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Schweine für den Müll

Millionen Schweine landen pro Jahr im Müll.

Die Zahl des Tages lautet: 20 Millionen. Soviel Schweine werden in Deutschland pro Jahr achtlos in die Mülltonne geworfen. Eine erschreckende Zahl.

Ein Drittel aller produzierten Lebensmittel landen direkt im Müll. Darunter auch 20 Mio. Schweine, die zumeist unter nicht artgerechten Bedingungen gehalten und turboschnell auf das gewünschte Schlachtgewicht gemästet werden. Überbelegte Ställe, gekürzte Schwänze, Betonboden ohne eingebrachtes Stroh, kein Sonnenlicht, Langeweile, Aggression untereinander – all das mußten diese 20 Mio. Schweine ertragen. Und am Ende mußten sie einen sinnlosen, oft noch qualvollen Tod sterben, wenn die Betäubung im Sekundentakt der Schlachtung nicht richtig wirken konnte und die Tiere deshalb nur halbbetäubt ins 62 Grad heiße Wasser des Brühbeckens im Schlachthof gelangten. Für nichts. Nur um direkt im Müll zu landen. Eine erdrückende Vorstellung und ein unhaltbarer Zustand.

Möglich gemacht wird diese Massentierhaltung und -züchtung durch Subventionen. Die EU unterstützt die industrielle Fleischproduktion in Deutschland jährlich mit 950 Mio. EUR allein für die Futterflächen. Weitere 100 Mio. EUR staatliche Subventionen des Bundes gibt es als Fördermittel für den Bau von Ställen und Kühlanlagen und 200 Mio. EUR für Biogasanlagen. Dazu kommen noch 200 Mio. EUR als steuerliche Vorteile beim Einkauf von Futtermitteln aus dem Ausland.

Durch diese Subventionen wird Fleisch am Ende billig, in der Produktion und an der Ladentheke. 39 Kilogramm Fleisch konsumiert heutzutage jeder Bundesbürger. Ein vor wenigen Jahrzehnten noch völlig unvorstellbarer Überfluß. Die Wertschätzung des Produktes Fleisch ist dementsprechend gering, so daß es niemanden schwer fällt, Fleisch wegzuschmeißen.

Die Verbraucher müssen endlich umdenken. Es ist schlicht nicht hinnehmbar, daß 20 Mio. Schweine pro Jahr nur für die Mülldeponie gezüchtet werden. Die Achtung vor dem Tier sollte solche Exzesse eigentlich unmöglich machen. Leider weigern sich viele Verbraucher, sich einmal eingehend und frei von äußeren Einflüssen mit dem Thema Massentierhaltung und Fleischproduktion zu beschäftigen. Das muß sich dringend ändern.

Eine Eindämmung dieser exzessiven, hoch subventionierten Tierhaltung nützt am Ende -außer den industriellen Tierzüchtern- allen. Das Ergebnis wird sein: Weniger, dafür besseres Fleisch, eine durch weniger Emissionen und Futterflächen entlastete Umwelt und weniger verschwendete Steuergelder. Eine Win-Win-Situation für Mensch und Tier.

Quelle: Welt

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