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Artikel der Kategorie ‘Wirtschaft’:

ExKfW-Vorstand bekommt 1 Mio. EUR nachgeworfen

Juli 03, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 2 Kommentare →

Der gefeuerte KfW-Vorstand Peter Fleischer bekommt 1 Mio. EUR zugesprochen.

Die KfW-Bank muß ihrem exVorstand Peter Fleischer ausstehende Gehaltsansprüche von knapp 1 Mio. EUR zahlen. Das hat das Frankfurter Landgericht entschieden. Die KfW will sich gegen dieses Urteil wehren.

Peter Fleischer ist neben Detlef Leinberger einer der beiden, die für die Glanzleistung verantworlich sind, als im September 2008 wenige Stunden nach dem offiziellen Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers noch 320 Mio. EUR an eben diese überwiesen worden sind. Die KfW rutschte deshalb in die roten Zahlen. Fleischer und Leinberger wurden daraufhin fristlos entlassen.

Fleischer zog daraufhin vor Gericht und bekam jetzt recht. Die KfW muß ihm nach dem jetzigen Stand rückwirkend 332.966,98 EUR Gehalt plus Zinsen zahlen. Außerdem soll Fleischer für die Zeit von Mai 2009 bis zum ursrünglichen Ende seines Vertrages im September 2010 monatlich 27.438,91 EUR Gehalt bekommen.
Das ist aber noch nicht alles. Herr Fleischer soll auch noch eine BONUSZAHLUNG(!) in Höhe von 140.390 EUR erhalten. Dieses ist im Mai 2010 fällig.

Das haut dem Faß den Boden aus. Nicht nur, daß Fleischer die Dreistigkeit besitzt, für sein totales Versagen auch noch Gehalt haben zu wollen, nein für dieses Unvermögen möchte er auch noch prämiert werden.
Hoffentlich kommt die KfW mit ihrer KLage durch und kann die zwei Manager-Schauspieler ihrerseits in Regress nehmen. Dann können sie ja ihre ausstehenden Gehaltsforderungen mit den 320 Mio. EUR Schaden aufrechnen.

Quelle: ZDF

Das Pleitenjahr 2009

Juni 11, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft Noch keine Kommentare →

2009 wird als das Jahr der Mega-Pleiten in die deutsche Wirtschaftsgeschichte eingehen.

Viele große und ehemals namhafte Unternehmen mußten dieses Jahr bereits in die Insolvenz gehen und es werden aller Voraussicht nach noch einige weitere folgen.
Die Hauptleidtragenden sind dabei immer die Arbeitnehmer. Das unfähige Management geht aus dem Verfahren fast immer hervor, ohne für sein Totalversagen auch nur ansatzweise zur Verantwortung gezogen zu werden.
Noch immer werden Gesetze für eine Managerhaftung nur diskutiert. Beschlossen und umgesetzt wurde bisher nichts.
Deutschland braucht die echte Managerhaftung! Man muß die Verantwortlichen auch über deren persönliches Vermögen belangen können. Anders ist es offenbar nicht möglich, das Bewußtsein für verantwortungsvolles Handeln in deren Köpfe zu bekommen.

Die Liste der bisherigen Insolvenzen großer Unternehmen in 2009 und die dabei gefährdeten oder vernichteten Arbeitsplätze:

  • Märklin: 650 Jobs
  • Kampa: 750 Jobs
  • Trevira: 1.300 Jobs
  • Rosenthal: 1.700 Jobs
  • Schiesser: 2.300 Jobs
  • Wadan-Werft: 2.500 Jobs
  • Herti: 3.200 Jobs
  • Karmann: 3.500 Jobs
  • Qimonda: 3.800 Jobs
  • Edscha: 5.800 Jobs
  • Woolworth: 11.000 Jobs
  • Arcandor: 40.000 Jobs

Zusammen ergibt das einen Verlust von 76.500 Arbeitsplätzen.
Bei einigen Firmen können vielleicht ein paar Arbeitsplätz gerettet werden, denn die Insolvenzverfahren laufen noch und es besteht die Hoffnung auf eine Restrukturierung der Unternehmen. Dann allerdings mit viel weniger Jobs als vor der Pleite.

Die Liste ist jedoch noch lange nicht zu Ende geschrieben. Das Jahr ist ja erst zur Hälfte rum. Auch sind die vielen verlorengegangenen Jobs bei Insolvenzen von kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht berücksichtigt. Die zählt keiner und die tauchen auch in keiner Statistik auf.
Lieber “kämpft” die Politik öffentlichkeitswirksam bis zur Wahl um die 55.000 Jobs bei Opel, die auch noch über ganz Europa verteilt sind. Natürlich sind auch diese wichtig. Doch besteht der Verdacht, daß es ähnlich wie bei Arcandor laufen wird und Opel nach der Bundestagswahl plötzlich nicht mehr so “systemrelevant” sein wird.
Die große Masse der anderen Unternehmen und deren Arbeitsplätze werden dabei aber vergessen. Leider eignen sich diese nicht so gut für den Wahlkampf und die Profilierung in Talkschows im mit Zwangs-PayTV-Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Quelle: Handelsblatt

Arcandor fallen gelassen

Juni 08, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 1 Kommentar →

Die Wahlen sind gelaufen - Arcandor wird fallen gelassen.

Wie die sprichwörtliche heiße Kartoffel müssen sich die Mitarbeiter von Arcandor heute vorkommen. Wurde am Wochenende noch heiß diskutiert, ob und wie man Arcandor helfen oder eben nicht helfen sollte, so läßt das Oberhauptkommando des “Baron aus Bayern” heute kurz und knackig durch einen Sprecher verlauten

Das ist abgelehnt.

Keine Bürgschaften oder Kredithilfen aus dem Deutschlandsfonds für Arcandor. Das dürfte das Ende für den Handelsriesen bedeuten. Die Aktie reagiert entsprechend:  -25 Prozent.

Es kam also wie erwartet. Man hat bis zur Europawahl diskutiert und Interesse an einer Lösung vorgetäuscht, nur um dann direkt nach der Wahl kurz und knackig die Ablehnung durch einen Ministeriumssprecher verkünden zu lassen. Dafür bemühte sich der Minister nicht mal selbst.
Ebenso wird es Opel nach der Bundestagswahl ergehen! Dafür allerdings wird der Herr zu Guttenberg dann persönlich sorgen. Da sollten sich die Opel-Mitarbeiter keine falschen Hoffnungen machen.

Nur damit das klar ist: Niemand wollte eine Bürgschaft oder einen Kredit für Arcandor. Und das ist bei einem Unternehmen, daß durch den Herrn Middelhoff und seine Vorgänger und nicht durch die Finanzkrise in die heute prekäre Lage gebracht worden ist, auch vernüftig. Keine weiteren Steuergelder für die Rettung von altem Geldadel!  Das gilt auch für Fall Schäffler/Continental. Der Steuerzahler ist schon genügend geschröpft wurden.

Mit ehrlich kommunizierter Politik hat das ganze Schmierentheater jedoch nichts zu tun. Wahlkampf auf Kosten der Arbeitnehmer mehr ist das nicht. Auch das ist ein Grund dafür, warum die Wahlbeteiligung bei der Europawahl so erschreckend niedrig war.

P.S. Mal unter der Hand gesprochen: Die meisten Innenstädte würden eine immense Aufwertung erfahren, wenn die häßlichen 70er-Jahre Warenhäuser mit ihrer Aluminium-Wabenoptik verschwinden würden. Wer immer diese architektonischen Machwerke damals genehmigt hat, müßte dafür noch heute zur Rechenschaft gezogen werden.

Quelle: Handelsblatt

Opel schaltet Danke-Anzeigen

Juni 05, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 7 Kommentare →

Opel sagt “Danke!” für die Staatshilfe und schaltet dafür Anzeigen in vielen Zeitungen.

Offenbar haben die Verantwortlichen der Adam Opel GmbH eine gute Kinderstube. Wenn man etwas geschenkt bekommt, dann sagt man artig “Danke”. Und da Opel jetzt viele Mrd. vom Staat geschenkt bekommt, wurden in vielen deutschen Zeitungen ganzseitige Danke-Anzeigen geschaltet.

Opel-Anzeige

Opel-Anzeige

Die Anzeige soll in insgesamt 4,6 Mio. Zeitungsexemplaren erschienen sein, z.B. in der FAZ, SZ und BILD. Allein in der BILD kostet eine Anzeige in der Größe 360.000 EUR.

Die Opel-Verantwortlichen mögen vielleicht eine gute Kinderstube gehabt haben und brav “Bitte” und “Danke” gelernt haben, einen Bezug zur Realität haben sie nicht mehr. Man kann sich ausrechnen, wieviele Millionen diese Anzeigen-Aktion gekostet haben dürfte, und sich im Gegenzug dann man vorstellen, wieviele kleine und mittelständische Unternehmen, die genau die gleichen Probleme wie Opel haben, um die sich aber kein Politiker-Hansel kümmert, mit diesem Geld man hätte retten können. Eine unvorstellbare Verschwendung!
Das perfide dabei ist jedoch, daß eine Adam Opel GmbH, die gerade mit Steuergeldern in Höhe von 4,5 Mrd. EUR für Bürgschaften und Kredite vor dem Untergang gerettet wurde, jetzt zügellos mit dem Geld um sich schmeißt.

OPELANER - IHR BRAUCHT NIEMANDEM DANKE SAGEN. Wir wurden ja gar nicht gefragt, ob wir euch Geld schenken wollen! Hätte man uns gefragt, dann hättet ihr jetzt wahrscheinlich auch keinen Grund für solche Anzeigen.

Wobei bei uns den Steuerzahlern bedankt ihr euch ja auch gar nicht. Eure Anzeige richtet sich ja nur an die Bundesregierung, die Ministerpräsidenten der Länder, die Kunden, die Handelspartner, die Lieferanten und die Betriebsräte. Da hat euch eure Kinderstube doch noch verlassen!

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