Deutschlands Export brummt
Leider nur bei Rüstungsgütern.
Der Aufschwung ist da, die Exporte ziehen an. Allerdings nur beim Export von Rüstungsgütern. Der hat in den letzten 5 Jahren mehr als verdoppelt.
Der Weltmarktanteil hat sich von 6 Prozent im Zeitraum 2000-2004 auf 11 Prozent im Zeitraum 2005-2009 erhöht. Deutschland liegt damit auf Platz3 der wichtigsten Rüstungsexporteure.
Vorallem U-Boote und Panzer aus deutscher Produktion sind gefragt. Wichtigste Abnehmer sind Griechenland(!), Südafrika und die Türkei. Diese haben allein 39 Prozent der Exporte abgenommen.
Interessant ist dabei vorallem der Kaufrausch der Griechen. In den letzten 5 Jahren gehörte Griechenland zu denTop5 der Rüstungseinkäufer weltweit. Wegen angehäufter Schulden über 524 Mio. EUR bekam Griechenland 4 bestellte U-Boote allerdings schon nicht mehr geliefert. Für diesen Schuldenwahn wird am Ende auch der deutsche Steuerzahler bluten dürfen.
Und wenn wir schon beim Bluten sind: Die Rüstungsgüter sind natürlich auch dafür gedacht, Krieg zu führen. Mit all seinen schrecklichen Auswüchsen und Ergebnissen. Am Ende der Bilanz kommt man zu dem Ergebnis, daß deutsche Arbeitsplätze davon profitieren, daß irgendwo in der Welt Menschen sterben.
Die Bundestagsfraktionen der Grünen und der LINKEN fordern daher eine Abkehr von diesem Rüstungswahn. Die Grünen fordern eine viel stärkere Rüstungskontrolle und ein Vetorecht für den Bundestag bei Rüstungsgeschäften. Die LINKEN gehen sogar noch weiter mit ihren Forderungen. Sie fordern einen generellen Exportstopp für Rüstungsgüter.
Und genau da muß Deutschland dringend hinkommen. Ein neuer Rüstungswettlauf, statt Ost gegen West - diesmal innerhalb von Spannungsgebieten wie Naher Osten, Afrika oder Südamerika, muß dringend beendet und für die Zukunft unterbunden werden.
Quelle: ZDF
T-Mobile und T-Home am Ende
Telekom beschließt das Aus für T-Home und T-Mobile.
Die beiden Marken sollen zukünftig unter der gemeinsamen Dachmarke “T” zusammengefasst werden. Die Trennung von Festnetz und Mobilfunk wird aufgegeben.
Nur im Ausland soll die Marke T-Mobile vorerst weiterleben.
Künftig sollen zudem die Produktentwicklung, die IT und Technik europaweit gebündelt werden. Auch in den Vorstandsetagen wird es zu personellen Veränderungen kommen.
Es soll allerdings durch diese Neuordnung im Telekom-Konzern nicht zu Personalabbau kommen, verspricht Telekom-Chef Obermann.
Stichtag für diesen “großen Wurf” von Obermann ist der 1. April. Ein Schelm, wer da an einen Scherz glaubt.
Quelle: IT-Business
8.000 neue Jobs bei Siemens
Allerdings in Indien! In Deutschland will die Siemens AG 2.000 Stellen streichen.
In Indien will Siemens jetzt das ganz große Rad drehen. Siemens-Chef Peter Löscher hat dazu direkt vor Ort angekündigt, das jährliche Investitionsvolumen in Indien zu verdoppeln.
Bis 2012 sollen mehr als 250 Mio. EUR investiert werden und 8.000 neue Jobs entstehen. Bis 2020 will die indische Siemens Tochter 1 Mrd. Umsatz mit Signaltechnik, Dampfturbinen und erneuerbaren Energien machen. Der Marktanteil von Siemens im indischen Infrastrukturbereich soll auf 10 Prozent steigen und sich damit praktisch verdoppeln.
Schön für die indische Wirtschaft und deren Arbeitnehmer, schlecht für Deutschland, denn hier gehen bei Siemens zunehmend die Lichter aus. Erst vor kurzem hatte Löscher angekündigt, weitere 2.000 Stellen streichen zu wollen. Begründet wurde diese Radikalkur mit Umsatzeinbrüchen im Maschinenbau.
Trotzdem wird der Siemens Konzern AG im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres einen Nettogewinn von 1,5 Mrd. EUR ausweisen. Zu erklären, wie das mit den angekündigten Stellenstreichungen zusammenpaßt, wird der Konzern wohl abermals schuldig bleiben.
Indien hat in 2008 von Deutschland 215,5 Mio. EUR Entwicklungshilfe erhalten. Der neue Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wider Willen Dirk Niebel (FDP) hat zwar angekündigt, künftig die Entwicklungshilfe für Indien und auch China streichen zu wollen, doch von heute auf morgen geht da gar nichts. Laufende Verträge und Vereinbarungen müssen selbstverständlich erfüllt werden.
So wird also mit deutscher Entwicklungshilfe finanziell dafür gesorgt, daß deutsche Arbeitsplätze nach Indien verlagert werden. Und wegen der steuerlichen Berücksichtigung der Investitionskosten wird Siemens doch bestimmt auch noch beim deutschen Finanzministerium vorstellig. Der deutsche Steuerzahler darf sich so gleich zweimal an der Gewinnmaximierung von Siemens beteiligen. Da bekommt der alte Werbespruch “Siemens - wir gehören zur Familie” ganz neue Dimensionen.
Media-Markt-Werbeaktion geht nach hinten los
Die Elektronikhandelskette Media-Markt beschenkt ihre Kunden.
Wer in den letzten 2 Wochen bei Media-Markt einkauft hat, konnte mit etwas Glück die Ware kostenlos bekommen. Möglich machte es eine Werbeaktion des Elektronik-Marktes.
Funktioniert hat die Aktion so: Jeder Kassenbon enthält eine eindeutige Endziffer zwischen 0 bis 9. Jeden Tag nach Geschäftsschluß loste Media-Markt eine Endziffer aus und gab diese auf seiner Homepage und über eine Service-Hotline bekannt. Stimmte die Endziffer auf dem Kassenbon mit der gezogenen Zahl überein, konnte der Kunde mit dem Kassenbon zu einer Media-Markt-Filiale gehen und sich den Geldbetrag des Kassenbons wieder auszahlen lassen. Damit bekam der Kunde die Ware praktisch umsonst.
Diese Aktion lief vom 02. bis zum 09. Januar 2010 und ist damit jetzt beendet. Seinen Kassenbon mit der richtigen Endnummer kann der Kunde noch bis zu 14 Tage nach dem Kauf, also max. bis zum 23. Januar, gegen Bargeld eintauschen.
So weit so gut. Vorallem für den Umsatz von Media-Markt, dachten zumindest deren Werbestrategen. Man ging offenbar davon aus, daß manche Kunden durch den mehrfachen Kauf eines Artikels auf unterschiedlichen Kassenbons versuchen werden, in den Genuß des Glücksspielgewinns zu kommen. Denn wer zehnmal den gleichen Artikel kauft, bekommt einen davon auf jeden Fall umsonst.
So dachten die Media-Markt-Manager und freuten sich schon über leere Lager und einen riesen Umsatz. Daß das Ganze so aber keinen Sinn macht, übersahen die Strategen geflissentlich. Denn wer kauft sich schon ernsthaft 10 Fernseher, um dann einen davon geschenkt zu bekommen? In der Summe würde man trotzdem draufzahlen.
Entweder haben die Media-Markt-Manager ihr Praktikum im Bundeswirtschaftsministerium gemacht, wo mathematische Unbedarftheit noch lange kein Karrierekiller ist, oder sie hatten die Hoffnung, daß die Kunden nur einen Fernseher kaufen und dann auf ihr Glück bei der Auslosung der Kassenbon-Endziffer setzen.
Doch die Media-Markt-Strategen haben die Rechung ohne ihre Kunden gemacht, denn diese werden dem Werbeslogan “Ich bin doch nicht blöd” voll gerecht. So kauften viele Kunden sehr wohl 10 Fernseher und bekamen einen davon durch die Aktion auf jeden Fall geschenkt.
Und die anderen neun? Die gaben sie einfach zurück, denn das erlauben die Geschäftsbedingungen von Media-Markt eindeutig. Dort heißt es:
Bis zu 14 Tage ab Kaufdatum wird die Ware “ohne wenn und aber” zurückgenommen.
In einigen Filialen nehmen die Rückgaben inzwischen solche Ausmaße an, daß Ware, die im Aktionszeitraum vom 02.-09. Januar verkauft wurde, nur noch gegen Warengutscheine zurückgenommen wird. Nach Ansicht der Media-Markt-Zentrale dürfe der Kunde zwar 14 Tage lang seine Ware zurückgeben, ein Anrecht auf Bargeld habe er aber nicht. So schnippische reagieren schlechte Verlierer!
Da hat man seine Kunden wohl für blöder gehalten, als es die Werbung suggerieren soll.
Quelle: FR
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