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Ukraine-Krieg – das muss man bei der Aufnahme von Flüchtenden beachten

Geflüchtete aus der Ukraine brauchen unsere Hilfe, dabei sollte man jedoch einiges beachten.

Der völkerrechtswidrige Überfall von Putins Russland auf die Ukraine ist eine Zäsur in der jüngeren europäischen Geschichte. Die Brutalität gegen Menschen und Material ist unfassbar, die Zerstörungen von ukrainischen Städten und Dörfern kann man sich hierzulande kaum vorstellen. Will man etwas davon erfassen, dann muss man sich Deutschland 1945 nach dem Ende des 2. Weltkrieges wieder vor Augen führen, um einigermaßen zu begreifen, was der Angriffskrieg der Russen für die Menschen in der Ukraine im realen Leben bedeutet. Und selbst dann bleibt es immer noch in der ganzen Tragweite unvorstellbar.

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Putin wird für dieses Verbrechen eines Tages bezahlen müssen. Entweder landet Putin wegen seiner Kriegsverbrechen vor dem Internationalem Gericht in Den Haag, wo er unbedingt hingehört, oder das russische Volk erinnert sich an die „Abgänge im Untergrund“ von Leuten, wie Saddam Hussein oder Muammar al-Gaddafi und macht kurzen Prozess.

Bis dahin muss das ukrainische Volk mit dem Kriegsauswirkungen leben, viele ziehen es daher vor zu fliehen und das Land zu verlassen.

Flüchtende aus der Ukraine

Man schätzt, dass sich bis zu 10 Millionen Menschen aus der Ukraine auf die Flucht aus dem eigenen Land begeben könnten. Vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen werden in den nächsten Wochen und Monaten in den Nachbarländern, wie Polen, Slowakei, Ungarn und Rumänien Schutz suchen, zumindest vorübergehend bis der Krieg vorbei ist. Viele Menschen werden aber auch in andere europäische Länder weiterreisen bzw. verteilt werden, so auch nach Deutschland.

Die Hilfsbereitschaft in Deutschland und den anderen europäischen Ländern ist riesig. Viele Menschen spenden Kleidung, Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfs und Geld, auch um ein Zeichen zu setzen gegen den Aggressor Putin. Doch nach den ersten Tagen des unkontrollierten Helfens kommt nun hierzulande langsam etwas Struktur in die Abläufe, auch weil einige staatliche Stellen endlich den Ernst der Lage erkannt haben. Denn die Menschen, die dieser Tage in Deutschland ankommen, sind nur die Vorhut vor noch mehr Flüchtenden.

Frieden für die Ukraine! | Bild: bookdragon, pixabay.com, Pixabay License

Frieden für die Ukraine! | Bild: bookdragon, pixabay.com, Pixabay License

Richtig Helfen

Jetzt kommt es darauf an, richtig und effektiv zu helfen, und dabei gibt es einiges zu beachten, wenn man will, dass die Hilfe auch gut ankommt.

Vor allem private Hilfsinitiativen werden im Moment mit Dingen überschwemmt, die nur gut gemeint sind, denn leider kommen viele dabei auf die gleichen Ideen. Kleidung und frische Lebensmittel werden deshalb im Moment kaum noch gebraucht. Dafür sind andere Dinge wichtiger, so zum Beispiel:

Viele Menschen sind auch bereit, Flüchtende aus der Ukraine bis sich zu Hause aufzunehmen bzw. freie Zimmer und Wohnungen anzubieten.

Flüchtende aufnehmen

Unterkünfte werden händeringend gesucht. Zwar haben viele Flüchtende, die nach Deutschland kommen, hier Verwandtschaft, bei der sie unterkommen können. Viele haben hierzulande aber niemanden, und viele weitere Menschen werden folgen. Die Städte werden in kurzer Zeit sicher nicht so viele Unterkünfte – außer der Unterbringung in Turnhallen – anbieten können. Daher sind private Unterkunftsmöglichkeiten gern gesehen.

Bei der Aufnahme von Geflüchtenden in die eigenen 4 Wände gibt es allerdings einiges zu beachten, soll die Hilfsbereitschaft nicht im Desaster für beide Seiten enden.

Besuch bzw. WG-Leben
Wer schon Probleme hat, den Besuch der Schwiegermutter über 2 Wochen zu ertragen, der ist wohl eher nicht geeignet, mit einer ukrainischen Familie bzw. Mütter mit kleinen Kindern über einen langen Zeitraum die Wohnung zu teilen. Man es schon wollen, in den nächsten Monaten als eine Art WG mit den Menschen aus der Ukraine zusammen zu wohnen. Denn das wird sicher Konflikte im Alltag geben, deren Lösung viel Kraft kosten kann.

Kapazität
Zudem sollte niemand versuchen, mehr Menschen aufzunehmen als der freie Wohnraum dies zulässt. Sonst wird dies über kurz oder lang zu Problemen führen und am Ende stehen die Schutzsuchenden wieder ohne Unterkunft da.

Sicherheit
Das Thema Sicherheit sollte ebenfalls nicht aus den Augen gelassen werden. Wer auch sonst keine Menschengruppen mit nach Hause nimmt, sollte dies auch nicht im Überschwang der Hilfe tun, besonders nicht als Alleinwohnende:r.

Auch für die Menschen aus der Ukraine selbst stellt sich immer die Frage nach der Sicherheit. Nicht jedes Angebot stellt sich als seriös heraus. Manche gestörten Zeitgenossen haben es derzeit auf die „blonden und schönen Frauen“ und/oder deren Kinder aus der Ukraine abgesehen. Diese kriminelle Möglichkeit sollte man immer im Kopf haben!

Kinder dürfen niemals allein aufgenommen werden. Wer derartige Versuche beobachtet, muss sofort die Polizei rufen! Um Kinder, die ohne Eltern einreisen, kümmern sich zuerst immer die Jugendämter.

Umgang
Neben all den materiellen Dingen, die die Menschen jetzt dringend brauchen, nachdem sie Hals-über-Kopf ihre Heimat verlassen mussten, ist es wichtig, ihnen den nötigen Freiraum zu lassen, um ein wenig zur Ruhe zu kommen und sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden. Niemand sollte seine eigenen Erwartungen auf die Flüchtenden projizieren.

Daneben ist es auch wichtig, sich als Helfende:r den nötigen Abstand und wichtige Ruhepausen zu gönnen. Denn natürlich wird es sich wohl nicht vermeiden lassen, dass es auch zu Enttäuschungen kommen wird, z.B. wenn sich Geflüchteten später nicht mehr melden oder mit der angebotenen Unterkunft unzufrieden sind. Davon sollte sich aber niemand aufhalten lassen, denn Hilfe wird jetzt akut gebraucht.

Und eines darf man nie aus dem Augen verlieren: Die Corona Pandemie ist nicht vorbei. Das Tragen von FFP2 Masken* ist deshalb immer noch höchstes Gebot!

Hoffen wir alle, dass der Krieg in der Ukraine schnell zu Ende geht und dass die russischen Truppen aus dem Land vertrieben werden, so dass die ukrainischen Menschen möglichst bald wieder im Frieden in ihr Land zurückkehren können.

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