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Röttgens Schatten auf der Solarenergie

Die geplanten Kürzungen bei Photovoltaikanlagen sind ein Kahlschlag für die Branche.

Dieser Tage jährt sich der Super-GAU in der Atomanlage Fukushima. Die Unbeherrschbarkeit der Kernernergie wurde der Welt dramatisch vor Augen geführt. Ein „kleines“ Beben, eine Tsunami-Welle und vorbei war es mit der so „sicheren und sauberen“ Atomenergie. Das einzig sichere an der Atomkraft ist die Unsicherheit. Selbst die bisher so technikgläubigen Japaner mußten diese Erkenntnis mittlerweile bitter einsehen. Unter den Folgen des GAUs wird das Land noch Jahrzehnte zu leiden haben.

Auch Deutschlands Regierung mußte sich dem Druck aus der Bevölkerung beugen und die gerade noch beschlossene Verlängerung der Laufzeiten der deutschen AKW wieder kippen. Der Ausstieg aus der Atomenergie wurde von Merkel als ihre neue Idee verkauft. CDU/CSU/FDP-Anhänger und die Atomlobby mußten die Kröte schlucken, weil Merkel ihre Macht in Gefahr sah, denn die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist schon lange für den Ausstieg.
Die erneuerbaren Energien sollten nun verstärkt gefördert werden, so daß Deutschland trotz Atomausstieg, der eines schönen Tages mit der Abschaltung des letzten AKW endgültig sein soll, unabhängig in seiner Energieversorgung bleiben kann. Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft, Energieeffizienz und Speicherlösungen – Merkel schwebte im grünen Wunderland der Energiewende. Nur die Atomlobby sah wegen der schwindenen Gewinne nicht so glücklich in die Zukunft und versucht alles, um den Atomausstieg zu verhindern oder zumindest zu verzögern. 1 Mio. EUR Gewinn pro Tag pro AKW gibt man verständlicherweise nicht so gerne her.

Die Solarenergie, die bereits unter Rot-Grün einen kräftigen Anschub bekam, sollte weiter ausgebaut werden. Der Bau neuer Anlagen wurde über die Einspeisevergütung gefördert. Den Betreibern der Photovoltaik-Anlagen wurde eine feste Vergütung der ins Netz eingespeisten Energie zugesagt. Der Kauf, die Installation und der wirtschaftliche Betrieb waren somit sichergestellt. Selbst die Finanzierung über einen Kredit war mit der festen Vergütung sinnvoll.

Doch jeder Quadratmeter Solarzellen mehr bedeutete auch mehr eingespeiste Energie, die die Gewinne der bisheriegn Energiemonopolisten buchstäblich in der Sonne schmelzen läßt. Das konnte nicht so weiter gehen. Deshalb wurde alles daran gesetzt, daß die Förderung der Solaranlagen schnellstmöglich verringert wird. Bundesumweltminister Röttgen erweist sich da als getreuer Helfer. Unter seiner Rigide wurde die Förderung der Photovoltaik drastsich gekürzt.
Und ab 09. März soll eine weitere Kürzung für neuinstallierte Anlagen inkraft treten. Ganze 20,2 Prozent soll die Vergütung für kleine Anlagen bis 10 kW sinken. Nur noch 19,5 Cent gibt es dann vom Netzbetreiber pro eingespeister kWh, wobei nur noch 85 Prozent der jährlich erzeugten Stommenge überhaupt vergütet werden. Ab Mai 2012 sinkt der Vergütungssatz dann nochmal zusätzlich um 0,15 Cent monatlich. Bei größeren Anlagen soll die Kürzung noch dramatischer ausfallen.

Diese Kürzungen werden dafür sorgen, daß sich die Rendite einer kleinen Solaranlage, die Anfang 2012 noch bei ungefähr 6,7 Prozent lag, praktisch halbiert. Kredifianzierungen solcher Anlagen machen deshalb wirtschaftlich kaum noch Sinn. Und genau das bezweckt die schwarz-gelbe Bundesregierung auch. Entgegen ihrer Ankündigung, die erneuerbaren Energien zu fördern, werden diese ausgebremst. Nur noch 900 bis max. 1.900 Megawatt Photovoltaikanlagen sollen in Deutschland bis 2017 pro Jahr gebaut werden. Sollte dieser Wert überschritten werden, sind weitere Kürzungen möglich. Planungssicherheit und Investorenvertrauen gehen so verloren. Der Bestand der Solarindustrie wird so massiv gefährdet. Die Gewinner dieser Politik sind einzig die Energieriesen. Die dezentrale Energiegewinnung wird behindert und so die Macht und die Gewinne von RWE, E.on, Vattenfall und Co. gestärkt. Das ist schwarz-gelbe Energiepolitik.

Diese Pläne zur Kürzung der Förderung der Solarenergie müssen gestoppt werden! Jeder sollte deshalb den von Campact initierten Appell der Bürger für die Energiewende unterzeichnen und so Druck auf Röttgen und Schwarz-Gelb ausüben.

Quellen: Campact, Existenzgründung-Portal

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