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Kein Zapfenstreich für Wulff.

Politiker und Militärs gegen Ehrung für ExBundespräsident Wulff.

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Hat Wulff die Ehrung durch einen Großen Zapfenstreich verdient? Immer mehr Politiker und Militärs verneinen dies. Die Menschen im Land sind sich da schon länger einig. Ein exPräsident, nach dessen unrühmlichen Abgang es wahrscheinlich angebracht wäre, im Schloss Bellevue mal das Silberbesteck auf Vollzähligkeit zu prüfen, hat weder einen Ehrensold noch eine ehrenvolle Verabschiedung inform eines Großen Zapfenstreichs verdient. So einfach ist das mit der Würde und dem Anstand.

Doch Wulff bleibt sein eigener Finanzoptimierer. Er verzichtet auf gar nichts. Er besteht auf seinen Ehrensold, seinen Sekretär und ein Büro inklusive der Mitarbieter. Bescheidenheit und Demut sind ihm fremd. Selbst Amtsvorgänger Köhler verzichtet nach seinem Abgang zumindest auf einen Teil seines Ehrensolds. Auf wieviel Geld Köhler tatsächlich verzichtet ist zwar nicht im Detail bekannt, doch hier zählt schon die Geste.

Staatsrechtler von Armin ist immer noch der Meinung, daß Wulff der Ehrensold überhaupt nicht zusteht. Auch das geforderte Büro mit Sekretariat wird Wulff nach Ansicht von Arnim nicht mehr benötigen, denn nach dem peinlichen Abgang wird er kaum mehr repräsentative Aufgaben für das Land absolvieren müssen. Deshalb sind auch sämtliche Zusatzleistungen wie Dienstwagen, Fahrer und Angestellte, die immerhin 280.000 EUR pro Jahr kosten sollen, zu streichen.

Auch der geplante Große Zapfenstreich, der eine würdevolle Verabschiedung für aus dem Amt geschiedene Bundspräsidenten darstellt, nebst Fackelzug, marschierender Soldaten, Fahnen, Blasmusik und Nationalhymne, stößt auf große Kritik. Der exHeeresinspekteur Willmann hält diese Zeremonie für Wulff unangemessen. Zwar müsse ein Bundespräsident geordnet und in Würde verabschiedet werden, doch im Fall Wulff wäre es jetzt endlich „Zeit für Bescheidenheit, Zurückhaltung und Demut im äußeren Auftreten“. Ein einfaches Weiterso, nur weil ein Zapfenstreich „geübte Staatspraxis ist“, wie Verteidigungsminsiter de Maizière sich äußerte, dürfe es nicht geben. Das wäre „ein Zeichen für erschreckende Realitäts- und Bürgerferne der Politik“.

Da dürfte der exInspekteur leider recht behalten. Die derzeit führenden Politiker sind realitätsfern, denn so wie es bislang aussieht, wird Wulff seinen Großen Zapfenstreich und auch seinen Ehrensold nebst Zusatzleistungen bekommen. Wie sich ein Hartz4-Empfänger bei solchen völlig unrealen Summen, wie den knapp 200.000 EUR lebenslanger Rente für Wulff, fühlt, der 25 Jahre Arbeitslosenversicherung gezahlt hat und dann nach 1 Jahr in die soziale Grundsicherung fällt, können diese Damen und Herren nicht im Ansatz nachvollziehen. Und das wollen sie auch gar nicht. Arbeitslose und Hartz4-Empfänger stehen nicht auf ihrer Klientel-Liste.

Die vier anderen exBundespräsidenten Scheel, von Weizsäcker, Herzog und Köhler sind da intellektuell weiter. Sie haben ihr Kommen zum feierlichen Abschied von Wulff abgesagt. Sie boykottieren den Großen Zapfenstreich für die kleine Pfeife aus Hannover. Richtig so.

Quelle: n-tv (1) (2)


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