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Promovieren oder nicht promovieren?

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Promovieren oder nicht promovieren? Diese Frage stellen sich Studenten oft schon zu Beginn des Studiums, denn oft genug müssen die Weichen schon früh gestellt werden. Dennoch ist es sinnvoll, zum Ende des Studiums noch einmal gründlich abzuwägen, ob die Entscheidung für die Dissertation richtig ist.

Eine Doktorarbeit kann wertvoll bei der Jobsuche sein und sogar dazu beitragen, dass der Einstieg in die Berufstätigkeit in der Führungsetage beginnt. Aber gilt das für alle Studienfächer oder kann es der bessere Weg sein, direkt nach dem letzten Examen oder der Masterarbeit in den Beruf einzusteigen? Es gibt Studienfächer, bei denen die Doktorarbeit Standard ist. Dazu gehören vor allem Ärzte. Etwa 80 % der Mediziner können einen Doktortitel vorweisen.

  • Zeitliche Investition berücksichtigen

Üblicherweise schreiben die Doktoranden parallel zum Ende Ihres Studiums an dieser Arbeit. Die Dauer beträgt im Durchschnitt sechs Monate. In anderen Studienfächern dauert sie für gewöhnlich erheblich länger und kann unter Umständen fünf oder sechs Jahre in Anspruch nehmen. Diese Zeit muss natürlich finanziert werden. Außerdem liegt es nicht jedem Menschen, eine so lange Zeit in die Forschung zu investieren. Die weitere Laufbahn muss bei der Entscheidung ebenfalls berücksichtigt werden. Die meisten Unternehmen wollen junge Berufsanfänger, auf deren Entwicklung sie noch Einfluss nehmen können. Dazu gehören auch Fortbildungsmaßnahmen, die im praktischen Bezug zum Unternehmen stehen. Wenn Sie noch nicht sicher sind, ob Sie eine Doktorarbeit schreiben wollen oder nicht, sollten Sie dabei unbedingt auch Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt realistisch einschätzen.

Das spricht für die Doktorarbeit

Ein oft geäußerter Grund für die Doktorarbeit ist, dass sie den Wissensdurst stillt und den Absolventen zu einem echten Experten werden lässt. Zwar konnten die Studierenden bei den vorangegangenen Arbeiten viele Fragen beantworten. Mehr Wissen bringt aber auch Fragen ans Licht. Diese anzugehen, ist ein besonderer Reiz. Vorteilhaft ist außerdem, dass der Absolvent seinem zukünftigen Arbeitgeber mit der Doktorarbeit verdeutlicht, dass er zielstrebig und strukturiert arbeitet und darüber hinaus über ein enormes Durchhaltevermögen verfügt. Gerade, weil in dieser Phase interessante Jobangebote keine Seltenheit sind, ist das Dabeibleiben nicht leicht. Für die Doktorarbeit spricht natürlich auch, dass etwa die Hälfte aller Doktoranden direkt in die Führungsetage einsteigt.

  • In der Forschung mit dem Doktortitel arbeiten

Wer eine Karriere in der Forschung anstrebt, kommt um die Doktorarbeit auf keinen Fall herum. Die Doktorarbeit ist u. a. der Nachweis dafür, dass der Träger über die erforderlichen Kompetenzen verfügt, also in der Lage ist, wissenschaftliche Methoden anzuwenden, selbstständig zu arbeiten und sich zu organisieren. Er ist außerdem fähig, Studenten zu unterstützen. Schließlich sind aber auch die Aussichten auf das Einstiegsgehaltmit einer Doktorarbeit deutlich besser. Wer bereits erfolgreich Forschungsarbeit geleistet hat, darf auch ein höheres Einkommen erwarten. Wenn in Ihrem Studienfach die meisten Absolventen promovieren, kann die fehlende Dissertation Ihre Aufstiegschancen erheblich schmälern.

Das spricht gegen die Doktorarbeit

Entscheidend ist in erster Linie, wo und wie Sie in Zukunft arbeiten wollen. Wenn Sie in eine Branche einsteigen, in denen Doktortitel nicht die Regel sind, müssen Sie damit rechnen, dass sich nicht jedes für Sie interessante Unternehmen einen promovierten Mitarbeiter leisten kann oder will. Darüber hinaus kann die Sorge der Leitung über Konkurrenzdenken zwischen Ihnen und Absolventen ohne Doktortitel in der Führungsetage hemmend sein.

  • Als Neueinsteiger müssen Sie sich gegenüber erfahrenen Kollegen behaupten. Gleichzeitig sind die Ansprüche an Sie als neuen Mitarbeiter mit akademischen Leistungen hoch. Für Berufseinsteiger ohne oder mit wenig praktischer Berufserfahrung kann das eine große Belastung sein.
  • Eine völlig falsche Motivation für die Doktorarbeit ist die Entscheidung, um einer anderen Person oder dem persönlichen Umfeld zu imponieren. In solchen Fällen ist das Scheitern nahezu vorprogrammiert. Die Entscheidung für Ihre Doktorarbeit sollte aus absoluter Überzeugung herausfallen und mit klarer Zielsetzung für Ihre berufliche Karriere.
  • Ein mögliches Hemmnis bei der Doktorarbeit ist das Alter. Sie sollten Ihre Promotion vor dem 30. Lebensjahr abgeschlossen haben. Andernfalls laufen Sie Gefahr, keine Anstellung zu finden, weil Sie als Berufseinsteiger zu alt sind.
  • Sind Sie bereits älter, gibt es für Sie aber einen möglichen Kompromiss. Suchen Sie sich dazu einen Arbeitgeber, der Ihnen mit Teilzeitarbeit oder einer Halbtagsstelle in Ihrem Beruf ermöglicht, Ihre Doktorarbeit nebenbei zu schreiben, falls auch alle anderen Rahmenbedingungen dafür erfüllt sind. Sie müssen mit erheblichen Hürden rechnen. Die Möglichkeit besteht dennoch.
Doktorarbeit schreiben | Foto: Studio32, pixabay.com, Pixabay License

Doktorarbeit schreiben | Foto: Studio32, pixabay.com, Pixabay License

Der Weg zum Ph.D. Titel

Ph.D. ist die Abkürzung für Doctor of Philosophie. Dabei handelt es sich um das höchste wissenschaftliche Forschungsdoktorat und die Vorstufe zum Professor. Mit Philosophie hat der Ph.D. für gewöhnlich nichts zu tun. Der Titel wird für gewöhnlich auch hinter dem Namen geführt. Ph.D. ist einen ausländischer Grad, der sich inzwischen auch in Deutschland immer stärker durchsetzt. Möglich wurde das durch zahlreiche Kooperationsprojekte der Hochschulen im In- und Ausland.

Beim Ph.D. handelt es sich um ein Studium, das auf den Master aufbaut. Der Titel wird nach Abschluss mit dem Fach geführt. Nach erfolgreichem Abschluss der Politikwissenschaften nennt sich der Träger somit Ph.D. in Political Science. Lediglich Mediziner werden anders betitelt, und zwar als MD. Unterschiede in der Wertigkeit zum Doktortitel gibt es nicht. Der Vorteil des Ph.D. ist, dass der Titel schneller erreichbar ist, ganz besonders in den Geisteswissenschaften. Das liegt nicht etwa daran, dass der Studiengang weniger anspruchsvoll ist. Vielmehr stehen dem Studierenden mehr Professoren als Ansprechpartner zur Verfügung. Außerdem muss er für gewöhnlich weniger am Lehrstuhl zuarbeiten. Beide Titel sind übrigens nicht gegeneinander austauschbar und sind strikt voneinander getrennt zu betrachten.

  • Doktor oder PhD?

Wenn Sie nicht sicher sind, welcher Studiengang für Sie besser geeignet ist, sollten Sie folgenden Maßstab anlegen: Wollen Sie in die Forschung und international arbeiten, ist der Ph.D.-Studiengang für Sie besser geeignet. Bleiben Sie in Deutschland und streben Sie z. B. eine Karriere in der Wirtschaft an, hilft Ihnen der Doktortitel eher weiter.

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