich aktiv zu werden. Die deutlich spürbare Zurückhaltung vor der Niedersachsenwahl, wenn es um konkrete Entscheidungen ging, muss nun sofort beendet werden. Die Klimakrise, die Energiekrise, die Inflation, die Ukraine – all das sind Themen, die jetzt angepackt werden müssen. Die Politik der ruhigen Hand muss ab Montag morgen zu Ende sein.

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