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So verballert das ZDF die TV-Gebühren

Das ZDF weiß offenbar nicht wohin mit der Kohle. Deshalb wird „wetten, dass“ mal eben von Mallorca gesendet.

Foto: ZDF/Mediathek

Foto: ZDF/Mediathek

Mal abgesehen davon, daß der Herr ich bin Millionär durch eure TV-Gebühren Gottschalk hier auch noch Werbung für den zu ächtenden Stierkampf macht, zeigt das ZDF mit seinem „wetten, dass – Sommer-Special aus Palma de Mallorca“, daß die Diskussionen um die Höhe der TV-Gebühren und deren sinnvolle Verwendung an den Verantwortlichen in Mainz völlig spurlos vorübergegangen sind.
Man ballert die Kohle raus, wies es einem gefällt. Der Zuschauer kann sich ja nicht wehren. Die Zwangs-PayTV-Gebühren, nichts anderes sind die GEZ-Gebühren und insofern sind ARD und ZDF auch weit entfernt von FreeTV, fließen, ob der Zuschauer will oder nicht. Daß die herangekarrten „Stars“ in der Sendung Werbung für ihre eigenen Produkte machen (und das nach 20 Uhr!) und dafür auch noch bezahlt werden, setzt dem ganzen Treiben die Krone auf.
Hauptsache alle hatten einen schönen Kurzurlaub auf Mallorca. Gottschalk selbst nennt das Spektakel einen „Betriebsausflug nach Mallorca“. Und den läßt man sich etwas kosten. Ganz stolz ist man auch noch auf den logistischen Aufwand, der für die Mallorca-Sendung betrieben werden mußte:

  • Dreizehn Tonnen Lichttechnik
  • 500 Scheinwerfer
  • 23 Kilometer Kabel für Licht-, Ton-, Video- und Kameratechnik
  • 20 Bürocontainer
  • ein Kunstmaler
  • sieben Maskenbildnerinnen
  • sechs Kostüm- und Garderobenberater
  • vier Aufnahmeleiter
  • acht Bild- und neun Tontechniker
  • 19 Bühnenarbeiter
  • 15 Lichttechniker
  • zehn Feuerwerker
  • sechs Kameramänner
  • ein Steadycam-Operator plus Assistent
  • drei Mann am Kamerakran
  • 15 Bühnenbauer
  • neun Sicherheitsleute
  • ein Simultandolmetscher…
  • insgesamt rund 200 Mitarbeiter

Dieser Wahnsinnsaufwand ist aber dem ZDF noch nicht genug. Weil die Showcouch in der Sendung nur begrenzt Platz für deutsche „Stars“ auf Werbefeldzug bietet, wird noch schnell eine „AfterShow Promiparty“ organisiert. Unter diesem Vorwand können dann auch noch viele weitere Freunde des Hauses ZDF auf die Mittelmeerinsel geflogen und versorgt werden. Natürlich wurde auch diese Aftershow Party live vom ZDF übertragen.

Wann endlich fängt man bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten (ÖR) an, sich an gesetzliche Vorgaben und Normen des menschlichen Anstands zu halten? Eine „wetten, dass“ live-Sendung aus dem Ausland ist nicht durch den Bildungsauftrag der ÖR gedeckt!
Wann hört die Versorgungsmentalität für Freunde des Hauses auf? Und wann beginnt endlich ein Umdenken beim Ausgeben der Zwangs-Gebühren?
Überlaßt solche Sendungen den privaten Sendern! Die könnten damit sogar Geld verdienen. Im ÖR haben diese Sendungen absolut nichts verloren. Das gilt auch für den völlig überbezahlten Fußball.

Wo ist eigentlich Kurt Beck, seines Zeichens Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrates, wenn er wirklich mal gebraucht wird?

Quelle: ZDF

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2 Kommentare

  1. Pingback: FINBLOG.de - Aktuelle Notizen des Finanzjournalisten Andreas Kunze » Promi-Anwalt verklagt Postbank wegen 10 Euro

  2. Tja, man bemüht sich beim ZDF eben, mit den Privaten hinsichtlich Quote und Niveau zu konkurrieren, koste es was es wolle …