Bremen Wahl 2023: Prognose und Ausblick.

Die Wahl im Land Bremen ist die langweiligste Wahl, bei der außer der SPD niemand wirklich gewinnen will.

Das Land Bremen hat heute eine neue Bürgerschaft gewählt. In den beiden Städten Bremen und Bremerhaven waren 460.000 Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Knapp etwas mehr als die Hälfte hat davon gebrauch gemacht. Ein Grund dafür ist die Langweile, die sich über das kleinste der 16 deutschen Bundesländer gelegt hat, zumindest politisch.

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Seit 77 Jahren regiert im Zwei-Städte-Bundesland an der Weser die SPD und stellt den Bürgermeister. Und auch mit der heutigen Wahl wird sich laut der Prognose nichts daran ändern.

Prognose zur Bürgerschaftswahl in Bremen 2023

Nachdem die Wahllokale in Berlin um 18 Uhr geschlossen wurden, wurde diese Prognose zum Ausgang dieser Wahl erstellt.

Prognose zur Bremen Wahl 2023:
Stand: 18 Uhr, 14.05.2023

  • SPD: 29,5 Prozent
  • CDU: 25,5 Prozent
  • Grüne: 12,5 Prozent
  • Linke: 10,5 Prozent
  • FDP: 5,5 Prozent
  • BIW: 10,5 Prozent
  • Andere: 6,0 Prozent

Sollten sich diese Zahlen im Laufe des Abends mit den Hochrechnungen weiter bestätigen, dann ist klar, dass nicht nur die SPD im Bremen weiter am Ruder bleiben wird, zu dem können sich die Sozialdemokraten auch noch aussuchen, mit wem sie die künftige Landesregierung bilden will.

Neben der bisherigen Koalition mit Grünen und Linke sind auch völlig andere Konstellationen denkbar. So bspw. eine GroKo aus SPD und CDU oder eine Ampel aus SPD, Grüne und FDP (falls die FDP nicht doch an der 5-Prozent-Hürde scheitert).

Einziger Aufreger in dieser Prognose ist das Ergebnis der „Bürger in Wut“ (BIW). Die haben sich auf 10,5 Prozent im Land verbessert, das sind 8,1 Prozentpunkte mehr als beim letzten Mal. In  Bremerhaven haben gar 21,5 Prozent die BIW gewählt. Grund dafür ist vor allem, dass die AfD zu blöd dafür war, sich ordentlich zur Wahl anzumelden und deshalb an der heutigen Bremenwahl nicht teilnehmen durften.

Landeswappen Bremen

Landeswappen Bremen

Langeweile im Wahlkampf

Dass im Land Bremen am heutigen Tag gewählt wird, dürfte für viele Menschen in Deutschland gar nicht klar gewesen sein. Neben der Wahl in der Türkei, dürfte das bestimmende Thema des Tages eher der Muttertag sein. Ja selbst der gestrige ESC in Liverpool dürfte für mehr Aufmerksamkeit als die Wahl an der Weser gesorgt haben. Die Wahlsondersendungen der TV-Sender dürfte deshalb für viele Zuschauer überraschend gekommen sein.

Aber nicht nur die Menschen im restlichen Land zeigten wenig Interesse an der Wahl zur bremischen Bürgerschaft, auch in Bremen selbst sorgte die Wahl für gähnende Langweile. Die Wahlkampfauftritte der Spitzenkandidaten waren so lustlos, dass dafür eine eigene Kategorie geschaffen werden müsste. Die zahlreichen Talk-Runden in Bremen und Bremerhaven glichen eher einer Rundtour eines Musicals auf Abschiedstour. Alle Politiker und deren Positionen waren lange bekannt und wurden in den Wahlkampfveranstaltungen nach der immer gleichen Dramaturgie abgespult. Überraschungen, Engagement oder Begeisterung – Fehlanzeige.

Die SPD regiert seit 77 Jahren an der Weser. Da kann man schon mal in der Routine versinken, nach dem Motto „never change a running system“. Doch in Bremen haben such die Oppositionsparteien keinen Bock auf die Wahl oder gar das Amt des Bürgermeisters, wie hier der Ministerpräsident heißt.

Die CDU schickt seit Jahrzehnten regelrechte Schlaftabletten ins Rennen, die keine Lust haben, im Land die Zügel in die Hand gedrückt zu bekommen. Lieber verharrt man in der Opposition und kann von der Seitenlinie die aktuelle Politik kritisieren. Sollte diesmal tatsächlich eine GroKo im Raum stehen, wird die CDU garantiert alles versuchen, um sich noch schnell aus dieser Verantwortung zu stehlen. Alles andere ist einfach zu bequem.

Und etwas anderes als ein Bündnis mit der SPD ist für die CDU in Bremen gar nicht zu erreichen. Dafür sind Liberalen von der FDP zu schwach und die Bremer Grünen stehen für ein Bündnis mit den Christdemokraten nicht zur Verfügung.

Ausblick

Im Land Bremen bleibt alles so wie es ist. Die SPD regiert weiter und kann sich aussuchen, mit wem sie das tun möchte. Die wahrscheinlichste Konstellation dürfte dabei die Fortsetzung von Rot-Rot-Grün mit den Linken und den Grünen sein. Die Menschen Bremen scheinen damit auch zufrieden zu sein, wie man an der Wahlbeteiligung, die in Bremen vergleichbar mit anderen Ländern immer sehr gering war, ablesen kann.

Ein Weiter-so in der Politik können sich die Bremer Bürger allerdings nicht wünschen, denn Bremen ist nicht nur das kleinste Bundesland, es ist auch am Ende der Statistik, wenn es um Bildung, Kriminalität, Einkommen, Armut und Arbeitslosenquote geht. Keine wirklich gute Bilanz.

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