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Eier aus Käfighaltung – Nein danke.

Zu Ostern steigt der Konsum von Eiern. Hoffentlich kommen diese nicht aus Käfighaltung.

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Ostern steht unmittelbar bevor und weiße Eier sind in den Supermärkten fast gänzlich ausverkauft. Zum Glück färben viele Verbraucher ihre Ostereier noch selbst und kaufen keine vorgefertigten. Daß man bunte Ostereier aber ebenso gut aus brauen Eiern, die wiederum im restlichen Jahr, wenn mal kein Ostern ist, von den Käufern bevorzugt werden, herstellen kann, sei nur am Rande erwähnt.

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Bunte Ostereier, Foto:Bilderrampe.de

Viel wichtiger ist, daß man als Verbraucher darauf achtet, woher die Eier stammen. Käfigeier sollte man wegen der damit verbundenen Tierquälerei tunlichst meiden. Herauszufinden, wie die Eier erzeugt wurden, ist ganz einfach. Auf jedem Ei befindet sich ein aufgestempelter Code, aus dem die Haltung hervorgeht. Steht eine „3“ an erster Stelle des Codes, dann stammt dieses Ei aus der Käfighaltung. Eine „1“ steht für Freilandhaltung, eine „2“ für Bodenhaltung und eine „0“ für ökologische Produktion.

Die Käfighaltung ist zwar seit Anfang 2010 in Deutschland verboten, doch hat es die Eierproduzenten-Lobby geschafft, eine geänderte Version der Käfighaltung, die sogenannte Kleingruppenhaltung, zu retten. Bei der Kleingruppenhaltung haben die Hühner minimal mehr Platz als im Käfig (1,5 DIN A4-Blätter pro Huhn statt wie bisher 1 DIN A4-Blatt) und es sind Sitzstangen und Einstreu vorgeschrieben. Käfighaltung bleibt es trotzdem. Deshalb müssen diese Eier auch weiterhin mit der „3“ gestempelt werden.
Das Bundesverfassungsgericht hat noch im Jahr 2010 entschieden, daß diese Kleingruppenhaltung dem Tierschutz widrspricht und verfassungswidrig ist. Der Gesetzgeber wurde aufgefordert, die Legehennenhaltung neu zu regeln. Das war das Ende der Käfighaltung. Allerdings nur theoretisch, denn natürlich wurden großzügige Übergangsregelungen für die Eierproduzenten-Lobby geschaffen. Bis zu 13 Jahre(!) dürfe demnach alte Ställe weiter betreiben werden.

Der Eier-Lobby reicht das immer noch nicht und so wird ihre Lobby-Ministerin Ilse Aigner aktiviert. Die fordert nun wenig überraschend, daß die Übergangsfristen verlängert werden müssen, damit die Eierproduzenten finanziell nicht zu stark belastet werden. 13 Jahre wären viel zu kurz.
Da muß Ilse Aigner wohl zu tief ins Eierlikör-Glas geschaut haben. 13 Jahre sind nicht zu kurz, sondern viel zu lang. Wie schnell in Deutschland Gesetze geändert werden können, zeigt die CDU/CSU immer dann, wenn es nicht gegen ihre Klientel geht. Die Hersteller von Solarzellen und Photovoltaikanlagen bekamen nur eine Frist von wenigen Wochen, bis die Kürzungen bei der Förderung von Solarenergie greifen.
Statt die Käfighaltung immer weiter zu erlauben, sollte sich Frau Aigner darum kümmern, daß nicht immer wieder neue Lebensmittel-Skandale die Gesundheit der Menschen gefährden. Aktuell sind mal wieder DIOXIN-versuchte Eier aufgetaucht. Zum wievielten Mal eigentlich?

Deshalb gilt nicht nur zu Ostern: Augen auf beim Eierkauf! Eier aus Käfighaltung sollte der Verbraucher liegen lassen. Zumindest diese kleine Macht hat der Verbraucher. Bei verarbeiteten Eiern in Teig- oder Backwaren oder auch im Eierlikör und anderen industriell hergestellten Lebensmitteln hat der Kunde bisher leider keine Chance zu erfahren, wie die darin verarbeiteten Eier erzeugt wurden.

Quelle: Grüne, SpOn, SZ

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