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Tag der Deutschen Einheit

Heute ist der Tag der Deutschen Einheit.

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Seit dem 03. Oktober 1990 sind wir rein formal ein geeintes Deutschland. Die Realität ist eine andere.

Schon das Datum wurde völlig willkürlich von kleinen Bonner Beamtenseelen festgelegt. Man hätte, ohne mit der Wimper zu zucken, wohl auch den 07. Oktober genommen. Und das zeigt deutlich, daß der tiefere Bedeutung des Tages nicht erfaßt wurde. Weder 1990 noch heute.

Im Westen nichts Neues

Für die meisten Menschen in den westlichen Bundesländern hat der 03. Oktober keine Bedeutung. Man freut sich über den freien Tag und damit hat es sich. Für sie hat sich am 03.10.1990 vermeintlich nichts geändert. Gut die „Ostgebiete“ der ehemaligen DDR wurden angeschlossen. Aber sonst änderte sich nichts. Warum auch? Man war ja das bessere System, der Sieger der Geschichte. Soll sich doch der Osten anpassen und versuchen eine zweite BRD zu werden. Reicht schon, daß der Westen das auch noch bezahlen muß. So der allgemeine Tenor, nicht nur an den Stammtischen.

Flagge Deutschland

Im Osten bleibt alles anders

Und der Osten? Der leidet bis heute unter dem heuschreckenartigen Einfall westdeutscher Beamten, Investoren und Glücksritter. Von heute auf morgen, schon ab der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion am 01. Juli 1990, wurde das System BRD über die DDR gestülpt. Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Würdigung des Vorhandenen und ohne Reflexion der Auswirkungen. Was man nicht kannte oder was die Gefahr barg, zur Konkurrenz zu werden, wurde zerstört. Die aus Bonn gesteuerte Treuhand unter Birgit Breuel leistete ganze Arbeit. Die systematische Deindustrialisierung wurde planmäßig durchgezogen. Unsummen an Volksvermögen wurden sinnlos zerstört.

Wer heute Statistik-Daten zu Themen, wie Einkommen, Vermögen oder Alter der Gesellschaft, miteinander vergleicht und die Ergebnisse auf eine Deutschlandkarte legt, so wie dies Redakteure des Zeit online Magazins getan haben, der kann noch immer klar die Umrisse der DDR erkennen.

Die wirtschaftliche Wende und den Aufbau Ost haben „Führungskräfte“ aus dem Westen an die Wand gefahren. Darunter leiden die östlichen Bundesländer bis heute und werden es auf absehbare Zeit auch weiterhin tun. Noch immer sind die allermeisten Führungspositionen in Wirtschaft und Politik im Osten der Republik quer durch die Bank mit Leuten aus den alten Bundesländern besetzt.

Die Einheit ist eine Illusion

Eine echte Vereinigung der beiden deutschen Staaten hat es nicht gegeben. Und hauptsächlich der Westen wollte das auch gar nicht. Man spricht nicht umsonst vom Beitritt der DDR und vermeidet tunlichst das Wort Vereinigung. So sagte auch Helmut Kohl in den Morgenstunden des 03. Oktober 1990 anläßlich der Feierlichkeiten vor dem Reichstagsgebäude in Berlin:

Die Einheit Deutschlands ist vollendet.

Von einer Vereinigung zweier Staaten zu einem neuen war da keine Rede. Und das war kein Zufall.

Deutschland ist ein geteiltes Land. Die Deutsche Einheit ist eine Illusion.

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