Informelles

für Dich aus Politik und Gesellschaft.

Jetzt gehts an die Eier

Eierproduzenten wollen Kleingruppenhaltung bei Legehennen durchsetzen.

Anzeige

Die deutschen Eierproduzenten, allen voran die Deutsche Frühstücksei GmbH & Co. KG, wollen die von ihnen entwickelte Kleingruppenhaltung bei Legehennen durchsetzen.

Bei der sogennanten Kleingruppenhaltung werden die Legehennen in Gruppen von 20 bis 60 Tieren in Kleinvolieren gehalten. Dabei haben die Hennen etwas mehr Platz als bisher in der Käfighaltung. Außerdem stehen ihnen Sitzstangen und „Ruhenester“ zur Verfügung. Zumindest, wenn man den Ausführungen der Eierproduzenten glauben will.

Tierschützer halten diese Art der Haltung der Hühner jedoch für einen „schlechten Witz“. Nach Aussage des Deutschen Tierschutzbundes ist auch die Kleingruppenhaltung eine Käfighaltung. „Die Hennen haben nur die Fläche eines Bierdeckels mehr an Platz als früher im Käfig.“ Die Sitzstangen und der Sand können nur als Verschönerungsmaßnahmen bezeichnet werden. Echte Erleichterung für die Hennen bringen diese nicht, da die Stangen zu niedrig angebracht sind und der Sand nicht ausreicht.

eier1
Foto: Bilderrampe.de

Die Eierproduzenten sehen auch hier wieder nur ihren wirtschaftlichen Vorteil, denn die von ihnen geplanten Kleinvolieren kann man übereinander stapeln. Bei Boden- oder Freilandhaltung ist das nicht möglich. Der Tierschutzgedanke ist bei den Eierproduzenten also immer noch nicht angekommen. Profit, Profit. Der Zustand der „Produktionseinheit“ Henne interessiert sie nicht.
Auch das scheinheilig vorgebrachte Argument eines geringeren Preises für die Endverbraucher zieht nicht: Lediglich 4 Cent kostet ein Ei aus Boden- oder Freilandhaltung mehr.

Zum Glück hat der Handel bereits bekundet, Eier aus Kleingruppenhaltung nicht vermarkten zu wollen. Discounter wie ALDI und Edeka werden nur noch Eier aus Boden- oder Freilandhaltung anbieten, wenn die Käfighaltung von Legehennen ab 2011 endgültig verboten wird. Dann laufen auch die letzten Übergangsfristen aus.

Offenbar hat der Verbraucher doch umgedacht und will die Tierquälereien in der Eierproduktion nicht mehr unterstützen. Und die Handelsketten folgen dem ganz einfachen Prinzip des Kapitalismus: Angebot und Nachfrage. Der Verbraucher will keine Eier aus Käfighaltung, dann wird der Handel sie auch nicht anbieten.
Ein kleiner Sieg für den Tierschutz, ein großer für die Hennen.

Quelle: Handelsblatt

Anzeige

[Preise inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten / Letzte Aktualisierung am 12.12.2018 um 12:53 Uhr / * = werbender Link (Affiliate) / Bilder von der Amazon Product Advertising API]


4 Kommentare

  1. Wenn ich so kurz überlege, dann kann man doch auch Bodenhaltung stapeln.

    Gut, nicht so viel auf den Raum wie bei der Käfighaltung, doch auch Zwischenebenen und Etagen wie in Wohnhäusern wird sicher möglich sein. Damit ist es immernoch Bodenhaltung, meine ich.

  2. @Sebastian: Das „Stapeln“ bei Bodenhaltung ist nicht erlaubt und wäre auch nicht praktikabel. Die Hennen müssen sich frei im Stall bewegen können.
    Nur die Nester fürs Eierlegen dürfen terrassenförmig in mehreren Ebenen übereinander angelegt sein.

  3. Na ich dachte dabei eher an sowas wie Etagenwohnungen.

  4. Da müssten mehrere komplette Ställe übereinander gebaut werden. Dieser Umbau wird der Eier-Industrie eindeutig zu teuer werden.
    Bei Stall-Neubauten wäre es allerdings eine Option. Ob aber die Anwohner in der unmittelbaren Umgebung solche Hühner-Wohnsilos haben wollen…