Rätsel um das polizistenmordene Phantom gelöst

Die Suche nach dem „Phantom“ ist beendet, das Rätsel ist gelöst .

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Die Lösung dürfte dem Steuerzähler aber gar nicht gefallen. 4.500 Spuren auf Wattestäbchen, archiviert und ausgewertet oder noch auf Auswertung wartetend, Detektivarbeit über 7 Jahre an 40 verschiedenen Tatorten, 16.000 geleistete und bezahlte Überstunden und mehrere Mio. EUR verpulvertes Steuergeld, nur um jetzt auf die Lösung zu kommen: Das „Phantom“ gibt es gar nicht!

In Heilbronn war am 25. April 2007 eine junge Polizistin ermordert wurden. Auch hier wurden DNA-Spuren vom Phantom gefunden. Das löste eine riesige Ermittlungswelle aus. Das „Phantom“ sollte unter allen Umständen gefunden werden. Bei ermordeten Kollegen erlebt der Ermttlungsdrang der Polizei ganz neue Höhen.

Ein Problem gab es jedoch bei der Recherche: Die gefundenen „Spuren des Phantoms“ sind ganz einfach die Folge der schlampigen Arbeit der Herstellungsfirma der Wattestäbchen. Mit diesen Wattestäbchen wurden die für die Ermittlungen benötigten DNA-Proben genommen, 4.500 Stück davon lagern jetzt in der Asservatenkammer der Polizeidirektion Heilbronn.
Bereits vor der Probennahme haftete an den Wattestäbchen die DNA einer Mitarbeiterin des Wattestäbchen-Herstellers. So erklärt sich auch die völlig chaotisch erscheinende Verteilung der 40 mutmaßlichen Tatorte und die nicht zu einander passenden Straftaten. Jedesmal wurde die DNA einer unbekannten weiblichen Person gefunden. Die Legende vom „Phantom“ war geboren.

Ein für den Steuerzahler sehr teures Märchen. Aber bei der Suche nach vermeintlichen Polizistenmördern gibt es kein Halten, da kommt es auch auf ein paar Millionen mehr oder weniger nicht an. Daß die vermeintlichen Tatorte, die Art der Straftaten und die jeweiligen Täter-Milieus absolut nicht zusammen passen konnten, interessierte dabei nicht weiter. Auch die Einwände von Rechtsmedizinern, die bereits Ende des letzten Jahres auf eine mögliche Kontaminierung der Wattestäbchen hinwiesen, wurden nicht weiter beachtet. Geld ist ja genung da und wer will schon Beamte für begangene Fehler belangen?

Quelle: Stern