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iPad: Verlage sind ernüchtert

Ein Jahr nach dem iPad-Verkaufsstart ziehen die Verlage eine ernüchternde Bilanz.

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Was wurde nicht alles hineininterpretiert in den Tablet-PC aus dem Hause Apple? Steve Jobs und seine Hauptumsatzsatzbringer iPad und iPhone wurden auserkoren, die deutschen Verlage praktisch im Alleingang und nebenher zu retten. Paid Content war das Schlüsselwort für die Zunkunft der Medienhäuser. Apple-User sollten -ganz im Gegensatz zu allen anderen Internetnutzer- geradezu darauf daruf sein, für die angebotenen Apps der Verlage und die Inhalte, die nur damit zugänglich werden sollten, zu zahlen.

Ein Jahr später ist das eingetreten, was zu erwarten war. Die Verlage haben ihre Wunschfantasien ausgeträumt und sind wieder auf dem harten Pflaster der Realität aufgeschlagen. Das Handelsblatt, das bspw. plante über die iPad-App „Handelsblatt First“ kostenpflichtige Inhalte zu verkaufen, hat bisher darauf verzichtet, für die App tatsächlich Geld zu verlangen. 11,99 EUR pro Monat oder 119,99 EUR pro Jahr sollten die Nutzer bezahlen. Durch die Gewinnung eines Sponsors bleibt die App auch weiterhin kostenlos. Die zu erwartenen Erlöse von iPad-Nutzern schätzte das Handelsblatt als zu gering ein und setzte daher lieber auf die sicherere Sponsorenlösung.

Die Bereitschaft der iPad-Besitzer, deren Zahl dazu immer noch als überschaubar gilt, für Inhalte zu zahlen, ist doch weitaus geringer als sich das die Verlage in ihren feuchten Träumen vom unendlichen Profit ausgemalt haben. Hätte man sich an der allgemeinen Zahlungsbereitschaft von „normalen“ Internetnutzern orientiert, hätte diese Erkenntnis schon vor einem Jahr reifen müssen. So muß man nun kostenintensiv zurückrudern oder auf andere Einkuftsmodelle wie Sponsoren zurückgreifen.

Und falls doch noch ein paar Chefs in den Vorstandsetagen der Verlage den Traum weiterträumen und auf eine bessere Entwicklung in der Zukunft hoffen: Das Geschäft mit den Apple-Kunden wird die Rettung nicht bringen!
Die Zahlbereitschaft ist zu gering und Apples Konkurrenz hat längst massiv in den Markt eingegriffen. Android ist mittlerweile Marktführer bei den Smartphones. Und auch im Tablet-Bereich ist Apples Vormachtstellung gefährdet.

Deshalb: Hört auf mit den unfruchtbaren, kapitalintensiven Versuchen, bisherigen Free Content verkaufen zu wollen. Und besinnt euch auf eure Stärken oder entwickelt endlich welche!

Quellen: DWDL, kress

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