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Arcandor fallen gelassen

Die Wahlen sind gelaufen – Arcandor wird fallen gelassen.

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Wie die sprichwörtliche heiße Kartoffel müssen sich die Mitarbeiter von Arcandor heute vorkommen. Wurde am Wochenende noch heiß diskutiert, ob und wie man Arcandor helfen oder eben nicht helfen sollte, so läßt das Oberhauptkommando des „Baron aus Bayern“ heute kurz und knackig durch einen Sprecher verlauten

Das ist abgelehnt.

Keine Bürgschaften oder Kredithilfen aus dem Deutschlandsfonds für Arcandor. Das dürfte das Ende für den Handelsriesen bedeuten. Die Aktie reagiert entsprechend:  -25 Prozent.

Es kam also wie erwartet. Man hat bis zur Europawahl diskutiert und Interesse an einer Lösung vorgetäuscht, nur um dann direkt nach der Wahl kurz und knackig die Ablehnung durch einen Ministeriumssprecher verkünden zu lassen. Dafür bemühte sich der Minister nicht mal selbst.
Ebenso wird es Opel nach der Bundestagswahl ergehen! Dafür allerdings wird der Herr zu Guttenberg dann persönlich sorgen. Da sollten sich die Opel-Mitarbeiter keine falschen Hoffnungen machen.

Nur damit das klar ist: Niemand wollte eine Bürgschaft oder einen Kredit für Arcandor. Und das ist bei einem Unternehmen, daß durch den Herrn Middelhoff und seine Vorgänger und nicht durch die Finanzkrise in die heute prekäre Lage gebracht worden ist, auch vernüftig. Keine weiteren Steuergelder für die Rettung von altem Geldadel!  Das gilt auch für Fall Schäffler/Continental. Der Steuerzahler ist schon genügend geschröpft wurden.

Mit ehrlich kommunizierter Politik hat das ganze Schmierentheater jedoch nichts zu tun. Wahlkampf auf Kosten der Arbeitnehmer mehr ist das nicht. Auch das ist ein Grund dafür, warum die Wahlbeteiligung bei der Europawahl so erschreckend niedrig war.

P.S. Mal unter der Hand gesprochen: Die meisten Innenstädte würden eine immense Aufwertung erfahren, wenn die häßlichen 70er-Jahre Warenhäuser mit ihrer Aluminium-Wabenoptik verschwinden würden. Wer immer diese architektonischen Machwerke damals genehmigt hat, müßte dafür noch heute zur Rechenschaft gezogen werden.

Quelle: Handelsblatt


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