Artikel der Kategorie ‘Wirtschaft’:

Weg frei für Börsengang der Bahn

Mai 15, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft Noch keine Kommentare →

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG hat eine neue Konzernstruktur beschlossen. Damit ist die Teilprivatisierung der Bahn noch in diesem Herbst möglich.

Als letzte Hürde wurde die Ablehnung der Gewerkschaften beseitigt. Dafür garantiert die Bahn, bis 2023 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen.

Nach der Teilprivatisierung soll die Bahn dann folgende Struktur haben:

  • Trotz des Börsengangs von Personen- und Frachtverkehr soll die Bahn als integrierter Konzern bestehen bleiben.
  • Die Infrastruktur soll zu 100 Prozent bei der Dachholding bleiben.
  • Außerdem soll der Konzern die Mehrheit am Personen- und Frachtverkehr behalten.

Die Tochtergesellschaft und die Holding sollen teilweise in Personalunion geführt werden. So ist Hartmut Mehdorn der Vorsitzende beider Vorstände. Der ehemalige Transnet-Chef Norbert Hansen wird Arbeitsdirektor in der Holding. Die bisherige Personalchefin der Holding, Margret Suckale, ist künftig Vorstand Personal und Dienstleistungen der Subholding.

Der Bundestag wird sich am 29. oder 30. Juni abschließend mit der Teilprivatisierung befassen.

Quelle: SPIEGEL online

Interessant finde ich zu dem Thema vorallem die Personalie Norbert Hansen. Sollte er bei den Verhandlungen als Gewerkschaften eher sein eigenes Wohl als das seiner Gewerkschaftsgenossen im Auge gehabt haben!?

achtung.gif Nachtrag (16.05.08): Der neue Arbeitsdirektor, der ehemalige Gewerkschafter Norbert Hansen, führt sich gleich mal standesgemäß ein. Erste Amtshandlung war die Ankündigung, daß der Personalabbau weitergeführt wird, entgegen der Kündigungsschutz-Zusage bis 2023. Außerdem sollen alle Mitarbeiter effizienter arbeiten: Lokführer könnten in ihren Pausen ruhig mal die Abteile in den Waggons aufräumen.
Offenbar bekommt Herrn Hansen sein neues Büro im Bahntower am Potsdamer Platz nicht so gut. Augenscheinlich ist die Luft da oben nicht nur dünner, sondern hat auch weniger Sauerstoff. ;-)

Quelle: Handelsblatt

Dresdner Bank: Zurück auf Los

Mai 07, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 2 Kommentare →

Die Dresdner Bank startet neue Direktbank.

Die Allianz-Tochter Dresdner Bank startet die neue Direktbank “Direct 24″.
Direct 24 wird 7 Kernprodukte anbieten, darunter auch Baufinanzierung und ein Tagesgeldkonto.

Die Dresdner Bank hatte früher bereits eine Direktbank am Start. Die Advance Bank wurde jedoch vor 4 Jahren geschlossen. Jetzt versucht man abermals die Abwanderung der Kunden zu Konkorrenzbanken wie der ING-Diba zu verhindern.

Quelle: Handelsblatt

“Direct 24″ - was für ein innovativer Name ;-)
Nun besinnt man sich also wieder einmal auf die Privatkunden, nachdem diese in den letzten Jahren verjagt wurden. Private Banking für die Gutbetuchten sollte DAS Allheilmittel für die Wachstumsprobleme der Banken sein. Nun hat man viel Lehrgeld bezahlt und kommt aus den Elfenbeintürmen zurück an die Basis.
Mal sehen, wie lange bei den Banken die Erkenntnis anhält, daß man mit den “kleinen” Kunden sein Butterbrot verdient!

Ausbeutung bei IKEA

April 29, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Gesellschaft, Wirtschaft 2 Kommentare →

Das ZDF-Magazin Frontal21 wird in seiner heutigen Ausgabe über die Ausbeutung von Angestellten bei IKEA berichten.

Die Gewerkschaft verdi sagte im Interview mit Frontal21:

IKEA verlangt alles von den Mitarbeitern: absolute Flexibilität, körperlichen Einsatz bis zur Erschöpfung, Krankheit wird kaum akzeptiert. Da sind wir fast schon wieder im Frühkapitalismus angelangt.

Die Liste der Verfehlungen von IKEA ist laut verdi lang:

  • Vorallem kranke, ältere und alleinerziehende Mitarbeiter werden unter Druck gesetzt.
  • Der Betriebsrat wird massiv in seiner Tätigkeit behindert. Betriebsräte werden wie Gegner behandelt. Es soll sogar Personalleiter-Seminare für das Vorgehen gegen Betriebsräte geben.
  • Aufgrund der dünnen Personaldecke kommen die Menschen an ihre Belastungsgrenze und einige sollen schon Zusammenbrüche erlitten haben.
  • Briefe an die Geschäftsleitung von IKEA haben keine Besserung gebracht.
  • Darüberhinaus hat IKEA seine Mitarbeiter offenbar auch im großen Stil mit Kameras überwacht.

IKEA weist alle Vorwürfe zurück und spricht von Einzelfällen.

Quelle: ZDF, Frontal21

Wahrscheinlich sind das nur 43 Einzelfälle. Soviel Filialen hat IKEA zur Zeit in Deutschland.
Bei denen sind meiner Meinung nach, sollten die Anschuldigungen zutreffen, nicht nur die “Möbel” nicht echt, sondern auch die Mitarbeiterrechte.

achtung.gif Nachtrag (30.04.): In einer Pressemitteilung nimmt IKEA jetzt Stellung zu den Vorwürfen. Laut IKEA liegen die Vorfälle schon Jahre zurück und wurden bereits vollständig geklärt. Auch der Gesamtbetriebsrat von IKEA widerspricht den Vorwürfen von verdi.

Wenn das alles so zutrifft, wie IKEA behauptet, dann ist der Beitrag von Frontal21 nur viel heiße Luft. Den Mitarbeitern von IKEA wäre es zu wünschen!

Die 11 Geheimnisse des Ikea-Erfolgs (Amazon)

In Deutschland soll Erdöl gefördert werden

April 28, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft Noch keine Kommentare →

Die extrem gestiegenen Erdöl-Preise machen die Förderung von Erdöl in Deutschland wieder attraktiv.

In Deutschland wurde schon in früheren Zeiten Erdöl gefördert und wird zum Teil heute noch gefördert. Doch die Preise für die Bohrungen brachten die Erdölproduktion hierzulande fast komplett zum Erliegen. Einige Ölfelder wurden geschlossen, noch bevor alles Öl gefördert worden war.
Mit den jetzt gestiegenen Rohstoffpreisen könnten die alten Ölfelder jedoch wieder angezapft werden. In Bayern wurden bereits mehrere Konzessionen für die Suche nach Erdöl und -gas ausgegeben.

Die Firma Activa Resources beispielsweise, die bisher nur in Texas aktiv war, hat sich auf die Ausbeutung von verlassenen Ölquellen spezialisiert. Activa will jetzt in Deutschland solche Ölfelder restlos leer pumpen.

Allein in Niedersachsen sollen noch 250 Mio. Barrel Öl lagern. Im Vergleich zum Welt-Tagesverbrauch von 85 Mio. Barrel nicht sehr viel, aber selbst diese Kleinstmengen sind wieder interessant geworden.

Quelle: SPIEGEL online

Dann will ich mir schon mal einen Texas-Hut zulegen, um J.R. Ewing gebührend begrüßen zu können.

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