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Wie lang schützen die Corona Impfstoffe?

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Wer sich jetzt unbedingt boostern sollte, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Corona ist zurück und das heftiger denn je. Waren viele Menschen, und darunter besonders viele Politiker, bereits im Sommer geneigt, die Corona Pandemie als überwunden zu betrachten, werden sie jetzt eines Besseren belehrt. Corona bleibt gefährlich, die derzeit grassierende Delta Variante noch viel gefährlicher.

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Exponentielles Wachstum

Und auch am exponentiellen Anstieg der Infektionen hat sich nichts geändert, auch wenn die allermeisten Kommentatoren die E-Funktion bis heute nicht verstanden haben. Als kleine Hilfe dazu sei die Legende vom Reiskorn auf dem Schachbrett empfohlen.

Wer das Ganze einmal visuell verdeutlicht haben möchte, dem sei dazu dieses Video empfohlen:

Quelle: YouTube

Regierungslos

Das Anwachsen der Infektionen geschieht also in einem großen und kaum vorstellbar schnellen Ausmaß, wenn man das Virus einfach gewähren lässt. Umso unverständlicher, dass gerade jetzt zu Beginn der 4. Welle die „Politik der ruhigen Hand“ regiert. Die alte Bundesregierung unter der geschäftsführenden Noch-Kanzlerin Merkel befindet sich im Abschiedsmodus und fliegt lieber in der Weltgeschichte umher, statt sich mit schnöder Innenpolitik auseinanderzusetzen. Und die wahrscheinlich künftige Regierung aus SPD, Grüne und FDP befindet sich noch in der Findungsphase, in der es hauptsächlich um das Durchsetzen der eigenen Vorstellungen und der Interessen der eigenen Klientel geht. Für das Durchsetzen Corona Maßnahmen scheint auch die Ampel keine Zeit zu haben.

Deutschland schlittert deshalb regierungslos in die Vierte Welle. Das Coronavirus drückt unterdessen auf den >Gefällt mir< Button und breitet sich unaufhaltsam aus.

Impfung

Wohl dem, der sich bereits eine Schutzimpfung gegen Corona hat geben lassen. Denn praktisch jede Impfung schützt vor einem schweren Verlauf, wenn man sich doch einmal mit dem Coronavirus infiziert haben sollte. Und eine Infektion fängt man sich – gerade in diesen Tagen – schneller ein, als man sich das noch vor ein paar Wochen vorstellen konnte.

Die Inzidenzwerte testen jeden einzelnen Tag neue Höchststände. Die Darstellungen im Netz, die die Inzidenzwerte in den deutschen Landkreisen und Städten optisch darstellen wollen, müssen nun öfters neue Farben einführen, weil alte Grenzwerte immer wieder geknackt werden. War früher einmal die Farbe Schwarz für Inzidenzen über 500 das Höchste, was man an Zahlenmaterial darstellen musste, ist man derzeit bei der Farbe Dunkelblau für Inzidenzen über 2.000 angelangt.

Corona Risikogebiete | Screenshot © https://github.com/semohr/risikogebiete_deutschland

Corona Risikogebiete | Screenshot © https://github.com/semohr/risikogebiete_deutschland

Wenn man auf diese Übersicht nach der Altersgruppee der 5-14-Jähigen filtert, sieht man, dass Schulen zu den absoluten Hotspots in dieser Pandemie zählen. Die Inzidenzen gerade der U12 Kinder, für die es immer noch keine Impfung gegen Corona gibt, sind erschreckend hoch. Anders lautende Äußerungen von amtierenden Kultusministern der Länder und des Bundes kann man daher nur in die Kategorie Schwurbel einordnen.
Für alle Familien mit schulpflichtigen Kindern ist es deshalb nur eine Frage der Zeit, wann auch bei ihnen das Coronavirus mit am Abendbrottisch sitzt und in die Familie hereingetragen wird. Gut, wer dann geimpft ist.

Menschen, die bis jetzt immer noch ungeimpft sind, für die wird es ein wirklich schwerer Winter werden. Entweder sie igeln sich tatsächlich komplett ein und vermeiden möglichst alle sozialen Kontakte, oder sie werden sich über kurz oder lang mit dem Sars-Cov2 -Virus infizieren. Ab dem Zeitpunkt ist es dann eine Frage des Glücks, ob man nur milde Symptome bekommt (von den Langzeitfolgen einmal abgesehen) oder ob man auf der Intensivstation landet und wie man diese wieder verlassen wird, erhobenen Hauptes oder mit den Füßen voran.

Doch auch für die bereits Geimpften ist nicht alles in Butter, denn die Wirksamkeit des Impfschutzes lässt leider über die Zeit nach. Abhängig vom verwendeten Impfstoff und dem Zeitpunkt der Impfung, ist man Stand heute noch gut oder auch weniger gut bis gar nicht mehr gegen Corona geschützt.

Wie lang schützt der Impfstoff?

Dass man die Corona Schutzimpfung auffrischen bzw. wiederholen muss, dies war schon länger klar. Nun haben Untersuchen ergeben, wie gut und wie lang genau die einzelnen Impfstoffe die Menschen vor einer schweren Covid-9-Erkrankung schützen.

In den ersten beiden Monaten nach einer vollständigen Impfung sind die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe (BioNTech, Moderna, Astrazeneca) gleich gut wirksam, nämlich rund 90 Prozent. Danach bewegen sich die jeweiligen Wirksamkeiten allerdings auseinander.

BioNTech
Bei BioNTech beträgt die Wirksamkeit bis zum 4. Monat nach der zweiten Spritze noch rund 85 Prozent, danach lässt diese rasch nach. Nach 6 Monaten schützt der Impfstoff von BioNTech noch zu 50 Prozent. Einen Monat später beträgt die Wirksamkeit nur noch knapp 23 Prozent, damit ist eine Wirksamkeit nicht mehr gegeben.

Astrazeneca
Der Impfstoff von Astrazeneca, der mitunter stark umstritten war und ist zu Anfang der Impfkampagne jedoch vielfach zum Einsatz kam, kann bereits nach 4 Monaten nach der zweiten Spritze keinen ausreichenden Schutz mehr bieten. Die Wirksamkeit ist sogar so abgeschwächt, dass bereits ein erhöhtes Risiko einer Ansteckung für Astrazeneca-Geimpfte festgestellt wurde, weil viele sich sicher fühlen und sich dementsprechend sorglos verhalten.

Moderna
Bei Moderna sieht es etwas besser aus. 6 Monate nach der zweiten Spritze beträgt die Wirksamkeit noch bis zu 60 Prozent. Für Aussagen zum weiteren zeitlichen Wirksamkeitsverlauf fehlen bislang noch die Daten.

Kreuzimpfung
Nachdem Astrazeneca in Verruf gekommen war, erhielten viele Personen, vor allem jüngere als zweite Spritze statt erneut Astrazeneca eine Impfung mit BioNTech oder Moderna. Dieser sogenannten Kreuzimpfung wird eine ebenso hohe Wirksamkeit wie den Impfungen attestiert, wie den jeweils doppelten Impfungen mit den mRNA Impfstoffen von BioNTech oder Moderna.

Johnson&Johnson
Für Geimpfte mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson stehen die Zeichen wohl komplett auf Rot. Dem Impfstoff war von Anfang an nur eine geringere Wirksamkeit als den anderen attestiert worden, so dass man davon ausgehen muss, dass viele der mit Johnson&Johnson Geimpften inzwischen wieder als praktisch ungeimpft dastehen. Dementsprechend sollte sich die Betroffenen auch verhalten und sämtliche Hygiene-Regeln peinlich genau einhalten.

Alter
Und eine weitere Komponente ist wichtig, will man die noch bestehende Wirksamkeit abschätzen. Je älter die Geimpften sind, desto schneller verlieren sie ihren Impfschutz. Auch Vorerkrankungen lassen den Schutz schneller schwinden.

Eine Auffrischung der Impfung ist deshalb für viele unumgänglich und sollte so schnell wie möglich durchgeführt werden.

Booster-Impfung

Fast müsste man Jans Spahn (CDU), Noch-Bundesgesundheitsminister der GroKo dafür dankbar sein, dass er die Beschaffung von ausreichend Impfstoff für Deutschland so dermaßen vergeigt hat, dass viele Menschen erst Mitte des Sommers geimpft werden konnten. Zwar waren die meisten der Impfzentren bereits Weihnachten 2020 einsatzbereit, die ersten Impfungen liefen aber erst im Februar 2021 an, und dann auch zunächst nur für priorisierte Gruppen, wie Alte und Kranke.

Die meisten anderen Menschen erhielten ihre Spitzen damit erst im Juni, Juli und August und verfügen deshalb jetzt zu Beginn der vierten Welle, die nach allen Vorhersagen heftiger alles bisher gekannte werden wird, noch über einen einigermaßen guten Impfschutz. Vorausgesetzt, sie sind mit BioNTech oder Moderna geimpft oder haben eine Kreuzimpfung erhalten.

Für Geimpfte, die bereits im Frühjahr ihre letzte Spritze erhalten haben oder die mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson geimpft sind, sieht es dagegen nicht so gut aus. Diese Menschen brauchen jetzt sofort und ganz dringend eine Auffrischungsimpfung, die sogenannte Booster Impfung.

Leider hat Spahn im Bundestagswahlkampf die Impfzentren zum Anfang Oktober schließen lassen. Die CDU hat wohl gedacht, dass diese hirnverbrannte Maßnahme zur Beruhigung der Wähler und damit zu mehr Wählerstimmen führen würde. Nun fehlen ausreichend Kapazitäten, um die notwendigen Booster-Impfungen schnell durchzuführen. Damit wird auch die Boosterimpfung für viele zu einer Belastung, weil Ärzte nicht oder nur zu wenig impfen. Die Jagd auf einen Booster Termin ist eröffnet.

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