Ryanair storniert alle Tickets von Drittanbietern
Die Fluggesellschaft Ryanair hat alle Tickets storniert, die über Drittanbieter erworben wurden.
Die betroffenen Kunden sollen sich wegen eventueller Erstattungen der Kosten an die Drittanbieter wenden.
Ab sofort akzeptiert Ryanair nur noch Tickets, die über die eigene Homepage des Billigfliegers gebucht wurden. Damit will Ryanair dafür sorgen, daß die Ticketpreise ohne Aufschläge an die Kunden weitergegeben werden. Außerdem soll so die rechtzeitige Benachrichtigung der Fluggäste bei entstehenden Flugverschiebungen besser gesichert werden.

Foto: Bilderrampe.de
Europaweit sind mehrere tausend Fluggäste betroffen. Diese müssen sich jetzt an ihren Anbieter wegen der Rückerstattung der schon bezahlten Tickets wenden und dann neu über die offizielle Ryanair-Hompage buchen. Ob sie dann noch den ursprünglichen Schnäppchen-Preis bekommen, ist natürlich offen. Auf Hilfe oder Kulanz von Ryanair brauchen sie dabei natürlich nicht hoffen. Die irische Airline ist für ihre Sturheit im Umgang mit Kulanzfragen geradezu berüchtigt.
Wer Service will, der muß auch Service buchen. Der kostet allerdings auch.
Wer dagegen das reine Produkt “Fliegen von A nach B” will, bekommt genau das zu einem günstigen Preis bei Ryanair. Aber mehr auch nicht.
Quelle: Stern
Ryanair muß Tickets von Drittanbietern anerkennen (25.08.08)
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Netto startet Spenden-Aktion für Bauern
Die Supermarktkette Netto Marken-Discount startet seine Spendenaktion für Milch-Erzeuger.
Unter dem Motto “Ein Herz für Erzeuger” verkauft Netto ab sofort Milch mit einem Aufpreis von 10 Cent pro Liter. Später sollen auch andere Produkte folgen. Der Mehrpreis soll direkt an die Bauern gehen.
Netto stellt den Kunden vor die Entscheidung: Entweder wie bisher günstige Milch kaufen oder für die Bauern über einen höheren Verkaufspreis zu spenden. So kostet die “Haltbare fettarme Milch 1,5%” normal 61 Cent, mit Bauern-Spendenaufschlag 71 Cent.
Das ganze erinnert doch ein bisschen an das “Notopfer Berlin“. Damals mußten zum normalen Briefporto noch Notopfer-Marken mit einem Wert von 2 Pfennig auf den Brief geklebt werden. Durch dieses Notopfer sollte der West-Berliner Bevölkerung während der Blockade geholfen werden.
Im Gegensatz zu damals ist die Spendenaktion für die Bauern heute freiwillig. Und das ist auch gut so, denn wo bleiben denn die Hilfen für die EDV-Branche? Die Notebooks werden auch immer billiger. Davon kann kaum ein EDV-Händle mehr leben und viele kleine Händler sind schon pleite gegangen. Wo bleiben die Hilfen für die Bauindustrie? Es baut kaum noch einer Häuser und vom Ausland drängen Billiganbieter sowohl beim Bau als auch in der Materialherstellung auf den Markt. Wo bleiben die Spendenaktionen für die Bäcker, für die Tankstellen, für die Zeitungen, für die…. usw. usw. usw.
Man kann doch nicht allen Ernstes eine Spendenaktion für die Bauern starten! Die bekommen doch heute schon Milliarden von Subventionen aus EU-Geldern in den Allerwertesten geblasen. Das Durchfüttern der Bauern war überhaupt einer Gründe, daß die EU (damals EWG) gegründet wurde. Und genau aus diesem Grund haben die Bauern nie gelernt wirtschaftlich zu arbeiten.
Da sollte man sich mal ein Beispiel an Neuseeland nehmen. Anfang der 1980er Jahre wurden alle Subventionen und Einmischungen des Staates in die Landwirtschaft auf ein Minimum reduziert. Dadurch kam es zu einer Reduzierung auf die Wünsche des Marktes und der Verbraucher, unwirtschaftliche Betriebe wurden nicht weiter durchgefüttert. So wie es nun mal in einer Marktwirtschaft tagtäglich passiert, wer nicht profitabel arbeitet, geht unter. Nokianer, Opelianer, Werftarbeiter, Steinkohlekumpels… können ein Lied davon singen. Das mag für den Einzelnen hart klingen, aber so funktioniert die Marktwirtschaft nunmal. Man kann und sollte natürlich die wirtschaftlichen Folgen für den Einzelnen abfedern. Das erfolgt jedoch zeitlich und finanziell begrenzt. Man kann eine unwirtschaftliche Produktion nicht auf Dauer mit Subventionen am Leben erhalten!
Deshalb hoffe ich auch, daß Netto mit dieser Aktion -außer dem marketingmäßigen- keinen Erfolg hat. Die Bauern müssen lernen, daß man für sein Geld auch wirtschaftlich produzieren muß. Immer weitere Spenden helfen da nicht. Das zögert das Sterben nur hinaus, verhindert Innovationen in der Landwirtdschaft und kostet uns alle eine Menge Geld.
verdi-Chef fliegt kostenlos mit Lufthansa First-Class in Urlaub
Der Chef der Gewerkschaft verdi, Frank Bsirske flog vor Beginn der Streiks zum Urlaub in die Südsee. Dahin kam er mit der Lufthansa, First Class und kostenlos.
Das nennt man doch mal… (kann jeder selbst wählen). Während tausende Reisende ewig auf Flugverbindungen warten mußten oder gleich gar nicht reisen konnten, macht der Herr verdi-Chef zusammen mit seiner Frau Urlaub in der Südsee (Wieviel verdient man eigentlich bei einer Gewerkschaft?) und läßt sich dahin vom Verhandlungsgegner Lufthansa kostenlos in der First Class fliegen. Bekommt der Herr Bsirske noch irgendetwas mit vom Leben!?
Mindestens 10.000 EUR soll so ein Flug über Frankfurt/Main und Los Angeles pro Person kosten. Da Bsirske aber stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei der Lufthansa, der Firma, die seine Gewerkschaftsgenossen kurz darauf massiv bestreiken werden, ist, braucht er für die Flüge nicht zu bezahlen. Das ist insoweit rechtlich nicht zu beanstanden, moralisch aber schon!
Die Gewerkschaftsmitglieder kämpfen um 9 Prozent mehr Lohn, um die gestiegenden Lebenskosten teilweise ausgleichenzu können, nicht um sich mehr Fernreisen zu gönnen, und ihr Chef fliegt First Class in die Südsee. Die Verhandlungen will er wohl lieber nicht unterstützen. Vielleicht, weil er nicht so genau weiß, zu wem er nun halten soll? Zu verdi, deren Chef er ist und deren Forderungen und Verhandlungen er doch unterstützen müßte. Oder zur Lufthansa, die ihm ein so schönenes Pöstchen mit vielen Vergünstigungen verschafft hat? Kein Wunder, daß er bei diesem Gewissenskonflikt lieber so weit weg wie möglich von Deutschland sein will, wenn hier die Fetzen fliegen. Da entspannt man doch lieber in der Südsee.
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Als Gewerkschaftsmitglied, das ich zum Glück nicht bin, würde ich schon überlegen, was für ein Chef da an der Spitze steht und ob der überhaupt willens und in der Lage ist, meine Forderungen zu vertreten und durchzusetzen. Auch über die Höhe des Mitgliedsbeitrags wäre es offensichtlich an der Zeit, mal nachzudenken.
Als Lufthansa würde ich mich schon wundern, wie der Stellvertreter des Aufsichtsratschefs versucht, die wirtschaftliche Kraft des Unternehmens zu schwächen. Die Aktionäre der Lufthansa sprechen dazu ein ganz klares Wort. Doch leider prallen die Pfiffe und die Gegenstimmen bei den Hauptsammlungen regelmäßig an Herrn Bsirske -ohne Eindruck zu hinterlassen- ab.
Quelle: Capital
Nachtrag (04.08.): Bsirske hat sich für seinen Freiflug entschuldigt und will diesen nun nachträglich selbst bezahlen. Allerdings zeigt er sich erstaunt über die Brisanz dieses Vorgangs.
Und genau durch dieses “Erstaunen” kann man erkennen, wie verschoben sein Moralempfinden schon ist.
Deutsche Bahn versteigert Tickets bei ebay
Die Deutsche Bahn versteigert ab sofort Tickets bei ebay.
Rund 1 Million Bahntickets kommen bis zum 10. August zur Versteigerung. Ein Teil der Tickets werden mit einem Startpreis von 1,- EUR eingestellt, andere werden zum “Sofort-Kauf” angeboten, bei diesen reichen die Preise von 33 EUR für innerdeutsche Ziele bis 44 EUR für internationale Ziele.
Es gibt mehrere Arten von Tickets: Sie berechtigen entweder zu zwei oder zu vier Freifahrten.
Vom 16. August bis zum 31. Oktober können die Tickets genutzt werden.
Darüberhinaus bieten die Deutsche Bahn und ebay vier Benefiz-Auktionen an, deren Erlöse dem Deutschen Behindertensportverband zugute kommen.
Ob auch Verspätungen unter den Hammer kommen, ließ die Bahn offen.
Quelle: SPIEGEL
Nachtrag (05.08.): Offenbar sind einige Auktions-Erstbieter enttäuscht über die Bahn, weil diese nun Tickets für Festpreise von 66 EUR eingestellt hat. Die Erstbieter hatten in Auktionen zwischen 100 und 190 EUR für die gleichen Tickets gezahlt.
Liebe ebay-Bieter so läuft das nun mal: Nicht jedes Angebot bei ebay ist gleich ein Schnäppchen. Ab und zu mal das Gehirn einschalten und nicht in Kauf- bzw. Biet-Rausch geraten, kann nicht schaden!
Vielleicht haben die Enttäuschten doch noch Glück und können sich auf ihr Widerrufsrecht bei Fernabsatzgeschäften berufen. Die Verbraucherverbände prüfen das gerade und drohen der Bahn mit Abmahnung bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Bestimmungen.


