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Noch 9 Jahre bis zum nächsten Super-GAU

Statistisch betrachtet passiert alle 10 bis 20 Jahre ein Unfall in einem Atomkraftwerk.

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Fukushima ist jetzt gut ein Jahr her. Die Verseuchung vor Ort in Japan ist zwar immer noch allgegenwärtig und das ehemalige Kraftwerk ist heute nur noch ein riesiger Haufen atomarstrahlender Müll, doch die Medienwelt ist längst weitergezogen. Keine Sondersendung mehr und kein Brennpunkt, der versucht, 15 lange Minuten zur besten Sendezeit mit Nichtwissen zu füllen. Fukushima ist aus dem Blickfeld geraten. Dabei sind die Spätfolgen und die wirtschaftlichen Belastungen für das Land und die Menschen noch gar nicht komplett abzusehen. Doch der Mensch ist vergeßlich. Selbst bei dramatischsten Nachrichten schaltet er, wenn diese nur allzu oft wiedergekäut werden, gnadenlos auf Durchzug. Dieser Verdrängungsreflex ist stärker als das Gefühl der unmittelbaren Bedrohung, die von Fukushima und all den anderen, noch immer im Betrieb befindlichen Atomkraftwerken ausgeht.

Dabei ist diese Bedrohung ganz real. Nichts ist bei der Nutzung der Atomkraft so sicher wie die Unsicherheit. Eine Reaktorkatastrophe wie in Fukushima oder Tschernobyl kann sich jeder Zeit wieder ereignen. Und Forscher des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie können sogar ziemlich genau sagen, wann es passieren wird. Alle 10 bis 20 Jahre kann es -statistisch betrachtet bei dem jetzigen Bestand an Kernreaktoren- zu einem Super-GAU kommen. Dieses Gefahrenpotential ist damit viel größer, als bislang angenommen.
Vorallem die Menschen im Süden von Deutschland leben in der ständigen Gefahr eines atomaren Unfalls. Hier ist das Risiko weltweit am größten! Süddeutschland liegt in der Gefährdungszone von zahlreichen AKWs in Belgien und Frankreich.
Deutschland insgesamt werde wahrscheinlich einmal in 50 Jahren radioaktiv verseucht, so die Forscher. Blöd, daß ausgerechnet vor 52 Jahren im kleinen Örtchen Großwelzheim das erste AKW in Betrieb ging. Rein statistisch steht der nächste GAU also unmittelbar bevor.

Wer bei dieser Ausgangslage allen Ernstes für die weitere Nutzung der Kernenergie plädiert, muß dringend auf seinen Geisteszustand oder seinen Brötchengeber überprüft werden. Der jetzt beschlossene aber immer noch viel zu weit nach hinten geschobene Atomausstieg mindert zwar das Risiko für Deutschland, doch solange in den Nachbarländern weiter Atomreaktoren betrieben werden, ist auch Deutschland nicht aus dem Schneider. Nur ein europaweiter, totaler Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie kann die Gefährdung für Leib und Leben beseitigen.

Quelle: Max-Planck-Gesellschaft

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