Der Zar ist tot – es lebe Putin.

Putin wird mal wieder Präsident.

Die Wahl in Russland ist gelaufen. Und das Ergebnis war so, wie es jedermann erwartet hat. Wladimir Putin hat gewonnen und wird neuer Präsident Russlands.
Mal wieder. Zum dritten Mal wird er nun als Präsident in den Kreml einziehen. Nach den Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen mit dem derzeitigen Präsidenten Medwedew, der in loser Folge die Posten des Ministerpräsidenten und Präsidenten mit Putin tauscht, ist nun Putin mal wieder Präsident Russlands. Mit der Vorstellung von echter Demokratie, bei der auch andere Kandidaten und politische Visionen eine faire Chance haben, läßt sich das nur sehr schwer vereinbaren.

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ExKanzler Schröder nannte Putin einmal einen „lupenreinen Demokraten“. Doch der scheint nicht so lupenrein, wie Schröder das gern vermitteln würde, sondern hat einige tiefe Kratzer. Wer sich das Volk zum Jubeln nach Moskau bestellt, so wie nach dieser Wahl am Sonntag geschehen, ist keinen Deut besser als seine kommunistischen Vorgänger zu Zeiten der Sowjetunion. Personenkult hatte im von der Sowjetunion dominierten Ostblock Hochkultur, Kritik und oppositionelle Tendenzen wurden im Keim erstickt und Wahlen waren so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche. Und exakt dieses Gebaren läßt sich im heutigen Russland wieder beobachten. Wahl-Beobachter der OSZE sprechen von massiven Manipulationen, die es bei dieser Wahl gegeben hat. Das hat mit Demokratie nichts zu tun. Das ist ein Rückschritt in alte, dunkle und längst vergangen geglaubte Zeiten.

Es wird daher sicherlich auch noch der Tag kommen, an dem der einstige KGB-Agent Putin, der noch in den 1990er Jahren in Dresden seinen Kollegen von der Stasi half, das eigene Volk zu überwachen und in Schach zu halten, sich als der neue Zar seinem russischen Volk vorstellt. Dann hat er den Olymp der absoluten Macht erreicht und lästige Wahlen bleiben ihm erspart. Es lebe der Zar.

Quelle: n-tv, manager magazin