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Die Welt nach dem Brexit.

Der Austritt Großbritanniens hat nicht nur Auswirkungen auf das Königreich und die EU. Nach dem Brexit ist alles denkbar.

Die Briten haben entschieden. Etwas mehr als die Hälfte der Wähler, die an die Wahlurne gegangen sind, haben für den Brexit, den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gestimmt. Die Auswirkungen für das Königreich werden äußerst heftig werden.

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Börsen

Was der Brexit wirtschaftlich bedeuten wird, kann man bereits heute früh, nur wenige Stunden nach der Auszählung der Stimmen an den Börsen der Welt erkennen. Allein der DAX gab bis zu 10 Prozent nach, an den anderen Börsen in Australien, Japan, Großbritannien, USA und anderen wichtigen Wirtschaftsnationen sieht es nicht anders aus. Heute machen sich die Spekulanten die Taschen voll. Wenn man weiß, daß an der Börse immer nur die Zukunft gehandelt wird, dann verheißt das Abrauschen der Kurse wahrlich nichts Gutes.

Man darf bereits darauf Wetten abschließen, welcher Immobilienfonds als Erster zusammenbrechen wird, da nun die Immobilien- und Grundstückspreise vor allem in London, aber auch dem Rest des Landes massiv nachgeben werden. Die Blase, die sich im Immobiliensektor gebildet hat, wird stark an Luft verlieren, wenn nicht gar mit einem lauten Knall platzen. Was dann passieren kann, durften wir alle erleben, als die Lehman Brothers Bank die Segel streichen mußte und weltweit die Börsen auf Talfahrt schickte.

Königreich

Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat seine besten Jahre hinter sich. Direkt nach der Verkündung des Brexit-Ergebnisses erklärten Schottland und Nordirland auch weiterhin Mitglied der EU bleiben zu wollen. Das wird nur funktionieren, wenn sie sich von England und Wales loslösen.
Großbritannien wird deshalb auseinander brechen. Königin Elisabeth II. kann ruhig schon einmal beginnen, an ihrer Abtrittsrede zu feilen. Sie wird höchstwahrscheinlich die letzte ihrer Art sein und die Monarchie auf der Insel beerdigen.

Die Trennung | Bild: pixabay.com, CC0 Public Domain

Die Trennung | Bild: pixabay.com, CC0 Public Domain

Europa

Das Rest-Europa kann unter dem Beben, das der Brexit ausgelöst hat, untergehen. Nationalistische Strömungen, wie Front National in Frankreich oder die AfD in Deutschland, werden nun Rückenwind bekommen und ihrerseits nun nach Referenden zum Verbleib in der EU schreien.
Auch wenn sich das niemand heute wirklich vorstellen kann, darf man trotzdem die Augen nicht davor verschließen, daß ab heute die jahrzehntelangen Friedensjahre, die in Europa nach dem 2. Weltkrieg herrschten, ernsthaft zu Ende gehen könnten.

Der Euro als europaweites Zahlungsmittel steht seit heute wieder unter großem Druck. Die Finanzkrise war nie zu Ende und bekommt nun neuen Auftrieb. Auf das Überleben der Gemeinschaftswährung wetten am heutigen Tag wohl nur die größten Optimisten.

Europa steckt in seiner tiefsten Krise. Ob ausgerechnet Angela Merkel die Richtige ist, diese akute Krise zu lösen? Wir können und müssen das hoffen. Probleme aussitzen wird dafür jedoch keine praktikable Methode sein.

EU-Bürger

Für die Menschen in der EU werden sich im Alltag vor allem wirtschaftliche Probleme ergeben. Gerade Deutschland als Exportnation wird für den Brexit bluten müssen. Die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Großbritannien, dem drittgrößten Partner der deutschen Wirtschaft, sind einfach zu eng, als daß eine abrupte Trennung ohne Verluste gehen könnten.

Alle deutschen Unternehmer, die aus (Steuer)Spargründen eine Limited in Großbritannien gegründet haben, sollten sich jetzt unbedingt rechtlichen Rat einholen. Eine englische Ltd. von einem Unternehmer aus der EU – diese Variante der Unternehmesgründung und -führung wird nicht mehr funktionieren. Davon direkt betroffen ist beispielsweise die Fluggesellschaft Air Berlin als Limited & Co. KG. Dies jetzt wieder zu entflechten, wird garantiert eine Menge Geld kosten, und davon hat Air Berlin bekanntermaßen nicht sehr viel im Tresor.

Für Touristen, die eine Reise nach Großbritannien antreten wollen, wird der Brexit ganz reale Auswirkungen haben, die heute noch gar nicht alle absehbar sind. Von steigenden Preisen und Visumzwang ist alles denkbar.

Welt

Nach dem Brexit ist nun tatsächlich alles denkbar. Denn offensichtlich sind die Menschen nicht bereit oder in der Lage, der Vernunft den Vorrang zu geben. Sie wollen ihren nationalistischen Gedanken den Vorrang geben, ohne Rücksicht auf Verluste. Man darf davon ausgehen, daß viele der Brexit-Befürworter nicht die leiseste Ahnung davon hatten, was nun auf Großbritannien zukommen wird. Trotzdem haben sie für den Austritt aus der EU gestimmt und werden diesen nun durchziehen (müssen).

Nun ist selbst ein Donald Trump als nächster US-Präsident absolut denkbar. Die Wähler sind unberechenbar.

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