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Facebook-Eigner trennen sich von Aktien

Investoren von Facebook machen Kasse.

Kaum ist die beim Börsengang vereinbarte Haltefrist für die Alteigentümer verstrichen, schon machen diese kräftig Kasse. Allein der Investor Peter Thiel hat in der vergangenen Woche 20,06 Mio. Facebook-Aktien verkauft. Vom Startpreis in Höhe von 38 US-Dollar, den die Aktie im Mai hatte, sind die Kurse mittlerweile meilenweit entfernt. Investor Thiel mußte sich mit Kursen zwischen 19,27 und 20,69 Dollar zufrieden geben. Das entspricht praktisch der Halbierung des Aktienwertes. Trotzdem kann Thiel einen fetten Gewinn verzeichnen, hatte er doch im Jahr 2004 für einen 10-prozentigen Anteil an Facebook nur 500.000 Dollar gezahlt. Der Aktienverkauf jetzt brachte ihm die stolze Summe von rund 400 Mio. Dollar. Das ist mal eine satte Rendite.

Die Aktienbesitzer, die erst nach bzw. zum Börsengang bei Facebook eingestiegen sind, werden solche Gewinne wohl nicht mehr machen können. Sie dürfen schon froh sein, wenn sie es noch irgendwie schaffen sollten, mit möglichst wenig Verlust wieder aus der Aktie auszusteigen. Von Gewinn ist da keine Rede mehr. Den machen nur die Alteigentümer. Und das war wohl letztlich der eigentliche Sinn des Börsengangs.

Viele Analysten und Investoren sehen für die Facebook-Aktie keine rosige Zukunft mehr. Das Geschäftsmodell ansich steht zur Disposition. Die Umsätze, die Facebook mit Werbung erzielen will, werden wohl nicht zu schaffen sein. Die Anzeigen werden von den User einfach zu wenig beachtet. Und in Zukunft werden viele Nutzer vermehrt von ihrem Smartphone auf ihren Facebook-Account zugreifen. Das bedeutet weiter zurückgehende Werbeeinnahmen, denn auf Smartphones schwächelt Facebook beim Einblenden von Werbung. Auf den kleinen Bildschirmen ist schlicht zu wenig Platz für effektive Anzeigen.
Die ersten Geschäftszahlen nach dem Börsengang waren dementsprechend schlecht. Im 2. Quartal 2012 stieg der Umsatz zwar um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, unterm Strich stand aber ein fettes Minus. Der Nettoverlust betrug 157 Mio. Dollar.

Facebook begründet diesen Verlust mit der Bilanzierung der Mitarbeiteraktien, doch die Zeiten der starken Gewinnzuwächse sind vorerst zu Ende. Sollte das Team um Mark Zuckerberg nicht ganz schnell neue Einnahmequellen auftun, dann steht es schlecht um die Zukunft von Facebook. Das Internet und die technische Entwicklung werden nicht auf Facebook warten. Was heute hipp ist, kann morgen bereits in Vergessenheit geraten sein. Das mußten schon ganz andere Firmen lernen. Wer erinnert sich heute noch an Compuserve, AOL oder Second Life?

Quelle: heise

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5 Kommentare

  1. Die Frage ist hier vor allem, ob die Silicon Vally Szene jetzt endlich kapiert, dass hier mal wieder eine „Bubble“ aufgeblasen wird. Facebooks Wert ist doch immer schon masslos überschätzt worden und das zeigt sich nun eben in der „echten“ Welt da draussen.

    Betreffend AOL… Die haben einen wunderschönen und guten Email Client entwickelt… (Und ja, das ist alles was es zu AOL noch zu sagen gibt)

  2. Ich finde es war abzusehen, dass Facebook irgendwann diesen Weg geht und der Hype ein Ende haben wird.
    4 mrd. Euro Jahresumsatz (wenn ich mich nicht irre) passen einfach nicht mit den Zahlen, die eine Zeit lang im Raum gestanden haben (ich erinnere mich da an irgendwas mit 80 mrd. geschätztem Wert) zusammen.
    Und wenn Facebook sich nicht schnell seinen teil vom mobilen Werbekuchen sichert sehe ich ziemlich schwarz für die Zukunft….

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