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Softwareupdates unzureichend: Fahrverbote drohen weiterhin.

Bundesumweltministerium erklärt Softwareupdates für unzulänglich.

Die Luft ist raus aus dem Dieselgipfel. War kurz nach dem Schmierentheater namens Dieselgipfel noch von Politik und Autoherstellern erklärt wurden, daß durch die Optimierung der Dieselmotoren per Softwareupdate die drohenden Fahrverbote vom Tisch sind, kommt das Bundesumweltministerium nun zu ganz anderen Ergebnissen.

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Fahrverbote

Demnach reichen Softwareupdates für die notwendige bessere Abgasreinigung bei weitem nicht aus. Auch die geplanten Umtauschprämien für ältere Diesel können nichts daran ändern, daß auch weiterhin die Luft in über 70 Städten in Deutschland belasteter ist als erlaubt. Somit bleibt in diesen Städten den Behörden vor Ort nur eine Möglichkeit, für bessere Luft zu sorgen, und daß ist die Durchsetzung von Fahrverboten für Dieselfahrzeuge.

Nur knapp 20 Städte würden durch die Maßnahmen Verbesserungen spüren, so daß die Stickoxid (NOx)-Werte im Jahresmittel unter den kritischen Wert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter fallen. Das ist das Ergebnis einer Modellrechnung des Umweltbundesamt, das zum Umdenken des Bundesverkehrsministeriums von Ministerin Hendricks (SPD) der noch im Amt befindlichen schwarz-roten Bundesregierung geführt hat.

Offenbar ist die SPD inzwischen in den kompletten Wahlkampfmodus übergegangen und ist nicht bereit, daß das Nicht-Ergebnis des sogenannten Diesel-Gipfel weiterhin als Erfolg zu feiern. Gab sich Hendricks nach dem Diesel-Gipfel offiziell noch zufrieden mit den Softwareupdates, hört man jetzt ganz andere Töne.

Die Bevölkerung in den deutschen Städten hat ein Recht auf saubere Luft. Deshalb brauchen wir Maßnahmen, die zu einer raschen Senkung der Stickstoffdioxidbelastung führen. Es wird eine Nachrüstung der Hardware, also eine Abgasreinigung geben müssen.

So jetzt die Haltung der amtierenden Bundesumweltministerin. Eine völlige Abkehr von ihrer Erklärung nach dem Diesel-Gipfel.

Hardware-Nachrüstung

Nach der Deutschen Umwelthilfe und den meisten Experten ist nun auch die SPD dahintergekommen, daß eine effektive Abgasreinigung nur mit einer echten Hardware-Nachrüstung erfolgen kann.

Das von den Autoherstellern favorisierte Software-Update ist keine Nachrüstung. Das wurde zwar so medial nach dem Dieselgipfel verkauft, weil es für die Autohersteller die günstigste Variante ist, hat mit der Wirklichkeit aber nichts zu tun. Wenn die Fahrzeuge das 18-fache der erlaubten Abgasmenge ausstoßen, dann sollte auch einem Autoverkäufer mit Matheschwäche klar sein, daß dann eine Senkung der Abgase um maximal 30 Prozent nicht ausreichend sein kann. Auch wenn die große Koalition, allen voran Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU)  genau das nach dem Diesel-Gipfel noch als großes Sieg verkaufen wollte.

Eine effektive Senkung der Stickoxide läßt sich nur durch das Einspritzen von Harnstoff in die Abgase erreichen. Manche Hersteller nennen das BlueMotion-System. Klingt toll, macht aber genau das, und nicht mehr. Diese Art der hardwaremäßigen Abgasreinigung werden die Autohersteller in alle Diesel-Fahrzeuge nachträglich einbauen müssen, wenn die Stickoxid-Werte in den Innenstädten nachhaltig gesenkt und so Fahrverbote vermeiden werden sollen. Anders wird das nicht funktionieren, schon gar nicht durch Softwareupdates, die auch noch zu einem erheblichen Anteil freiwillig erfolgen sollen.

Fazit

Die erforderlichen Hardware-Nachrüstungen kosten rund 1.500 Euro pro Fahrzeug. Das werden die Autohersteller nicht ausgeben wollen und auch gar nicht können. Deshalb wird es ab dem kommenden Jahr zu zahlreichen Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge in deutschen Innenstädten kommen. Das ist zumindest absolut sicher.

Der Versuch der Unionsparteien CDU und CSU durch den sogenannten Dieselgipfel, die Themen #Dieselgate und Fahrverbote aus dem Wahlkampf herauszuhalten, ist damit gescheitert. Bleibt nur die Hoffnung, daß die betrogenen Dieselfahrer genau abschätzen können, wer hier versucht die immer wieder über den Tisch zuziehen und dementsprechend ihr Kreuz bei der Bundestagswahl machen.

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