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Die vorhersehbare Bundespräsidenten-Wahl

Am Sonntag wird ein neuer Bundespräsident gewählt. Eine spannende Wahl ist nicht zu erwarten.

So läuft das politische Geschäft in Berlin. Bereits im Vorfeld wird der Posten des künftigen Bundespräsidenten des Bundesrepublik Deutschland unter den Parteien ausgekungelt, und die Bundesversammlung nickt den Wunschkandidaten ab. Ob das dem Amt und dem Verständnis von Demokratie in allen Belangen gerecht wird, darf jeder für sich selbst bestimmen.

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Die Kandidaten

Daß die Wahl zum Bundespräsidenten 2017 nicht komplett zur Farce wird, ist einzig und allein den oppositionellen Kräften im Land zu verdanken. Die kleineren Parteien stellen unabhängig von der Großen Koalition aus CDU, CSU und SPD eigene Kandidaten auf, obwohl diese nicht den Hauch einer Chance auf das Präsidentenamt haben. Nur diesem Umstand ist es zu verdanken, daß Frank-Walter Steinmeier nicht einfach durchgewunken wird. Sonst hätte man sich den ganzen Aufwand der Bundesversammlung auch gleich sparen können. Immerhin kostet der ganze Spaß den Steuerzahler geschätzte 1,5 Millionen Euro.

So treten bei der diesjährigen Bundespräsidentenwahl insgesamt 5 Kandidaten an. Von den meisten wird man bislang wenig bis gar nichts gehört haben. Deshalb kommt hier die Vorstellung aller Kandidaten:

  • Frank-Walter Steinmeier
    Steinmeier tritt als gemeinsamer Kandidat der GroKo an, auch die FDP will diesen Kandidaten unterstützen. Unabhängig davon, daß die Kandidatenkür in den Hinterzimmern der Macht (mit Ämtertausch und Kanzlerkandidatenkür) mehr als unappetitlich war, wird der nächste Bundespräsident aller Voraussicht nach Frank-Walter Steinmeier heißen.
  • Christoph Butterwege
    Butterwege wurde von der Linken aufgestellt. Er war 35 Jahre Sozialdemokrat, trat jedoch 2005 aus Protest gegen Hartz4 und Agenda 2010 aus der SPD aus. Die Abschaffung der sozialen Ungerechtigkeit ist seine politische Vision, nach einem Bundespräsident Gauck wären das doch mal völlig neue Töne im Schloß Bellevue. Eine reelle Chance gewählt zu werden, hat Butterwege jedoch nicht.
  • Alexander Hold
    Hold dürfte den meisten Menschen vor allem als Fernseh-Richter bekannt geworden sein. Aufgestellt wurde er von den Freien Wählern. In Kempten (Allgäu) ist Hold in der Lokalpolitik tätig, kennt sich also durchaus die Untiefen der Politik und ist deshalb kein klassischer Seiteneinsteiger. Sein Ziel ist die Bekämpfung der Politikverdrossenheit und die Stärkung des Vertrauens in den Rechtsstaat. Auch Hold hat keine Chance, am Ende ins Schloß Bellevue einzuziehen.
  • Engelbert Sonneborn
    Sonneborn ist der Vater von Martin Sonneborn, der für „Die Partei“ im Europaparlament sitzt. Die Nominierung von Sonneborn senior ist wie vieles bei Martin Sonneborn als Spaß- bzw. Satire-Aktion zu verstehen. Trotzdem ist es das demokratische Recht von Die Partei, einen eigenen Kandidaten aufzustellen.
  • Albrecht Glaser
    Glaser tritt für die AfD an.

Favorit für die Wahl

Klarer Favorit für die diesjährige Wahl des Bundespräsidenten ist Frank-Walter Steinmeier. Mit der Unterstützung von Union und SPD, die wie im Bundestag so auch in der Bundesversammlung die absolute Mehrheit haben, und zusätzlich noch der FDP dürfte bei der Wahl nichts schiefgehen. Das einzig Spannende ist deshalb die Frage, ob Steinmeier am Ende mehr oder weniger als 1.000 Stimmen erhalten wird.

Mit Steinmeier wird im Schloß Bellevue für die nächsten 5 Jahre wieder ein ausgefuchster, aalglatter Politiker regieren. Steinmeier kennt die Bundespolitik in- und auswendig, weiß seine Ziele und Vorstellungen mit allen Mitteln durchzusetzen und hat unbestritten „die eine oder andere Leiche im Keller liegen„. Daß solche politischen Besetzungen des Bundespräsidentenamts nicht die besten sind, hat man zuletzt bei Bundespräsident Christian Wulff gesehen.

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