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Streaming-Dienste auf dem Vormarsch: Das Ende einer Ära?

Hört man sich in seinem Bekanntenkreis um, wird man kaum noch jemanden antreffen, der nicht mindestens einen Streaming-Anbieter abonniert hat. Netflix, Amazon Prime oder Maxdome machen den Sendern ihre Marktanteile streitig. Dass Streaming-Dienste die größten Konkurrenten des linearen Fernsehens sind, steht außer Frage. Doch die Experten-Meinungen gehen auseinander, ob das Erstarken der sogenannten Video-On-Demand-Portale zwangsläufig das Ende des klassischen Fernsehens bedeutet. Hier kommt ein Überblick über die Zukunft des bewegten Bildes.

Parallele zum Kino

Vor einigen Jahrzehnten prophezeite man, das Fernsehen sei das Ende des Kinos. Doch es kam anders: Nach wie vor erfreut sich das Kino größter Beliebtheit. Ist es nicht naheliegend, dass die Schwarzmaler auch diesmal Unrecht behalten werden und Streaming-Dienste und lineares Programm-Fernsehen friedlich nebeneinander existieren werden? Aktuell erscheint das unwahrscheinlich, denn das Kino wird im Vergleich zum Fernsehen als gesellschaftliches Event zelebriert: Man trifft sich mit Freunden, tauscht sich aus und hat dank großer Leinwand, hervorragendem Sound und kinotypischen Snacks wie Popcorn ein besonderes, soziales Erlebnis. Im Vergleich zu den Streaming-Diensten kann das Old-School-Fernsehen jedoch mit keinen solchen Alleinstellungsmerkmalen aufwarten.

Vorteile von Streaming-Diensten

Den Erfindern von Streaming-Anbietern ist ein wahrer Geniestreich gelungen, denn sie treffen genau den Geist der Zeit und bieten pragmatische und rationale Vorteile im Vergleich zu herkömmlichem Fernsehen. Neben dem Offensichtlichen Vorteil, überall und jederzeit Serien oder Filme schauen zu können, schaut man beim Streaming auch gezielter fern. Vorbei die Tage des gelangweilten Zappens, bei dem man sich dann aus Mangel an Alternativen oder permanenten Werbeblöcken irgendeinen Schrott reinziehen musste. Mal abgesehen davon denken die Modernsten unter den Streaming-Anbietern bereits darüber nach, Videospiele in ihr Angebot zu integrieren. Denn Gaming ist neben Serien gucken einer der beliebtesten Zeitvertreibe der Zielgruppe. Dabei ist es ganz egal, ob man am liebsten in League of Legends um Ruhm und Ehre oder im Online Casino Echtgeld verzockt . Zu guter Letzt kommt noch ein finanzieller Anreiz hinzu, denn mit Streaming-Anbietern kommt man immer noch erheblich günstiger weg als mit PayTV oder Blu-rays. Zudem ist das Angebot von Netflix & Co. nicht nur vielfältiger, sondern vor allem auch qualitativ hochwertiger als das meiste, was deutsche (Privat-)Sender im (Vor-)Abendprogramm zu bieten haben. Auch wenn man sich keine anspruchsvollen Dokumentationen ansieht, kann man sich beim Streamen von Serien in der jeweiligen Originalsprache fortbilden, um so seine Englisch- oder Spanischkenntnisse zu verbessern.

Prognose

Über 75% der deutschen Internetnutzer ab 14 Jahren verwenden mittlerweile Online Streaming Anbieter und bevorzugen diese Alternative zum klassischen Fernsehen. Dies wird sich mit dem Heranwachsen der neuen Generationen nur noch verstärken. So wie sich das Leben der Digital Natives überwiegend Online abspielt und man sich eine Existenz ohne Smartphone nicht vorstellen kann, so wird auch das Anpassen an ein fest strukturiertes Fernsehprogramm zukünftig undenkbar sein. Die Argumente der Fernseh-Freunde, dass man sich über Come-Back-TV oder die Mediatheken der Sender seine Lieblingsshows auch jederzeit ansehen kann, sind wenig überzeugend. Zu groß ist das Angebot der Streaming-Dienste, zu hochwertig ihre Produktionen, zu reizvoll die fehlenden Werbeunterbrechungen. Dafür sind die Nutzer auch gerne bereit, monatlich etwas Geld auf den Tisch zu legen. Solang sich das Fernsehen also nicht grundlegend neu erfindet, wird es über kurz oder lang zumindest im Unterhaltungssektor von den Streaming-Anbietern verdrängt werden. Und das ist mehr als nur eine pessimistische Prognose, denn diese Entwicklung hat bereits begonnen.

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