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Wulff erklärt sich.

Kein Rücktritt, keine Entschuldigung. Aber er feuert seinen Sprecher.

Nach gefühlten Ewigkeiten hat NochBundespräsident Wulff heute den Versuch unternommen, öffentlich und selbst vorgetragen zur Klärung der Vorgänge rund um den ominösen Privatkredit für sein Haus und die allzu große Nähe zu vermögenden Unternehmern beizutragen. Zuvor entließ er aber seinen Sprecher Olaf Glaeseker. Entweder gibt es auch in der Vergangenheit von Glaeseker Ungereimtheiten oder dieser will sich vor Auswirkungen der Wulff-Affäre auf die eigene Vita schützen. Belastbare Aussagen zu den Gründen der Entlassungen gibt es bisher noch nicht.

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Die Erklärung von Wulff (hier im Wortlaut) selbst liest sich wie ein Gnadengesuch und läßt sich mit einem Wort beschreiben: Abstrus. Ähnlich abstrus wie Plagiator zu Guttenberg seinerzeit versucht auch Wulff alle Schuld von sich zu schieben. Alles sei juristisch korrekt gelaufen, So Tenor. Allerhöchstens die Kommunikation der Dinge war eher suboptimal. Deshalb sieht er auch keinen Anlaß dafür, vom Amt zurückzutreten oder gar um Entschuldigung zu bitten. Dabei spricht Wulff selbst davon, daß eben nicht alles korrekt gelaufen ist:

„Ich hätte auch den Privatkredit dem niedersächsischen Landtag damalig offenlegen sollen.“

Um gleich darauf wieder einzuschränken:

„Das war nicht gradlinig, und das tut mir leid. Ich sehe ein, nicht alles, was juristisch rechtens ist, ist auch richtig.“

Wenn der Unternehmer Geerkens wirklich an den Verhandungen des Kredit mitgewirkt haben sollte, wie er ja selbst behauptet, dann wäre das keineswegs „juristisch rechtens“ sondern ein Verstoß gegen das Ministergesetz des Landes Niedersachsen. Und genau das wird die Opposition im niedersächsischen Landtag auch noch klären lassen. Sollte sich dabei herausstellen, daß Wulff das Parlament vorsätzlich belogen hat, dann wird ihm das endgültig das Genick brechen. Doch bis zur endgültigen Klärung dieses Vorwurfs kann noch viel Zeit vergehen.

Vielleicht ist er dann schon gar nicht mehr Bundespräsident. Wulff mag sich mit dieser Erklärung über die Weihnachtsfeiertage gerettet haben, schon aus dem Grund, daß an den Feiertagen allgemeine Ruhe in der Politik und den Medien herrscht. Doch spätestens am Dienstag nächster Woche wird die Medienschlacht weitergehen. Soviel steht fest.
Wulff hat mit dieser Erklärung alles auf eine Karte gesetzt. Eine weitere Erklärung wird es nicht mehr geben. Sollten jetzt weitere Ungereimtheiten in seiner Vergangenheit ans Tageslicht kommen, ist er sofort weg.

Doch selbst wenn er sich wirklich retten und seine Amtszeit noch irgendwie überstehen sollte, eine weitere wird es definitiv nicht geben, dann bleibt er trotzdem ein arme Gestalt. Seine Glaubwürdigkeit liegt am Boden, seine Amtsführung läßt mehr als zu wünschen übrig und die Medien lauern auf neue Schlagzeilen. So einen Bundespräsidenten braucht niemand.

Quelle: SpOn

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