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Internetseite der Kinderhilfe gehackt

Böswillige Hacker haben am Wochenende die Internetseite der „Deutschen Kinderhilfe“ verändert.

Die „Deutsche Kinderhilfe“ ist eine der großten Verfechterinnen der von Zensursula von der Leyen geplanten Internetzensur, getarnt als „Kampf gegen Kinderporngrafie im Internet“.
Auf der Seite www.kinderhilfe.de wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, in der die Internetnutzer für das „Gesetz gegen Kinderpornografie im Internet“ stimmen durften. Mal abgesehen, daß es gar kein Vorschlag für ein „Gesetz gegen Kinderpornografie im Internet“ gibt, insofern schon mal eine eher dürftige Leistung der „Kinderhilfe“, war die ganze Aktion natürlich als Retourkutsche gegen die zur Zeit sehr erfolgreich laufende E-Petition gegen die geplante Internetzensur gedacht. Bereits nach wenigen Tagen waren die erforderlichen Unterschriften zusammen. Man wird sich mit dem Protest der Bürger beschäftigen müssen.
Das passte der „Kinderhilfe“ offenbar nicht und man startete eine Gegen-Aktion. Die Hacker -oder richtiger Cracker (auch den Unterschied wird Zensursula nicht kennen)– haben die Interseite der „Kinderhilfe“ daraufhin angepasst.

Vorausgegangen war der Aktion eine große Welle der Kritik auf Internetseiten, Blogs und Foren. Dem Verein, der die „Deutsche Kinderhilfe“ ist, wurden populistische Ziele und eine zu große Nähe zu extrem konservativen Kreisen der Gesellschaft und vorallem der CDU/CSU vorgeworfen.

Auch die konservative Presse arbeitet Seit‘ an Seit‘ mit der „Kinderhilfe“. In der Welt am Sonntag erschien eine Umfrage von Infratest Dimap, in der sich 92 Prozent der Bundesbürger für eine Internetsperre von Kinderporngrafie durch den Staat ausgesprochen haben sollen.
Zu welcher Frage sich die 92 Prozent so geäußert haben sollen, blieb man allerdings schuldig. Und jeder kleine Umfrager weiß doch ganz genau: Mit der richtigen Fragetechnik steht das Ergebnis bereits vorher fest!
Der Vereinsvorsitze der „Kinderhilfe“ kommentierte diese Umfrage auch noch ganz süffisant:

Das Ergebnis der Umfrage bestätigt meinen Eindruck, dass es sich bei den Unterschreibern der Online-Petition um Internetliebhaber, Blogger, im Grunde also um eine Minderheit handelt.

Komischerweise passt die Äußerung genau zu der Aussage von Zensursula, daß die meisten Internetuser keine Ahnung haben und die kleine Minderheit schwer päpophil ist. Ist da etwa die gleiche PR-Abteilung am Gange?

Auf Kosten der Kinder und der Bürgerrechte versucht sich hier ein Verein zu profilieren. Ein armseliges Unterfangen!

Das sahen auch die Hacker so und passten die Homepage des Vereins etwas an. Die Seite ist bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wieder zu erreichen:

kinderhilfe

Screenshot kinderhilfe.de

Ob sie damit der Sache allerdings ein guten Dienst erwiesen haben, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich ist jedoch eher, daß diese Aktion von Zensursula und Schäuble populistisch ausgeschlachtet wird, im Sinne von: „Siehe da die bösen Hacker. Denen müssen wir das Handwerk legen. Wir fordern eine Sperre von Hackern!“

Quelle: taz

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2 Kommentare

  1. Ich finde auch die Deutsche Kinderhilfe selbst, angeblich ja ein ach so toller Verein, der sich um Kinder kümmert, etwas suspekt… Wenn man allein Google zwischen 2006 und 2008 fragt, was es so über die DKH weiß, wird mir mulmig…

    Intransparenz, unsauberer Umgang mit Spenden, Ausschluss aus dem deutschen Spendenrat… Und die wollen eine ehrliche Umfrage gestartet haben?

    Liebe Grüße

  2. @Sabine: Leider schalten viele beim Wort „Kinderhilfe“ auf Durchzug. Das MUSS ja was Gutes sein, sonst würden die ja nicht so heißen…

    Die konservative Kräfte wissen das genau und machen so gezielt Propaganda.