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Was ist ein Überwachungsstaat?

Kleines Aufklärungsvideo für alle „Ich-hab-ja-nichts-zu-verbergen“-Verharmloser.

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Das Volk ist ein unberechenbarer Haufen. Als Google mit Kameras durch deutsche Innenstädte fuhr, um Hausfassaden zu fotografieren und in Google Street View zu verwenden, da brach der Sturm der entrüsteten Rentner los. Angestachelt von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sahen sie den Untergang des Abendlandes praktisch unmittelbar bevorstehen. Mit zahlreichen Sperranträgen, über die sie wiederum – völlig schizophren – mit Bild, Namen und voller Adresse in der Lokalzeitung berichteten, sorgten diese Rentner dafür, daß Street View außerhalb von Berlin, Hamburg oder München praktisch nicht zu nutzen ist. Statt tausende Verpixelungsanträge zu bearbeiten, hat Google sein Street View in Deutschland weitgehend nicht scharfgeschaltet. Jedesmal, wenn man eine Wohnung oder ein Hotel in einer kleineren deutschen Stadt sucht, wird man heute an den Zwergenaufstand der Analoggeneration erinnert.

Beim Thema Prism und Totalüberwachung bleiben die selbsterklärten Datenschützer dagegen völlig ruhig. Wenn es gegen Terroristen geht, damit wollen Bundesregierung, BND und Geheimdienste den Bruch von Verfassung und Bürgerrechten ja rechtfertigen, dann haben die Rentner völliges Verständnis für die flächendeckende Überwachung der Kommunikation. Oft gehörtes Argument: „Ich habe ja nichts zu verbergen!“ Außer, wenn Google zum Fotografieren vor der Haustür vorbeifährt.

Damit auch diese Ignoranten endlich verstehen, daß sie sehr wohl von PRISM, Tempora und anderen Überwachungsmaßnahmen betroffen sind und dadurch in ihren Rechten beschränkt werden, hat der YouTube-Comedian und -Cartoonist Manniac hat jetzt ein Erklärvideo zum Thema PRISM und Überwachungsstaat gezeichnet:

Quelle: YouTube

Vielleicht versteht jetzt der ein andere besser, was Street View doch ein Kindergarten gegen PRISM und Co. war. Und daß es sich diesmal wirklich lohnt, sich gegen diese Machenschaften zu wehren.

Es steht allerdings zu befürchten, daß zum einen das Video zu viele Informationen enthält, das ist der geneigte RTL2-Zuschauer nicht mehr gewohnt, und zum anderen durch die Abwesenheit der Schlagwörter Bier, Grillen, Titten, Fußball gar nicht erst die notwendige Aufmerksamkeit erreicht wird.

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