Otto kauft “Quelle”
Der Hamburger Versender Otto will “Quelle” kaufen.
Allerdings richtet sich das Interesse der Hamburger hauptsächlich auf die Marke “Quelle”. Die nochBeschäftigten von Quelle sind von dem Deal nicht tangiert.
Auch Quelle-Eigenmarken, wie “Privileg”, sollen künftig im Otto-Katalog zu finden sein. Und zwar in den Katalog-Ausgaben für Deutschland, Russland und weiteren ost- und mitteleuropäischen Länden, denn Otto wird das komplette Russland-Geschäft von Quelle übernehmen. Inwieweit auch die Arbeitsplätze bei Quelle- Russland erhalten bleiben, ist noch unklar.
Auch die Übernahme von weiteren Quelle-Bestandteilen, wie dem Homeshopping-Kanal HSE24, der Servicesparte oder des Call-Centers, steht noch in den Sternen. Hier wird noch verhandelt. Auch “Foto-Quelle” und “Küchen Quelle” gehören nicht zum Deal.
Otto hat sich die Marke “Quelle” vorallem deshalb gesichert, um den Zugriff von Konkurrenten wie Amazon auf die Marke “Quelle” zu verhindern. Ob die Marke zukünfig überhaupt genutzt wird oder einfach nur im Safe verschwindet, dazu äußerte sich Otto noch nicht.
Nach den privaten Schnäppchenjägern wittern nun also die Firmenverwerter ihre Chancen bei Quelle.
Quelle: Handelsblatt
Quelle: Ausverkauf beginnt
Die Termine für den Ausverkauf bei Quelle stehen fest.
Die insolvente Quelle AG wird komplett abgewickelt, soviel steht fest. Daß das endgültige Aus erst nach der Bundestagswahl kam, überrascht auch niemanden. Seehofer (CSU) hatte ja noch extra 50 Mio. EUR Steuergelder bei Quelle versenkt, um so die Auslieferung des anachronistischen Papier-Katalogs zu ermöglichen und das Ableben von Quelle bis nach die Bundestagswahl hinauszuzögern.
Genützt hat das Geld weder Quelle noch der CSU: Quelle ist trotzdem platt und die CSU hat ein vernichtendes Wahlergebnis eingefahren.
Nun also wird Quelle abgewickelt und die Schnäppchenjäger scharren schon mit den Hufen. In den Quelle-Shops soll es bereits die ersten Anstürme der Leichenfledderer gegeben haben.
Ab der nächsten Woche könnte es sich nun für sie lohnen. Der Ablauf des Ausverkaufs und die Rabattstaffelungen sind jetzt bekannt geworden:
27.10. – 30.10. 20% Rabatt auf alles
02.11. – 06.11. 30% Rabatt auf alles
09.11. – 13.11. 40% Rabatt auf alles
Ab 16.11. 50% Rabatt auf alles
Diese Daten sollen sowohl für die Quelle-Shops als auch das Online-Angebot gelten. Für einzelne ausgewählte Artikel im Online-Shop wurden allerdings bereits die Preise drastisch reduziert. Stöbern auf www.quelle.de lohnt sich also schon jetzt. 18 Millionen Artikel im Quelle-Lager warten noch auf einen Abnehmer.
Update: Nach einigen Verzögerungen geht es nun wirklich los und zwar am 01. November ab 06:00 Uhr. Anders als bisher angekündigt soll es jetzt diese Rabatte geben:
30% auf Mode
20% auf Möbel
10% auf Technik
Alle 24 Stunden ein neues “Q des Tages”
Die Rabatte weden sofort im Warenkorb angezeigt. Außerdem gibt es einen kostenlosen Versand, wenn man den Code GRATIS117 eingibt.
Man muß allerdings etwas Geduld mitbringen, denn die Quelle Server sind zur Zeit sehr überlastet aufgrund des Ansturms der Schnäppchenjäger.
McDonalds Schweiz hat ein Kuh-Problem
McDonald’s in der Schweiz kann eine Kuh nicht von der anderen unterscheiden.
In der Krise bekommt Nationalbewußtsein offenbar Auftrieb. Die Schweizer Eidgenossen lieben Produkte aus heimishcer Produktion deshalb ein bißchen mehr als außerschweizerische, hofft zumindest die Werbung.
Das meint auch McDonald’s begriffen zu haben und will diesen Umstand gezielt im Marketing für sich nutzen. So wirbt man derzeit in einer großangelegten Plakataktion mit einer Kuh, die auf ihrem Fell einen Fleck in Form der Landesgrenzen der Schweiz hat.
Blöd nur, daß die Kuh ganz offensichtlich nicht aus der Schweiz stammt und deshalb auch nicht das “tolle supergrüne Gras von den supergrünen Wiesen der schweizer Berge mit ihrer tollen Luft” genießen kann. Nein, die Kuh stammt aus Österreich! Böser Fehler.
Um das zu erkennen muß man kein Bauer und kein Milchviehzüchter sein, sondern ganz einfach gute Augen haben. Die auf den McDonald’s Plakaten abgebildete Kuh trägt wie alle Kühe eine Marke im Ohr, aus der eindeutig ihre Herkunft hervorgeht, und auf dieser Marke kann man deutlich das “AT” für Österreich erkennen.
In Österreich läuft im Moment die gleiche Kampagne. Nur eben mit einer Kuh mit einem Fellfleck in Form des Landes Österreich. Die Werbeagentur hat also ganz offensichtlich die selbe Kuh auch für die Kampagne in der Schweiz verwendet und mit Photoshop oder änlichen Programmen lediglich die Form des Fellflecks angepaßt. Auf die verrätereische Ohrmarke hat man wohl aus Unwissenhaeit nicht geachtet.
Nicht nur das für den schweizerischen Markt eine Kampagne recycled wird, nein man verwendet auch auch noch eine Kuh aus dem in der Schweiz eher ungeliebten Österreich und gibt diese als schweizerisch aus. Das stößt den Eidgenossen übel auf, was bei einer Werbung für Essen -zumindest als das sind die Fleischklopse im pappigen Brötchen im weitesten Sinne zu bezeichnen- eher kontraproduktiv ist.
McDonald’s ist die Sache richtig peinlich, wirbt man doch immer mit der Herkunft seiner Produkte und den vielen Arbeitsplätzen, die durch die heimische Produktion von Burger und Co. geschaffen wurden.
Man darf jetzt auf die Wiedergutmachungsaktion gespannt sein. Hoffentlich kommen die Werbestrategen nicht auf die Idee, jedem Schweizer im neuen McCafé ein kostenloses Stück Sachertorte anzubieten.
Quelle: FTD
Berliner S-Bahn stellt Verkehr ein
Schlimm, Schlimmer, S-Bahn.
Die Berliner S-Bahn stellt ab Montag den Verkehr ein.

Zwar nicht komplett, aber auf der geschichtsträchtigen Stadtbahn zwischen Bahnhof Zoo und Ostbahnhof wird ab Montag der S-Bahn-Verkehr für zweieinhalb Wochen komplett ruhen. Auch andere Linien sind betroffen und werden entweder gar nicht oder nur noch eingeschränkt bedient. Dann herrscht in Berlin das totale Nahverkehrs-Chaos.
Wie lange dieser Zustand erhalten bleibt, darüber darf spekuliert werden. Die S-Bahn-Führung will ab Weihnachten wieder zu normalen Verhältnissen zurückkehren. Man darf gespannt sein.
Ursache für diese erneuten Einschränkungen in der Leistung der Berliner S-Bahn sind abermals vom Eisenbahnbundesamt (EBA) angeordnete Untersuchungen. Das EBA hat die Sicherheitsauflagen für die S-Bahnreihe 481 nochmals verschärft.
Die Prüfintervalle für die Räder dieser S-Bahn-Fahrzeuge waren bereits verkürzt wurden, nachdem im Mai 2009 ein Rad gebrochen war. Daraufhin kam es bereits zu Störungen im S-Bahn-Verkehr.
Jetzt hat das EBA angeordnet, auch die mittleren Achsen der S-Bahn-Einheiten, die aus zwei Wagen bestehen, aus Sicherheitsgründen auszutauschen. Bisher galt die Tauschpflicht nur für die ersten und letzten Achsen einer S-Bahn-Einheit. Das hat zur Folge, daß zwei Drittel aller S-Bahn-Einheiten sofort aus dem Verkehr gezogen werden und in der Werkstatt stehen müssen, bis die Sicherheitschecks und der Austausch der Achsen durchgeführt wurden. Von den vorhandenen 630 S-Bahn-Einheiten erfüllen zur Zeit nur 165 die verschärften Sicherheitsauflagen des EBA und können zum Einsatz können.
Deshalb arbeitet die Berliner S-Bahn ab Montag nur noch im Notbetrieb. Das vorläufige S-Bahn-Netz wird dann so aussehen:
Die Sperrung der Stadtbahn erinnert an den Zustand in Berlin vor dem Mauerfall. Auch damals war es nicht möglich vom Ostbahnhof (ehemals Hauptbahnhof von Ost-Berlin) zum Bahnhof Zoo durchzufahren. Allerdings war es im Gegensatz zu heute aber möglich, von beiden Seiten bis zum Bahnhof Friedrichstraße zu gelangen. Jetzt soll der Verkehr auf unbestimmte Zeit ruhen. Ist der Beitrag der Berliner S-Bahn zum 20. Jahrestag des Mauerfalls?
Die Berliner werden nicht darüber lachen können. War es schon in den letzten Wochen zu massiven Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr gekommen, wird nun das totale Chaos ausbrechen. Der komplette Verkehr wird von den Bussen, U-Bahnen und Straßenbahnen der BVG, den Regionalbahnen und dem Individualverkehr aufgenommen werden müssen. Wer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, und das sollten in einer Stadt wie Berlin aus Gründen des Umweltschutzes eigentlich viele sein, wird viel Zeit mitbringen und sich auf weite Um- und Fußwege einstellen müssen. Mit Fahrrad oder Kinderwagen ist ein Transport wohl komplett aussichtslos.
Damit hat die Berliner S-Bahn, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG, einen neuen kaum noch zu unterbietenden Tiefpunkt erreicht. Das zu erwartende Verkehrs-Chaos geht voll auf Kosten der Fahrgäste und auch der Umwelt, denn viele Berliner werden auf ihr Auto umsteigen. Der ADAC fordert bereits, während des unfreiwilligen “S-Bahn-Boykotts” auf die Erhebung von Parkgebühren zu verzichten. Doch Berlin wird sich kaum die Gelegenheit entgehen lassen, die maroden Stadfinanzen ein wenig mit Parktickets zu sanieren.
Wichtig ist jetzt, daß die S-Bahn ihren Fahrzeugbestand so schnell wie möglich den neuen Sicherheitsbestimmungen anpasst und so die unhaltbaren Zustände beendet. Bis dahin wird es darauf ankommen, flexibel auf Alternativen wie Busse, U-Bahnen, Straßenbahnen und Regionalbahnen zu setzen.
Doch die BVG wird nicht die komplette Last tragen können. Deshalb wird es auch auf das Improvisationstalent ankommen, so wie man es in den Zeiten der Grenzöffnung beobachten konnte: Unbürokratische schnelle Entscheidungen im Sinne der Fahrgäste.
Auch die bisher angedachten Entschädigungen nur für Inhaber von Zeitfahrkarten kann die S-Bahn in der Form zu den Akten legen. Da wird man großzügigere Regelungen treffen müssen. Die Berliner CDU fordert bereits 2 Monate freie Fahrt für alle.
Und ganz zum Schluß wird es auch um die Verantwortlichkeiten gehen. Da wird sich neben den Managern der S-Bahn auch die Verkehrs-Senatorin Junge-Reyer unbequemen Fragen stellen müssen.
Quellen: Tagesspiegel, Morgenpost, S-Bahn
Nachtrag (17.07.09): Mittlerweile spricht die Deutsche Bahn AG nicht mehr von zweieinhalb Wochen Stillstand. Jetzt nennt man bereits den 09. August als Endtermin für den “Ausnahmezustand”.
Mal sehen wie lange dieses Datum hält.
Update (24.07.09): Bisher ist vorgesehen, daß nur Inhaber von Abos und Jahreskarten, deren Fahrkarten im Dezember 09 gelten, einen Monat gratis fahren dürfen. Weitergehende Entschädigungen lehnt Bahnvorstand Ulrich Homburg ab.
Das werden sich direkt oder indirekt durch den “S-Bahn-Streik” Geschädigte, wie z.B. Kiosk-Besitzer in den Bahnhöfen u.ä., sicher nicht gefallen lassen.

