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Terror gegen Terror

Osama bin Laden wurde von den USA zur Strecke gebracht.

Zur Strecke gebracht – anders kann man das Ergebnis des Einsatzes des US-Todeskommandos wohl nicht bezeichnen. Anstatt seiner lebendig habhaft zu werden, um ihn vor ein ordentliches Gericht stellen zu können, wurde Osama bin Laden offenbar gezielt getötet.
Daß nun von amerikanischer Seite nach und nach und nur sehr zögerlich angebliche Beweise dafür rausgerückt werden, daß die Navy Seals ursprünglich die Festnahme bin Ladens als Aufgabe hatten, lassen eine Tötungsabsicht nur wahrscheinlicher werden. Auch die Umstände um die angebliche -im Islam völlig unübliche- schnelle Seebestattung der Leiche, den DNA-Schnelltest und die Tatsache, daß Zivilisten bei der Aktion zu Tode kamen werfen ein schlechtes Licht auf die USA. Ein Präsident Obama, der erst vor kurzer Zeit den Friedensnobelpreis erhalten hat, sollte eigentlich Demokrat genug sein, um für solche Vorgänge sein Okay nicht zu geben.

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Unter Mißachtung des Völkerrechts und aller Rechtsstaatlichkeit sind die Hubschrauber der Navy Seals in das Hoheitsgebiet Pakistans eingedrungen und haben das Feuer auf das Versteck des El Kaida-Anführers eröffnet. Die Tatsache, daß Pakistan wohl schon lange wußte, wer da im abgeriegelten Häuschen in Abbottabad sitzt, sei nur am Rande erwähnt. Für das fadenscheinige Argument vom Krieg gegen den Terror, der alle Terroristen zu Kriegsgegner macht gegen die mit kriegerischen Mitteln vorgegangen werden darf und das weltweit, sind selbst die Amerikaner zu intelligent. Pakistan ist kein Kriegsgebiet, auch trotz der Nähe zu Afghanistan nicht. Sonst könnten die Amis auch gleich in Nachbarländer wie Indien, Tadschikistan oder Turkmenistan einmarschieren, wenn ihnen danach ist. Und wahrscheinlich würden sie genau das sogar machen.

Daß die UN die Tötung offiziell „begrüßt“, zeigt nur, wie stark der Einfluß der USA auf dieses Gremium ist. Die Vereinten Nationen hätten zumindest eine offizielle Verlautbarung herausgeben müssen, in der sie die Art und Weise des Vorgehens mißbilligt, denn eine Verhaftung bin Ladens wäre das einzige vertretbare Vorgehen gewesen.

Nicht daß der Eindruck entsteht, hier solle bin Laden oder Al-Qaida und deren Verbrechen in irgendeiner Weise verteidigt werden. Die Anschläge von New York und Washington 2001 und alle anderen terroristischen Akte sind aufs Schärfste zu verurteilen und die Drahtzieher und Ausführenden dafür zu bestrafen. Nur sollten sich die westlichen Demokratien, zu denen sich auch die USA immer noch zählen, dabei auch an rechtsstaatliche Prinzipien halten. Und dazu gehören Hinrichtungskommandos definitiv nicht.
Was die USA am Sonntag in Pakistan abgezogen haben, ist staatlicher Terror gegen islamistischen Terror. Einen Gewinner wird es dabei nicht geben können. Der Haß wird auf beiden Seiten nur immer weiter geschürt. Und schon bald wird man nun mit neuerlichen Anschlägen von bin Laden-Anhängern rechnen müssen. Wem damit gedient sein soll, außer dem kommenden Wahlkampf eines US-Präsidenten, der wiedergewählt werden will, bleibt offen.

Quellen: SZ, SPD

achtung Nachtrag (04.05.2011): Auch Angela Merkel läßt mal wieder kein Fettnäpfchen aus. Sie kommentierte den Fall bin Laden mit den Worten: „Ich freue mich, daß es gelungen ist, Bin Laden zu töten“ und ruft damit wiedermal Kritiker in den eigenen Reihen und bei Kirchen auf den Plan. Christliche Grundsätze wie „Du sollst nicht töten“ oder die Ablehnung von Rachegelüsten sind der Frau offensichtlich -trotz oder gerade wegen ihres kirchlichen Elternhauses- total fremd.

achtung Nachtrag2 (06.05.2011): Wegen ihrer Äußerungen zum Tod von bin Laden wurde Merkel jetzt angezeigt.

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4 Kommentare

  1. Ohh da seid Ihr aber alle entsetzt – da ist ein „Mensch“ gestorben und darüber freuen sich andere Menschen – wie verwerflich!!!

    Aber schaut doch mal in eurem eigenen Archiv nach dem Stichwort „Jörg Haider“. So offen wie Ihr euch über dessen Tod gefreut habt ist das schon bemerkenswert – insb. in diesem Zusammenhang.

  2. Der Mensch „wurde gestorben“. Und das gezielt und unter Mißachtung des Völkerrechts und der Rechtsstaatlichkeit.

    Zum Thema Haider: Da kann man auch bei schlechtestem Willen keinen Zusammenhang erkennen.
    Zum einen gab es hier keine Freude über dessen Tod. Und zum anderen wurde er nicht gezielt beseitigt sondern hat sich selbst -unter Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer- ins Jenseits befördert.

  3. Und jetzt sind die braven Soldaten der Spezialeinheit bei einem Hubschrauberabsturz (durch die Taliban verursacht) tot. Schöner Zufall, wie schnell das Schicksal hier zuschlägt und die Zeugen der Tat beseitigt werden.

  4. Pingback: Obama macht Wahlkampf mit Osama » Obama, Wahlkampf, Afghanistan, Amerika, Präsident, Hoffnungen » Informelles

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