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Aktueller Armutsbericht

Armut steigt in Deutschland drastisch an.

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Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat in dieser Woche den Armutsbericht für Deutschland vorgestellt. Nach Angaben des Verbandes stieg die Armutsquote im Jahr 2013 auf 15,5 Prozent. Das bedeutet, daß rund 12,5 Millionen Menschen in Deutschland direkt von Armut betroffen sind. Im Jahr 2012 waren es „nur“ 15 Prozent.
Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor, man befürchtet allerdings einen weiteren Anstieg. Seit 2006 steigt die Armutsquote damit unaufhörlich an.

Was heißt arm?

Als arm gilt, wem weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens zur Verfügung stehen. Für einen 1-Personen-Haushalt liegt die Schwelle bei 892 Euro pro Monat, bei einem Familien-Haushalt mit zwei Kindern bei 1873 Euro.
Das mag auf den ersten Blick ziemlich viel erscheinen und für Flüchtlinge, die sich auf den beschwerlichen und gefährlichen Weg nach Europa aufmachen, dürften das geradezu paradiesische Werte sein. Doch man muß die Zahlen im Gesamtkontext der Bundesrepublik Deutschland und den hier herrschenden wirtschaftlichen Verhältnissen betrachten. Bei stetig steigenden Kosten für Miete und Energie und gleichzeitig seit Jahren stagnierenden Nettolöhnen, auch wenn die Parteipropaganda anderes verspricht, sind diese Beträge sehr schnell aufgebraucht und das Monatsende noch lange nicht in Sicht.

Regionale Unterschiede

Interessant ist auch die regionale Zerrissenheit Deutschlands beim Thema Armut. Nur in den fünf Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz liegt die Armutsquote unter dem Bundesdurchschnitt. In allen anderen Ländern liegt die Quote teils drastisch darüber. Besonders in Berlin, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern haben auffallend viele Haushalte mit einem niedrigen Einkommen zu kämpfen.

Arme Rentner

Besonders junge Menschen, Alleinerziehende und ganz besonders Rentner sind überdurchschnittlich hoch gefährdet, in die Armut abzurutschen. Die Zahl der armen Menschen über 65 Jahre hat sich seit 2006 um die Hälfte erhöht. Das ist eigentlich die direkte Wählerschaft der CDU und CSU. Doch die Rentenkassen werden weiterhin geplündert und Leistungen zusammengestrichen. Damit wird sich die Zahl der armen Rentner absehbar weiter dramatisch erhöhen.

Forderungen

Mit diesem Armutsbericht werden die Äußerungen der Bundesregierung, nach denen sich die soziale Schere in Deutschland langsam wieder schließe, eindeutig widerlegt, denn das Gegenteil ist der Fall. Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert deshalb die Anhebung des Hartz4-Regelsatzes von derzeit 399 auf 530 Euro pro Monat. Außerdem sollte die Grundsicherung im Alter von 399 auf 530 Euro pro Monat angehoben werden. Dazu muß auch der Länderfinanzausgleich reformiert werden.

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