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Mastodon – eine Alternative zu Twitter?

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Nach der Übernahme durch Elon Musk suchen Twitter-User nach einem anderen Netzwerk, Mastodon könnte eine Möglichkeit sein.

Es muss geil sein, der reichste Mensch der Erde zu sein oder zumindest so viel Bonität zu besitzen, dass man innerhalb weniger Tage ca. 44 Milliarden Dollar finanziert bekommt, um damit mal eben Twitter, die soziale Kommunikationsplattform, zu übernehmen. So fühlt sich sicher Elon Musk, ganz nach dem von ihm ernstgemeinten Motto „Was kostet die Welt?“

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Der Grund, den Musk für die Twitter-Übernahme angibt: mehr Meinungsfreiheit. Sicher Musk ist ein Visionär, der mit Tesla gegen den Trend die Elektromobilität gehörig nach vorn gebracht hat. Sein Durchsetzungsvermögen, seine Beharrlichkeit und sicher auch eine ordentliche Portion Schlitzohrigkeit haben dabei geholfen, Investoren zu finden, Pläne durchzusetzen und Produkte in den Markt zu bekommen. Ein Leuchtturm des Unternehmertums, wie Amerika ihn versteht.

Twitter

Doch in puncto Meinungsfreiheit ist Musk nicht gerade als Vorreiter aufgefallen. Unter Meinungsfreiheit versteht er vor allem das Nachplappern der Meinung von Musk, dies zeigte sich in der Vergangenheit immer wieder. Insofern fürchten einige Twitter-User, dass das auch auf Twitter abfärben könnte. Sie schauen sich deshalb nach geeigneten Alternativen um, sollte die Plattform eines Tages nicht mehr zu gebrauchen sein.

Natürlich würde das für die Ex-Twitter Nutzer einen echten Neuanfang bedeuten. Sämtliche Follower, Posts und Likes auf Twitter wären praktisch verloren, würde man komplett auf eine neue Kommunikationsplattform, wie z.B. Mastodon wechseln. Sollten sich aber die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten und Twitter zu einem Netzwerk verkommen, auf dem künftig keine Sperren und Ausschlüsse für User geben wird, die rechte, populistische, falsche oder ungesetzliche Tweets ins Netz jagen wollen, weil Musk das als Meinungsfreiheit versteht, dann werden definitiv einige User abwandern. Dann sind auch verlorene Follower kein Hinderungsgrund mehr.

Mastodon

Eine Alternative muss also her, Mastodon wäre dafür ein Kandidat. Und je eher man sich mit einem möglichen Umzug beschäftigt, desto besser ist man vorbereitet, sollte der Tag X kommen und Twitter den eigenen Ansprüchen nicht mehr genügen.

Mastodon war zwar hierzulande nur wenig bekannt, und doch gibt es die Plattform bereits seit 6 Jahren. Schon im Jahr 2016 gründete Eugen Rochko Mastodon, viele Kinderkrankheiten dürften deshalb bereits ausgemerzt sein.

Twitter Nutzern dürfte die Mastodon Oberfläche gleich vertraut vorkommen, erinnert sie doch stark an Twitter, zumindest dem aus den Jahren des Anfangs. In letzter Zeit gefielen sich die Twitter Entwickler ja darin, praktisch täglich an der Oberfläche rumzuschrauben und Veränderungen durchzuführen, nicht zum Vorteil der Nutzbarkeit.

Mostodeon weist zudem einige Gemeinsamkeiten mit Twitter auf. Es gibt Posts, man kann anderen Usern folgen und selbst Follower sammeln und man kann Posts liken. Es gibt Favoriten, Retweets, Listen und Umfragen. Alles wie bekannt. Ein großer Unterschied ist die Tatsache, dass Mastodon werbefrei ist. Zumindest bislang wird man von  nervenden Werbeposts, die auf Twitter immer mehr zunahmen, verschont. Ob das so bleibt, wird man sehen.

Eine vorsortierte Timeline gibt es bei Mastodon nicht, hier werden alle Posts chronologisch anzeigt. Kein Algorithmus bestimmt, was die User zu sehen bekommen. Man kann nach Hashtags, Usern und Trends suchen oder sich eine Liste der meistdiskutierten Artikel anzeigen lassen.

Die große Anzahl erlaubter Zeichen pro Posts dürfte ein weiterer Grund für Freude sein. Statt der 280 Zeichen bei Twitter erlaubt Mastodon ganze 500 Zeichen. Außerdem kann man festlegen, wer der die Posts sehen darf und kann diese zudem mit einem Verfallsdatum versehen.

Ein weiterer Unterschied ist die dezentrale Organisation des Netzwerks. Während es bei Twitter praktisch einen Hauptserver gibt, über den das Netzwerk arbeitet, funktioniert Mastodon mit Communitys, die auf eigenen Servern laufen. Und diese Server haben eigene, in der Regel unterschiedliche Verhaltensregeln für ihre User. So gibt es spezielle Server, die Zensurfreiheit garantieren, andere verbieten Streit oder Spam.

Es gibt eine große Anzahl dieser Server und für einen davon muss man sich entscheiden, wenn man künftig mit Mastodon statt Twitter arbeiten möchte. Man kann sich natürlich auch einen eigenen Server bauen und mit dem Mastodon Netzwerk verbinden, doch dafür dürften wohl die wenigsten User Zeit und Lust haben, von den technischen und rechtlichen Bedingungen einmal abgesehen.

Die derzeit erreichbaren Server findet man über die Webseite von Mastodon. Welchen Server man als seine neue Heimat Community auswählt, bestimmt auch die Adresse, unter der man auf Mastodon erreichbar ist. Informelles ist bspw. unter @informelles@mastodon.social auf Mastodon erreichbar, mastodon.social ist dabei die Heimat Community. Es reicht natürlich aus, sich auf einem der Server anzumelden, man kann dann mit jedem User auf jedem anderen Mastodon Community Server kommunizieren.

Screenshot: Informelles auf Mastodon @informelles@aipi.social

Screenshot: Informelles auf Mastodon @informelles@aipi.social

Hat man den Einstieg überstanden und sein Profil entsprechend eingerichtet, dann wird man zunächst von einer fast leeren Timeline-Seite „angeschrien“. So etwas ist man als Twitter User gar nicht gewöhnt, denn im Gegensatz zu Twitter, Facebook und Co. fragt Mastodon nicht nach den Einträgen im Adressbuch oder fordert einen auf, zum Start unbedingt einer gewissen Anzahl von großen Accounts zu folgen. Auf Mastodon muss man selbst aktiv werden.

Man sollte zunächst einmal @informelles@mastodon.social  folgen 😉 und sich dann nach weiteren geeigneten Nutzern umsehen. Auf den Community Servern findet man meist ein Profilverzeichnis mit den dort ansässigen Usern. Daneben gibt es sogenannte Mastodon Instanzen unter denen sich Gleichgesinnte finden können, so zum Beispiel für Softwareentwickler oder Musik. Es funktionieren natürlich auch Hashtags, wie #Gesellschaft oder #Politik, über die man entsprechende Posts und User finden kann, den man vielleicht folgen möchte. Mit ein bisschen Arbeit kann man sich so die eigene Timeline mit interessanten Einträgen füllen lassen, wie gesagt werbefrei und ohne eingreifenden Algorithmus.

Insgesamt gibt es derzeit über 11,5 Millionen Accounts auf Mastodon, nach der Übernahme von Twitter durch Elon Musk dürfte diese Zahl aber sicherlich in den nächsten Tagen und Wochen gehörig nach oben gehen.

Mastodon App

Die Mastodon App gibt es für Android und Apple iOS. Daneben gibt es auch einige Apps, die es erlauben Twitter und Mastodon gleichzeitig zu nutzen.

Für die Nutzung von Mastodon benötigt man nicht unbedingt die App, man den Mikroblogging-Dienst auch komplett im Browser auf dem Computer oder dem Mobilgerät nutzen.

Fazit

Wir werden sehen, wohin sich Twitter nach der Übernahme durch Elon Musk entwickelt. Wird sich auf der Plattform die „Redefreiheit“ a la Musk etablieren, wie viele befürchten, dann werden Twitter über kurz oder lang viele User den Rücken kehren. Mastodon könnte dann ein Auffangbecken sein, schon jetzt verzeichnet die Twitter-Alternative einen regelrechten Ansturm. Ob der wiederum dazu führen wird, dass bei Twitter doch alles so bleibt wie bisher, auch das wird erst die Zukunft zeigen.

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