Sarrazin: Vielen Dank für die Kohle.

Eine Forschungsgruppe hat Sarrazins Thesen auf Stichhaltigkeit überprüft.

Sarrazins Thesen, die er in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab*“ vermarktet hat, berücksichtigen wichtige Untersuchungen zur Integration gar nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschungsgruppe der Humboldt-Universität Berlin.

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Sarrazin, der selbst verlauten läßt, sein Buch und die darin verbreiteten Thesen wären wissenschaftlich zustande gekommen, läßt genau diese Wissenschaftlichkeit vermissen.

Er ignoriert einfach Studien, die für Wissenschaftler und Fachleute von zentralem Gewicht sind – das ist doch verwunderlich, wenn man den Anspruch erhebt, wissenschaftlich schreiben zu wollen.

So die Politikwissenschaftlerin Naika Foroutan. Sarrazin beschreibt hauptsächlich die Vergangenheit und nimmt bereits in Angriff genommene Lösungsstrategien und Verbesserungen in der Integration von ausländischen Mitbürgern nicht zur Kenntnis oder verschweigt diese bewußt. Hauptsache markige Aussagen und vermeintliche Tabubrüche kurbeln den Verkauf des Buches an.
So läßt der ExBundesbänker die positiven Entwicklungen in der Bildung der Migranten komplett außen vor -die Bildungsunterschiede zwischen Migranten und Deutschen schwinden immer mehr aufgrund des Bildungszuwachses bei den Migrantenkindern- und bedient dafür lieber einschlägige Vorurteile, wie beispielsweise das der „Kopftuchmädchen“. Entgegen der Behauptungen Sarrazins tragen aber heute 70 Prozent der muslimischen Migrantinnen gar kein Kopftuch mehr.

Wenn man Sarrazins abstruse Thesen wirklich auf ihren wissenschaftlichen Inhalt prüft, dann stellen sich diese ganz schnell als nichts anderes dar als heiße Luft. Oder als warmer Regen, für den Autor selbst. Sarrazin ist mit diesem Machwerk praktisch über Nacht zum Millionär geworden. Dafür bedient man gern mal ein paar rechte Vorurteile und versucht so einen Keil zwischen Deutsche und Migranten zu treiben. Man will ja vielleicht noch ein weiteres Buch auf Markt bringen!?

Die Käufer des Buches haben jedoch absolut nichts für die Verbesserung der Integration geschweige denn für Deutschlands Zukunft getan, aber diesem Herrn einen sehr vergnüglichen Lebenabend finanziert. Und darüber lacht der wahrscheinlich am meisten.

Quelle: SZ

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