Artikel der Kategorie ‘Wirtschaft’:

Berliner S-Bahn darf noch 1 Jahr weiterwursteln

Dezember 22, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 1 Kommentar →

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat die Betriebserlaubnis um 1 Jahr verlängert.

In die Bahn-Tochter Berliner S-Bahn hat das EBA aber nur noch ein eingeschränktes Vertrauen. Normalerweise hätte die Betriebserlaubnis um 15 Monate verlängert werden können, doch die Pannenserie der letzten Monate und die dabei ans Licht gekommenen eklatanten Sicherheitsmängel haben das EBA davon Abstand nehmen lassen. Nur 1 Jahr darf die S-Bahn nun erstmal weiterwursteln.

Das EBA wird in den kommenden 12 Monaten ein besonderes Auge auf die Bahn-Tochter haben und dabei vorallem die Achsen und Bremsen genauestens beobachten. Sollten weiterhin derartige Schlampereien wie in den letzten Monaten auftreten, hat das EBA durch die Befristung der Betriebserlaubnis die Möglichkeit, diese auch komplett zu entziehen. Dann stehen alle Räder still bei der Berliner S-Bahn. Und zwar für lange Zeit, denn so schnell läßt sich kein Ersatzbetreiber aus dem Hut zaubern.

Man wird nun sehen müssen, ob der Mehdornsche Sparzwang auf Kosten der Sicherheit der Kunden weiter die gelebte Firmenphilosophie der S-Bahn ist oder ob man sich wieder auf seine Kernaufgaben konzentriert. Und dazu gehört nicht, die Deutsche Bahn börsenreif zu machen.

Quelle: Handelsblatt

Quelle endet im Chaos

Dezember 01, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 2 Kommentare →

Der Online-Ausverkauf bei Quelle ist beendet. Noch immer liegen Millionen Artikel im Lager.

Und da werden sie wohl auch bleiben, denn um diese Artikel auch noch verkaufen zu können, müßte man schon genau wissen, wo welches Teil liegt.
Bei der Menge an Artikeln und deren Varianten und den damit verbundenen Lagerbewegungen hatte Quelle wie jedes andere Unternehmen auch eigens darauf spezialisierte Logistik-Computer. Diese Computer vergeben völlig automatisch freie Regalplätze an die ankommende Ware. Und nur diese Computer wissen den aktuellen Lagerplatz der verbliebenen Artikel im Hochregallager, denn eine thematische Ordnung der Ware gibt es nicht. Es geht ganz allein um freie oder belegte Regalfächer. Ohne diese Computer und der darauf laufenden Logistiksoftware herrscht das blanke Chaos. Und genau das droht jetzt dem Quelle-Lager.
Die Logistik-Computer sollen spätestens Ende Januar 2010 abgeschaltet werden. Ab diesem Zeitpunkt wird es unmöglich sein, auch nur irgendeinen Artikel gezielt zu suchen und zu finden.

Bei der Verwertung der übriggebliebenen Ware über Ramschketten und Sonderpostenmärkte darf der Insolvenzverwalter aber nicht weniger für die Ware einnehmen, als allein die Herausgabe der Ware aus dem Lager an Kosten verursacht. Da die Resteverwerter aber so wenig wie möglich und gern noch etwas weniger bezahlen wollen, könnte es am Ende dazukommen, daß das Lager komplett mit der Restware in den Regalfächern an den Vermieter übergeben wird. Das ist billiger, als die Ware mühsam und kostenintensiv zusammensuchen. Der Vermieter kann dann zusehen, wie er die Sachen aus dem Lager bekommt.

Quelle: FTD

Finanzsturm in Dubai

November 27, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 1 Kommentar →

Das Emirat Dubai hat finanzielle Probleme.

Die Zukunft Dubais ist auf Sand gebaut - im wahrsten Sinne des Wortes, schließlich ist Dubai ein Wüstenstaat. Nun aber auch im übertragenden Sinne. Das finanzielle Fundament auf dem der schillernde Traum Dubai steht, hat seit der internationalen Finanzkrise Risse bekommen. Auch Erdöl kann ganz offensichtlich nicht für grenzenlosen Reichtum sorgen.
Dubai sieht sich nun sogar gezwungen, bis Ende Mai des nächsten Jahres alle fälligen Zahlungen an seine Gläubiger auszusetzen. Das Nachbaremirat Abu Dhabi mußte bereits mit einer Finanzspritze von 5 Mrd. Dollar zur Hilfe kommen. Vorher hatte schon die Zentralbank der Vereingten Arabischen Emirate mit 10 Mrd. Dollar ausgeholfen.
Diese Meldung von gestern abend fegte wie ein Sandsturm durch die Börsen der Welt und dürfte heute für einige Turbulenzen sorgen.

Das Immobilienunternehmen Dubai World und dessen Tochter Nakheel sind die Hauptverursacher für die prekäre finanzielle Lage des Emirates. Dubai World und Nakheel sind u.a. für die Großprojekte “Palm Islands” und “Nakheel Tower” verantwortlich, gigantische Bauvorhaben, die offensichtlich einige Nummern zu groß geworden sind. 59 Mrd. Dollar Schulden hat Dubai World mittlerweile angehäuft und ist damit der größte Posten in den Staatsschulden des Emitrates, die insgesamt 80 Mrd. Dollar betragen.
Nun wird der Säbel bei Dubai World geschwungen. Der Bau des Nakheel Towers, der mit 1.000 m der höchste Welt werden sollte, wurde gestoppt. Auch die Veräußerung von Tafelsilber wird bereits gedanklich durchgespielt. So könnten die Fluggesellschaft Emirates und die Hafengesellschaft DP World unter den Hammer kommen.

Sollte Dubai seine finanziellen Probleme nicht in Griff bekommen, dann hat das langfristig auch extrem negative Einflüsse auf die ganze Golfregion. Und wenn am Golf die Bude brennt, dann werden auch wir das zu spüren bekommen. Die letzten Exzesse beim Ölpreis dürften noch allen in schlechter Erinnerung geblieben sein. Und ein steigender Ölpreis ist in der Finanzkrise so ziemlich das Schlechteste, was passieren kann.

Quelle: NZZ

Böse Bahnfahrer nutzen Billigfahrkarte zu viel

November 06, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 5 Kommentare →

Die Bahn wird die neue “Quer-durchs-Land”-Fahrkarte nicht verlängern.

Im August 2009 wude dieses neues Sparticket eingeführt. Für 34 EUR konnte man mit den Zügen des Regionalverkehrs quer durchs Land fahren. Das Ticket funktionierte ähnlich wie das Wochenend-Ticket (mit diesem kann man an einem Samstag oder Sonntag von 0:00 Uhr bis 3:00 Uhr des nächsten Tages fahren, soweit man mit Regionalzügen kommt), nur eben auch an Werktagen.

Die Bahn wollte das neue Ticket erstmal ausgiebig am Markt testen und hatte deshalb eine Testphase bis Ende Januar 2010 gestartet. Die bösen Bahnkunden nahmen das Angebot allerdings so gut an, daß dieses “Quer-durchs-Land”-Ticket die Testphase nicht überleben wird. Am 31.01.10 ist Schluß damit.

Begründet wird das von der Deutschen Bahn AG mit der intensiven Nutzung. Die Bahnkunden wären viel weiter mit dem Ticket gefahren, als das die Bahn vorher geplant hatte. 350 km legten die Bahnfahrer damit im Schnitt zurück. Zu viel für die Kalkulation der Bahn, deren Gewinn somit zu gering ausfällt.

Sorry, liebe Bahn.
Echt blöd von den Kunden, die Möglichkeit zum Sparen auch wirklich zu nutzen. Dann besser schnell wieder weg mit dem “Quer-durchs-Land”-Ticket. So sind die Züge nicht so voll und halten viel länger. Ist bei der Bahn ja auch nicht uninteressant, ob die Züge fahren oder dringend zur Wartung ins Depot müssen. Die Berliner S-Bahn hat da so ihre Erfahrungen.

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Wer trotzdem noch mal sparen will beim Bahnfahren, für den gibt es

nur von Montag (09. November, 18:57 Uhr)
bis Dienstag (10. November, 3 Uhr)
im Internet oder in ausgewählten DB-Reisezentren (Sonderöffnungszeiten)
das “Mauerfall-Spezial”-Ticket.

Der Verkauf startet exakt 18:57 Uhr, weil genau vor 20 Jahren zu dieser Uhrzeit die Reisefreiheit für alle Einwohner der DDR durch Günter Schabowski auf der jedermann bekannten Pressekonferenz verkündet wurde.
Mit dem “Mauerfall-Spezial” kann man für 20 EUR vom 12. November bis 01. Dezember quer durch Deutschland (einfache Fahrt im ICE, IC und EC 2. Klasse) fahren. Die Ticketanzahl ist begrenzt. Deshalb lohnt es sich, schnell zu sein.

Quelle: Spon

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