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Castor rollt durch Deutschland

Der Castortransport ist unterwegs nach Gorleben.

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Am Morgen hat der Zug mit den Atommüllbehältern die deutsch-französische Grenze überquert. Am Wochenende soll er Gorleben erreichen. Wann genau, weiß zur Stunde noch niemand, denn die Proteste gegen diesen Atommüll-Transport sind enorm. Im Wendland kam es gestern zu ersten ernsthaften Auseinandersetzungen zwischen Demonstanten und der Polizei. Für den heutigen Freitag und das ganze kommende Wochenende sind etliche Protest-Aktionen und Demonstrationen angekündigt.
Der Transport soll -wo es nur geht- behindert werden, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dazu gehört wohl auch wieder das sogenannte Schottern, bei dem der Schotter aus dem Gleisbett gerissen und so die Befahrung der Gleise unmöglich gemacht wird. Solche Aktionen sind strafbar und deren Verhinderung steht ganz oben auf der Agenda der Polizei. Die Demonstranten sollten sich deshalb besser auf Protest beschränken, der durch das Grundgesetz gedeckt ist.

Doch verständlicherweise ist der Protest-Sturm gegen diesen Castortransport groß, denn die Atomgegner wollen mit ihren Aktionen vorallem verhindern, daß Gorleben durch das Schaffen von Fakten zum Endlager wird. Doch genau das passiert derzeit. Immer mehr Castor-Behälter werden in die oberirdische Kartoffelhalle zum Abkühlen gestellt und produzieren dabei Strahlung, die die genehmigten Grenzwerte überschreitet und offenbar bis ins benachbarte Dorf Gorleben reicht. Dabei soll das laut des Betreibers des Zwischenlagers Gorleben gar nicht möglich sein. Außerdem wird zur Zeit wieder im Salzstock gearbeitet, offiziell als Erkundungsarbeiten getarnt. So sollen Fakten geschaffen werden.

Bundesumweltminister Röttgen wirft zwar schon seit geraumer Zeit mit Nebelkerzen um sich und versucht die angeblich neu gestartete Suche nach einem Endlager als „ergebnisoffen und tabulos“ zu verkaufen, doch diese Suche ist eine reine Farce, solange weiter am völlig ungeeigneten Endlager Gorleben gearbeitet wird. Die Landkarte ist mit einem halbfertigen Endlager Gorleben, in dem schon 1,6 Milliarden EUR versenkt wurden, eben nicht weiß, wie Röttgen behautet. Und am Standort Gorleben sollen in 2012 weitere 73 Mio. EUR versenkt werden, das sieht der Bundeshaushaltsentwurf vor. Wofür, wenn die Suche doch neu begonnen hat? Außerdem sollen ausgerechnet die Institute, die schon Morsleben und Asse als geeignete Standorte für schwachradioaktiven Müll bezeichnet haben, im Auftrag der Bundesregierung die Eignung des Salzstockes in Gorleben untersuchen. Das Ergebnis dieser Untersuchung dürfte keine große Überraschung werden.

Alles in allem ist klar, daß die schwarz-gelbe Bundesregierung Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager durchdrücken will. Egal ob geeignet oder nicht. Schwarz-Gelb spielt mit der Sicherheit der in Deutschland lebenden Menschen und das für Jahrtausende, in denen der Atommüll sicher verwahrt werden muß.
Und gerade weil es so schwierig ist, einen geeigneten Standort zu finden, ist es auch ein Verbrechen 9 AKW am Netz zu lassen und immer weiter Atommüll zu produzieren, für den es derzeit gar kein Endlager gibt. Der sofortige Atomausstieg ist deshalb notwendig und nicht der weichgespülte à la Merkel.

Hier kann jeder den Appell an Umweltminister Röttgen unterzeichnen, Gorleben als Endlager endlich aufzugeben.

Quellen: ContrAtom, .ausgestrahlt, ZDF, Campact, SpOn


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