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Hausverlosungen – der neue SPAM?

Sind Hausverlosungen der SPAM der Neuzeit?

Im Moment scheinen die Glücksritter in aller Welt auf einer neuen Welle zu reiten. Ganz im Trend liegen zur Zeit Hausverlosungen.
Die Zeiten sind schlecht sind am Immobilienarkt. Will heißen: Die unrealistischen Vorstellungen von astronomisch hohen Verkaufspreisen sind nicht am Markt nicht durchzusetzen.
Was bleibt einem als Hausbesitzer dann noch übrig, um zum Einen seine Immoblie loszuwerden aber zum Anderen nicht von seinen Preisvorstellungen abzuweichen? Man appeliert an die niederen Instikte der Kundschaft: Gier und Spieltrieb.

Deshalb schießen jetzt sie sogenannten Hausverlosungen wie Pilze aus dem Boden:

Mallorca-Villa für 99 EUR

Google-Suche findet 130.000 Einträge zu „Hausverlosung“

Die Verlosung der einzelnen Häuser läuft dann folgerndermaßen:
Es werden einige tausend Lose zu einem festgelegten Preis verkauft. Im Falle der Mallorca-Villa zu je 99 EUR. Damit nimmt der Loskäufer an der Verlosung teil. Gewinnt er, dann gehört ihm das Haus, das in echt vielleicht 1,5 Mio. EUR wert ist, für die besagten 99 EUR. Die Übertragungskosten sind meist auch schon damit abgegolten. Sollte er das Haus sofort wieder verkaufen, dann hat er einen Gewinn von knapp 1,5 Mio. EUR gemacht. Nur wird er es nicht loswerden, sonst hätte es ja die Verlosung gar nicht gegeben.
Die andere Seite der Medaille: 15.998 Loskäufer gehen leer aus. Im Vergleich zu Lotto, wo die Chance bei 1:140.000.000 steht, um den Jackpot abzugreifen, ist das jedoch mal eine reelle Chance. Doch die 99 EUR zu verlieren, schmerzt dann doch mehr.

Der Hausverkäufer geht auf jeden Fall aus Gewinner aus der Verlosung. Er ist sein Haus zu dem von ihm gewünschten Preis losgewurden: 15.999 x 99 EUR = 1.583.901 EUR. Und das ohne lange Wartezeit auf potente Käufer. Selbst in dem Fall, daß nicht alle Lose verkauft werden, gewinnt er noch. In den Teilnahmebedingungen steht: Bei Nichterreichen der 15.999 Loskäufer bekommt zwar jeder sein Geld zurück, doch mit einer Bearbeitungsgebühr von 15 EUR. Auch bei „nur“ 15.998 verkauften Losen würde die der Hausbesitzer kassieren. Das wären 239.970 EUR Taschengeld. Nicht schlecht. Da kann man doch gleich die nächste Verlosung starten und dafür ganz professionell Werbung machen.

Stellt sich die Frage: Ist das alles legal?
Bei einem ähnlichen Fall in Franken wurde die Verlosung jetzt von den Behörden gestoppt. Nach Ansicht der Regierung von Mittelfranken verstößt so eine Hausverlosung gleich in mehreren Faällen gegen das Glücksspielgesetz.

Man kann also nur hoffen, daß diesem Treiben schnell Einhalt geboten wird. Sonst werden Hausverlosungen und die aggressiver werdende Werbung dafür DER neue SPAM für 2009.

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3 Kommentare

  1. Hier ein neues Konzept: Ganze Hotels verlosen http://www.hotelverlosung.de/

  2. Irgendwie schreiben sich hier Leute was von der Seele, die wohl sonst nichts auf die Reihe bekommen. Taschengeld in Höhe von über 200.000 € bei Rückabwicklung…. Was kostet es denn, Geld zurückzusenden, alles einzeln an den Absender? Wer beschäftigt sich damit? Was kostet der Notar? Alles kleine Beträge, die sich addieren….
    Und, vielleicht will der Gewinner ja gar nicht das Haus verkaufen. Schon einmal daran gedacht? Oder schon einmal daran gedacht, dass manche nur durch solch eine Hausverlosung eventuell in den Besitz eines solchen Hauses kommen können? Also bitte, einfach neidfrei zusehen, oder mitmachen, aber nicht mit Milchmädchenrechnungen alles schlecht machen. Eventuell habt ihr ja auch mal eine zündende Idee.
    In dem Sinne…..

  3. Schade dass sich der Markt nicht durchsetzt. Bleibt zu hoffen dass Herr Stiny mit seiner Revision Erfolg hat!