Hessen kippt Studiengebühr

Die Mehrheit im hessischen Landtag bestehend aus SPD, Grünen und Linkspartei hat für die Abschaffung der Studiengebühren gestimmt.

Damit bleiben den Studenten pro Semester 500,- EUR erspart. So viel mußten sie nach der Einführung der Semestergebühr vor einem Jahr durch die CDU Regierung für das Recht, studieren zu dürfen, bezahlen.

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Eine weitere Verschärfung der Zwei-Klassen-Bildung ist damit vorerst gestoppt. Viele Studenten bzw. zukünftige Studenten aus ärmeren Bevölkerungsschichten hätten sich ein Studium schlicht und einfach nicht mehr leisten können.

Roland Koch als geschäftsführender Ministerpräsident muß nun für die Abschaffung der von ihm und der CDU eingeführten Gebühr sorgen. So sehen Verlierer aus 🙂

Am 11. Juni entscheidet darüber hinaus der hessische Staatsgerichtshof, ob die Einführung der Studiengebühr überhaupt verfassungskonform war. Sollte sie das nicht gewesen sein, dann muß Hessen bereits entrichtete Gebühren wieder auszahlen.

Neben der CDU als Verteidiger der Studiengebühr gibt es noch einen weiteren großen Verlierer: Die Banken. Ihre „so sozialen“ Studienkredite können sie jetzt knicken. Sie werden es verschmerzen.

Denkanstösse. Wider die neoliberale Zurichtung von Bildung, Hochschule und Wissenschaft*

3 Kommentare

  • Peter

    Danke, liebe SPD! Endlich kann ich „für lau“ weiterstudieren. Mein Papa fährt zwar Porsche und ich werd in Kürze als Anwalt dicke Kohle machen, aber für’s Studium bezahlen will ich schließlich auch nicht. Ähnlich geht’s meinen Kumpels, die eigentlich keinen Bock aufs Studium haben – aber eben auf’s Arbeiten noch weniger. Da isses wirklich super, dass ihr euch dafür stark macht, dass nicht nur die gefördert werden, die talentiert, fleißig und arm sind, sondern wirklich alle ein Studium auf Kosten des Steuerzahlers genießen dürfen.

  • Was die Abzocke durch eine Studiengebühr mit Förderung Derjenigen, die fleißig sind, zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.
    Es geht einfach darum, daß nicht nur Kinder, dessen „Papa Porsche fährt“, sich ein Studium leisten können.
    Förderung wäre für mich ein Stipendium zusätzlich zum Bafög für alle armen aber talentierten Jugendlichen.

    Und daß die Studenten den ganzen Tag in der Sonne liegen, ist ein großer Mythos, gern geschürt von CDU und Konsorten.
    Schließlich müssen Miete, Essen und Studienmaterialien auch bezahlt werden. Und das ist gerade für „arme“ Eltern kein kleiner Posten auf ihrer Rechnung, wenn sie denn ihre Kinder unterstützen. Viele Studenten bekommen aber nicht mal diese Unterstützung der Eltern, sondern müssen neben dem Studium arbeiten, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen und sind deshalb auch bestrebt, das Studium nicht endlos ausufern zu lassen.

  • Wenn Peters Papa Porsche fährt und Peter es scheisse findet, keine Gebühr zahlen zu müssen, kann er ja freiwillig 500 Euro pro Semester an die Uni spenden… aber Spaß beiseite: Falls ich das richtig als Kritik daran verstanden habe, dass auch Kinder von reichen Eltern keine Gebühren mehr zahlen müssten, wäre ich mit sowas vorsichtiger: Studiengebühren nur für Reiche würden ganz schnell dazu führen, dass sich Unis auf diese Art von Studenten spezialisieren und es mittelfristig dann eben Reichen-Unis und Armen-Unis gibt. Und das wäre der endgültige Hochschulbildungs-GAU. Eine Stärkung des Bafög- und Stipendiensektors, um Studenten aus ärmeren Familien finanziell den Rücken freizuhalten, halte ich da für sinnvoller.