DSDS: Quote ohne Rücksicht auf Verluste

„Deutschland sucht den Superstar“ – Gestern startete die neue Staffel und RTL blieb sich wieder mal treu, im negativen Sinne.

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Daß es bei DSDS nicht um Musik oder die Suche nach neuen Talenten geht, dürfte mittlerweile auch der letzte verstanden haben. Es geht bei dieser Show einzig und allein um Quote und Vermarktung.
Die komplette Staffel ist von Anfang an durchdramaturgisiert ung findet ihren Höhepunkt in der Final-Show. Was danach mit dem neuen „Superstar“ passiert, ist nicht mehr Teil der Show und somit auch nicht von Interesse für die Produzenten.
Mag sein, daß der Sieger der DSDS-Staffel noch eine gewisse Zeit auf der Welle schwimmen und so ein einige TV-/Bühnenauftritte haben und ein paar tausend CDs verkaufen kann. Zwingend notwendig ist das aber nicht. Das Geld wird während der laufenden DSDS-Staffel verdient: Mit einer perfekten Vermaktungskette innerhalb der RTL-Senderfamilie und bei „befreundeten“ Medien und natürlich hauptsächlich mit den Anrufen der Zuschauer. Diese glauben doch tatsächlich, mit ihrem Anruf irgendetwas am Ausgang der Show mitbestimmen zu können. Wie naiv.

Noch naiver sind jedoch die Kandidaten, die auch noch mitmachen bei diesem Wanderzirkus. Weder echte Talente noch gesangliche Tiefflieger werden für sich einen echten Gewinn aus dieser Show ziehen können. Die echte Gesangstalente werden gnadenlos verheizt und sind nach dem Ende der Staffel für lange Zeit „verbrannt“ für den Musikmarkt.
Noch schlimmer jedoch trifft es die Nicht-Talente. Diejenigen, denen keiner sagt oder sagen will, daß sie in Bezug auf Musik und Gesang komplett talentfrei sind, oder die dermaßen labil in ihrer Persönlichkeit sind, daß man sie vor RTL eigentlich in Schutz nehmen und einen Auftritt bei den Castings verbieten müßte. Leider haben solche Menschen oft nicht die richtigen Freunde oder Erziehungsberechtigten, so daß es immer wieder zu regelrechten sozialen Vernichtungen kommen kann. So auch gestern in der ersten Ausgabe der neuen DSDS-Staffel. Dort wurde das soziale Leben eines gewissen Marcel F. der Quote geopfert.
Der äußerst schüchterne und äußerlich sehr aufgeregte Kandidat trat vor die Jury, die wie auch in der letzten Staffel aus Dieter Bohlen, Nina Eichinger und Volker Neumüller besteht, und hatte einen Fleck auf der Hose, der aus welchen Gründen auch immer dort entstanden ist. Jury-Mitglied Bohlen sah den Fleck und schlachtete diesen routiniert quotenmäßig aus. Marcel F. wird seit der Ausstrahlung dieses Beitrags und der zu erwartenen Ausschlachtung in den entsprechenden Medien nicht mehr auf die Straße treten können. Da er auch schon vor der Teilnahme am DSDS-Casting nicht vor Selbstvertrauen und -bewußtsein strotzte, wird dieses Casting einen extrem negativen Einfluß auf seine weitere persönliche Entwicklung nehmen. Das ist bereits jetzt absehbar. Man kann ihm nur wünschen, daß es nicht zu schlimmen Verwerfungen im seelischen Leben, wie Depressionen o.ä., kommt.

So macht RTL wieder mal Quote ohne Rücksicht auf menschliche Verluste. Und ist damit auch noch erfolgreich: 7,37 Mio. Zuschauer haben die erste Folge der neuen DSDS-Staffel gesehen. Damit war RTL der Quotenkönig am gestrigen Abend.
Marcel F. wird sich darüber nicht freuen können.

Quelle: DWDL

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