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Peinlicher Imagefilm soll für Niedersachsen werben

Touristik-Video löst Hohn und Spott aus.

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Niedersachsen ist ein Reiseland. Neben Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ist auch Niedersachsen eines der wichtigsten Reiseziele für innerdeutsche Urlaube. Die Nordsee-Küste mit ihrem ganz speziellen Klima, die ostfriesischen Inseln, der Harz und die sich über große Teile des Landes erstreckende Heide-Landschaft locken alljährlich Millionen Touristen in den Norden Deutschlands.

Damit dies auch in Zukunft so bleibt und die Gästebetten immer gut ausgelastet sind, dafür will unter anderem die TourismusMarketing Niedersachsen sorgen. Mit entsprechenden Werbemaßnahmen soll ein bestimmtes Image aufgebaut und die Urlauber angelockt werden. Dafür wurde nun auch ein – nennen wir es ganz spezielles – Musikvideo produziert.

Das Niedersachsen-Video

In dem Video „Urlaub in Niedersachsen. Anders als du denkst“ werden gängige Klischees über Niedersachsen selbstironisch aufgegriffen und auf originelle Weise spielerisch dargestellt. Ziel sollte es sein, die Vorurteile möglichst auszuräumen und zu zeigen, daß Niedersachsen ganz anders ist, als viele Menschen sich das vorstellen.

Dieser Film sollte Niedersachsen anders darstellen. Ziel war es, Küste, Städte, Harz und Heide auf eine originelle Weise zu präsentieren.

Das sagte ein Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, nachdem erste Kritik an dem Werk laut wurde.

Die Idee

Im dem Video wird eine Großstadtfamilie gezeigt, die mit computerspielenden Sohn und pubertierender und dementsprechend nörgelnder Tochter Urlaub auf dem niedersächsischen Flachland machen will.
Der erste Eindruck bei der Ankunft der Familie in der Ferienunterkunft scheint deren Vorurteile voll zu bestätigen. Maulfaule, bäuerliche Bevölkerung, tanzende Hexen und wiederkäuende Schafe so weit das Auge blickt.
Doch nach und nach kann sich die Familie doch für ihre Urlaubsregion begeistern. So zumindest ist wohl die Idee zu verstehen, die hinter diesem Imagevideo steckt.

Um sich selbst ein Bild zu machen, sollte man sich einmal die Zeit nehmen und das Filmchen die vollen 3:01 Minuten genießen.

Quelle: YouTube

Die Idee, ein selbstironisches Video zu machen und mit den Klischees zu spielen, war sicherlich gut. Doch hapert es an der Umsetzung. Die Ironie kommt beim Zuschauer und potentiellen Urlauber einfach nicht an. Stattdessen verstärkt sich der Eindruck, daß die Niedersachsen ein noch noch verschrobeneres Völkchen sind, als ohnehin schon angenommen. Das ist das komplette Gegenteil von dem, was die TourismusMarketing Niedersachsen eigentlich bewirken sollte.

Hohn und Spott im Netz

Die Reaktionen in den sozialen Medien zu diesem Video fallen dementsprechend vernichtend aus. Viele Kommentatoren gingen zunächst davon aus, daß es sich beim Video nur um Satire handeln kann und muß. Daß dies wirklich ernst gemeint ist, können die wenigsten glauben.

Auch den Niedersachsen selbst bliebt das Lachen im Halse stecken. Die gängigen Klischees über sie werden durch solche Aktionen immer weiter verfestigt, und darüber hinaus hat die Produktion des Films den Steuerzahler ganz unlustige 79.000 Euro gekostet.

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