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Nato machtlos gegen Piraten

„Fluch der Karibik“ Teil 4 – nur diesmal vor der Küste Somalias und mit anderen Hauptdarstellern.

Und einer der Akteure läßt sich dabei vorführen: Die Nato.
Die Piraten im Golf von Aden und im indischen Ozean tanzen ihr regelrecht auf der Nase herum.

Ganze vier Nato-Schiffe sollen Handelsschiffe im weiträumigen Seegebiet vor Piratenangriffen schützen. Von diesen sind genau 2(!) Schiffe einsatzbereit.
Die Piraten vor der somalischen Küste juckt das nachvollziehbar wenig. So kam und kommt es immer wieder zu Angriffen auf internationale Handelsschiffe. Nicht selten werden dabei ganze Schiffe gekapert und entführt. So diese Woche der saudi-arabische Supertanker „Sirius Star“, beladen mit 2 Mio. Barrel Öl im Wert von 100 Mio. US-Dollar. Nicht auszudenken, wenn mit dem Schiff und damit der Ladung etwas passiert. Die Umweltzerstörung wäre gigantisch.
Aber auch so ist der Schaden, den die Piraten immer wieder anrichten, riesig. Allein in dieser Woche wurden nebem dem Öltanker ein griechisches, ein iranisches und ein thailändisches Schiff gekapert. Seit Beginn dieses Jahres insgesamt 95.

Jetzt ist die Nato endlich aufgewacht und will ab Dezember das Aufgebot in dieser Seeregion verstärken und den Einsatz verlängern. Doch ließ man im Nato-Hauptquartier in Brüssel verlauten, daß der Schutz der Seewege kein primäres Ziel sei. Die Länder und Reedereien sollen selbst darum kümmern.
China geht genau das jetzt im großen Stil an. Der erste Flugzeugträger, dessen Bau jetzt beschlossen wurde, soll nicht nur primär der Landesverteidigung dienen, sondern auch der chinesichen Zivilschiffahrt in afrikanischen Gewässern helfen.

Na dann gute Nacht, wenn dann demnächst jedes Land für sich mit Kriegsschiffen in diesem für die weltweite Erdölversorgung so heiklem und instabilem Gebiet unterwegs ist.

Quelle: Handelsblatt

Nachtrag: Jetzt greift die Deutsche Marine ein. Zumindest, wenn es nach der Bundesregierung geht. Sie will mit einem Eilverfahren die Anti-Piraten-Mission beschließen.
Wieso sind Merkel und Co. immer nur dann so schnell am Ball, wenn es um populistische Themen geht?

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