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Denic vergibt potentielle Nazi-Domains

Mit der Einführung der neuen Kurzdomains wurden auch potentielle Nazi-Domains möglich.

Denic, als deutsche Internetregistrierungsstelle zuständig für die .de-Domains, hat bei der Einführung der neuen Kurzdomains auch solche wie kz.de, hj.de und ss.de freigegeben. Diese Abkürzungen wären natürlich ein gefundenes Fressen für entsprechende Nazi-Seiten, wurden solche Abkürzungen doch im „3.Reich“ verwendet.
Bei Kfz-Zeichen haben die Landkreise meist entsprechende Beschränkungen erlassen, so daß z.B. „S-S 123“ oder „H-J 88“ nicht möglich sind.

Bislang bestand dieses Problem bei .de-Internetdomains so nicht, da solche mit nur zwei Zeichen nicht erlaubt waren. Nur ganz wenige dieser Domains wie db.de und ix.de existierten bisher und stammen noch aus der Frühzeit der Domainvergabe.
Jetzt wurde diese Praxis geändert und damit kamen auch die möglichen Probleme. Die Denic hatte sich im Vorfeld bereits gegen ein Verbot dieser potentiellen Nazi-Kurzdomains entschieden, weil es auch immer auf den Inhalt der sich dahinter verbergenden Homepage ankäme. So könnte kz.de auch auf eine Aufklärungsseite über den Nazi-Terror führen. Wie die Denic das aber im Einzelfall und in Zukunft kontrollieren will, bleibt sie indes schuldig.

Zur Zeit sind unter den potentiellen Nazi-Domains entweder noch gar keine Inhalte oder nur Link-Farmen zu finden und die Inhaber dieser Domains weisen alle rechtsextremen Absichten weit von sich. Daß die Domains jedoch einiges an finanziellem Potential besitzen, hat die teils undurchsichtige Vergabe dieser gezeigt. Die meisten Provider hatten sich die lukrativen Kurzdomains bereits im Vorfeld gesichtert und dann per Auktion an die Interessenten gebracht. So verdiente man sich eine goldene Nase. Ob diese Kosten für die jetzigen Domaineigner durch einen Weiterverkauf der potentiellen Nazi-Domains wieder hereinkommen sollen, wird die Zukunft zeigen. Sollte man aber eines Tage wirklich über hj.de z.B. auf der Seite der NPD landen, dann wären die guten Absichten der Denic gescheitert.

P.S. Daß man es bei der Registrierung solcher Domains schaffen kann, äußerst blöd dazustehen, hat übrigens die Junge Union Bayern gezeigt. Die hat sich doch allen Ernstes www.Ju.de gesichert.

Quelle: taz, heise

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