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Jade-Weser-Port: Livestream zur Eröffnung

Nach 16 Jahren Planung geht heute der Jade-Weser-Port in Betrieb.

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Heute ist ein wichtiges Datum für die Schiffahrt und die deutsche Hafenwirtschaft. An diesem 21. September 2012 geht der erste Tiefwasserhafen an der deutschen Küste in Betrieb. Damit können auch die größten bisher gebauten Containerschiffe völlig unabhängig von den Gezeiten den Hafen anlaufen. Das ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

16 Jahre nach dem Start der Planungen soll heute der erste Container symbolisch gelöscht werden. Der NDR überträgt dieses Ereignis in einem Livestream ab 14:45 Uhr. Auch die Wilhelmshavener Zeitung ist vor Ort und berichtet in einem Live-Ticker.

Der Hafen vor den Toren von Wilhelmshaven soll der norddeutschen Wirtschaft einen entscheidenen Impuls geben. Man erwartet einen kräftigen Schub für den arg gebeutelten Arbeitsmarkt der Region. Zahlreiche neue Unternehmen sollen sich im Umfeld des neuen Hafens ansiedeln. Doch das sind immer die Erwartungen, die an ein solches Großprojekt gestellt werden. Ob der Hafen für die Region wirklich etwas bringt, wird man erst nach ein paar Jahren sehen.

Der Bau des Hafens hat jedenfalls für jede Menge Ärger gesorgt. So ist die Bahnanbindung alles andere als gut durchdacht. Die an der Strecke nach Wilhelmshaven liegenden Gemeinden befürchten ein Verkehrschaos an ihren Bahnübergängen, wenn der Hafen ersteinmal in Betrieb ist und zahlreiche Züge die Container zum Jade-Weser-Port und wieder wegtransportieren. Die sogenannte Y-Trasse sollte auch dafür Erleichterungen im Bahnverkehr bringen. Die wird jetzt wegen der ausufernden Kosten von Stuttgart 21 später oder gar nicht mehr gebaut. Auch an einen ausreichenden Lärmschutz wurde nicht gedacht. Erst nach Bürgerprotesten beginnt die Bahn sich zu diesem Thema langsam zu bewegen.
Und auch der Bau des Hafen selbst brachte immer wieder Probleme. So sorgten Risse in der Kaimauer dafür, daß die bestellten Containerkräne erst verspätet geliefert werden konnten und der Hafen erst heute eröffnet. Geplant war ursprünglich Anfang August. Noch immer sind rund 700 m der Kaimauer nicht benutzbar und müssen noch saniert werden. Die Baukosten von 1 Milliarde EUR liegen unter anderem auch deshalb über den Planungen.

Der Jade-Weser-Port muß nun zeigen, daß er die Prognosen der Politiker erfüllen kann und nicht für eine Wettbewerbsverzerrung zuungunsten der Häfen in Bremen und Hamburg sorgt. Jetzt bekanntgewordene Rabatte von 70 Prozent auf die Liegegebühren, um so Reeder und deren Schiffe nach Wilhelmshaven zu locken, lassen da allerdings arge Befürchtungen aufkommen.


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