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Sieg für die Apotheker-Lobby

Sieg für die Apotheker vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH): Billig-Apotheken erfolgreich verhindert.

Der niederländische Pharmavertrieb Doc Morris hatte gegen die bestehenden Vorschriften in Deutschland vor dem EuGH in einem Musterprozeß geklagt. Diese Vorschriften untersagen Doc Morris den Aufbau eines Apotheken-Filialnetzes.

Der Generalanwalt beim EuGH vertrat jetzt die Auffassung, daß die Vorschriften in Deutschland und Italien rechtens sind und Apotheken auch weiterhin nur von zugelassenen Apothekern geführt und besessen werden dürfen. Das ist zwar noch kein abschließendes Urteil, dies wird für 2009 erwartet, aber der EuGH folgt in aller Regel der Auffassung des Generalanwalts.

Damit dürften sich auch die Zukunftspläne von Schlecker und anderen Drogerie-Ketten erledigt haben. Diese hatten geplant, massiv in den Vertrieb von Pharmaerzeugnissen einzusteigen.

Auch für die Kunden sind das bittere Pillen, sorgte die Öffnung des Apotheken-Marktes doch immer dafür, daß die Preise für die Medikamente nachgaben. So geschehen in den Niederlanden bei der Liberalisierung in der 90er Jahren. Die Kunden blieben ihrer Apotheke in der Regel treu, nur die Gewinne der Apotheker und Pharmaindustrie sanken.
So dürfen deutsche Apotheken-Kunden weiterhin die schon sprichwörtlichen, überteuerten „Apotheken-Preise“ bezahlen. Ganz klasse auch im Hinblick auf die massive Erhöhung der Krankenkassenbeiträge auf einheitliche 15,5 Prozent ab Januar 2009. Wie so die Binnennachfrage gestärkt werden soll, bleibt das Geheimnis der großen Koalition.

Bundesgesundheitsministerin Schmidt und die Pharmaindustrie begrüßten dagegen die Rechtsauffassung des Generalanwalts am EuGH. Da sieht man mal wieder ganz genau die Prioritätenliste der Frau Ministerin: Sicherung der Gewinne der Pharmaindustrie und Abschottung des Apotheken-Marktes stehen bei ihr ganz oben auf der Liste. Die Patienten leider nicht.

QUelle: FTD, Handelsblatt

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4 Kommentare

  1. Das ist genau der Grund warum ich manche Dinge in den Niederländischen Apotheken kaufe. In Leverkusen hergestellt und trotzdem im nahen Ausland günstiger als in der BRD.

    Wenn man eh da ist, kann man sich zB die Empfängnissverhütungspille von einem Namenhaften hersteller dort an die 30 Euro günstiger kaufen, ohne Rezept und den ganzen krempel.

  2. @Sebastian: Stimmt, der Reinport von Arznei läßt so manches Schnäppchen zu. Auch Tschechien und Polen bieten sich da für einen Einkauf an 😉

  3. Ja, stimmt ist nur ein bisschen weit weg für mich.

  4. Es soll ja auch Online-Versender geben 😉