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Gschmäckle: Althaus geht zu Magna

Der exMinisterpräsident Althaus wird Manager beim Autozulieferer Magna.

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Dieter Althaus mußte im September 2009 geradezu aus dem Amt des Ministerpräsidenten Thüringens herausgetragen werden. Trotz verlorener Landtagswahl, bei der die CDU erdrutschartige Verluste hinnehmen mußte, wollte Althaus zusammen mit der SPD eine große Koalition bilden und diese natürlich als Ministerpräsident anführen. Der Wählerwillen sollte mit Füßen getreten werden. Die CDU wollte sich jedoch von der Altlast Althaus befreien und drängte ihn zum Rücktritt. Am 03.09.09 beugte sich Althaus endlich den Realitäten und trat zurück.

Was dann in Thüringen ablief, kann man getrost unter Wahlbetrug verbuchen. Die vom Wähler gewählte und gewollte Koalition aus SPD und Linke kam nicht zustande, weil der SPD-Landesvorsitzende Matschie eine persönliche Abneigung gegen den Linke-Politiker Ramelow pflegt. Ramelow hätte als Vertreter der stärksten Fraktion im neuen thüringer Landtag eigentlich der Posten des Ministerpräsidenten zugestanden. Doch Matschie verbündete sich mit der vom Wähler in die Wüste geschickten CDU und machte deren neue Landesvorsitzende Lieberknecht zur Ministerpräsidentin. Ein echter Wahlbetrug unter dem Thüringen noch lange Zeit leiden wird.

Althaus blieb nur sein einfaches Landtagsmandat. Das wird er jetzt zum Ende April 2010 niederlegen und als Manager zum Automobilzulieferer Magna gehen. Was ihn dazu befähigen soll, bleibt seine Biografie indes schuldig. Vielleicht seine Tätigkeit als Physiklehrer!? So kann er zumindest die Wirkungsweise eines Otto-Motors schlüssig erklären. Ob das reichen wird? Oder gibt es ganz andere Gründe für sein neuen Posten als Manager?

Magna, Magna ausgerechnet Magna. Da gab es doch im letzten Jahr die Übernahmeschlacht um die Opel AG. Komischerweise wurden dabei alle anderen Übernahmekandidaten von der Bundesregierung und Wirtschaftsminister zu Guttenberg abgecancelt und Magna zum Sieger erkärt. Als Prämie sollte Magna noch mehrere Mrd. EUR Steuergelder obendrauf bekommen.
Als alles schon unter Dach und Fach schien, zog General Motors jedoch zurück und erklärte, daß man Opel nicht verkaufen sondern im GM-Konzern behalten werde. Der von der Bundesregierung so schön ausgedachte Deal mit Magna platzte.

Was das alles mit Althaus zu tun hat? Nun ja, gibt es doch im thüringischen Eisenach ein nicht ganz kleines Opel-Werk, das beim Opel-Übernahmedeal auch eine nicht ganz so kleine Rolle gespielt hat.
Ist das jetzt der Dank von Magna für die tolle Arbeit von Althaus beim Opel-Deal? Allem Anschein nach zieht Althaus jetzt das durch, was die CDU immer exBundeskanzler Schröder im Zusammenhang mit Gazprom vorgeworfen hat: Managerposten als möglichen Dank für loyales Verhalten als Politiker mit Macht.

Quelle: FAZ

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