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KfW: Rote Zahlen nach Fehlüberweisung

Die KfW rechnet nach der Fehlüberweisung an Lehman Brothers für 2008 mit roten Zahlen.

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Das nennt man absoluten Dilettantismus: Nachdem die KfW-Bank 300 Mio. EUR an die bereits bankrotte Bank Lehman Brothers überwiesen hat, wird sie das laufende Jahr mit einem kräftigen Minus abschließen.

Am 15. 09.2008 wurden 300 Mio. EUR an Lehman Brothers überwiesen, obwohl diese bereits ihre Geschäftstätigkeit eingestellt hatte. Drei absolute Nieten Spitzenmanager wurden daraufhin vorübergehend vom Dienst suspendiert. Der Vorgang wird nun untersucht, wie es so schön heißt.
Hoffentlich werden diese Berufsverfehler ordentlich zur Kasse gebeten. Als Banker haben sie total versagt und der Bank beträchtlichen Schaden zugefügt. Die Suche nach einer beruflichen Alternative kann ihnen nur ans Herz gelegt werden.

Wahrscheinlicher ist jedoch folgendes Szenario: Nach langwieriger Untersuchung kann kein direkter Schuldiger ausgemacht werden. Und wenn doch, dann der kleine Sachbearbeiter, der die Überweisung in den Computer getippt hat. Die großen Chefs werden höchstens an andere Stellen versetzt oder vorzeitig ins Paradies der Pensionierung geschickt. Ein Zugriff aufs private Vermögen, um den entstandenen Schaden von rund 350 Mio. EUR (durch Währungsschwankung wurden aus den 300 Mio. EUR auch noch innerhalb weniger Minuten 350 Mio. EUR) wenigstens ansatzweise wieder gutzumachen, brauchen diese Herren nicht zu befürchten.

Daß es sich bei der KfW um eine staatliche Bank handelt, macht das letztgenannte Szenario nur um so wahrscheinlicher. Leider!
Den entstandenen Schaden darf mal wieder der Steuerzahler auf seine Kappe nehmen. Experten rechnen mit 1,8 Mrd. EUR, die die Bankenkrise insgesamt den Steuerzahler kosten wird. Lange wird das nicht mehr gehen können. Die privaten Haushalte arbeiten bereits jetzt am Limit.

Die Grünen fordern nun den Rückzug der Politik aus dem Verwaltungsrat der Bank. Auch eine Stellung unter die Finanzaufsicht der BaFin wird angedacht. Und aus der SPD ist zu hören, daß „bei der KfW kein Stein auf dem anderen bleiben darf“.
Mal sehen, wie lange diese Einsichten anhalten und ob wirklich Konsequenzen aus dem Fehlverhalten der Manager gezogen werden.

Quelle: Spiegel

Nachtrag (24.09.08): Wie zu erwarten, zahlt die KfW den suspendierten „Experten“ ihr volles Gehalt weiter.

Nachtrag (29.09.08): Endlich hat die KfW die Notbremse gezogen und die suspendierten Vorstände Detlef Leinberger und Peter Fleischer fristlos entlassen.

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