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Artikel der Kategorie ‘Wirtschaft’:

8.000 neue Jobs bei Siemens

Februar 02, 2010 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 1 Kommentar →

Allerdings in Indien! In Deutschland will die Siemens AG 2.000 Stellen streichen.

In Indien will Siemens jetzt das ganz große Rad drehen. Siemens-Chef Peter Löscher hat dazu direkt vor Ort angekündigt, das jährliche Investitionsvolumen in Indien zu verdoppeln.

Bis 2012 sollen mehr als 250 Mio. EUR investiert werden und 8.000 neue Jobs entstehen. Bis 2020 will die indische Siemens Tochter 1 Mrd. Umsatz mit Signaltechnik, Dampfturbinen und erneuerbaren Energien machen. Der Marktanteil von Siemens im indischen Infrastrukturbereich soll auf 10 Prozent steigen und sich damit praktisch verdoppeln.

Schön für die indische Wirtschaft und deren Arbeitnehmer, schlecht für Deutschland, denn hier gehen bei Siemens zunehmend die Lichter aus. Erst vor kurzem hatte Löscher angekündigt, weitere 2.000 Stellen streichen zu wollen. Begründet wurde diese Radikalkur mit Umsatzeinbrüchen im Maschinenbau.
Trotzdem wird der Siemens Konzern AG im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres einen Nettogewinn von 1,5 Mrd. EUR ausweisen. Zu erklären, wie das mit den angekündigten Stellenstreichungen zusammenpaßt, wird der Konzern wohl abermals schuldig bleiben.

Indien hat in 2008 von Deutschland 215,5 Mio. EUR Entwicklungshilfe erhalten. Der neue Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wider Willen Dirk Niebel (FDP) hat zwar angekündigt, künftig die Entwicklungshilfe für Indien und auch China streichen zu wollen, doch von heute auf morgen geht da gar nichts. Laufende Verträge und Vereinbarungen müssen selbstverständlich erfüllt werden.
So wird also mit deutscher Entwicklungshilfe finanziell dafür gesorgt, daß deutsche Arbeitsplätze nach Indien verlagert werden. Und wegen der steuerlichen Berücksichtigung der Investitionskosten wird Siemens doch bestimmt auch noch beim deutschen Finanzministerium vorstellig. Der deutsche Steuerzahler darf sich so gleich zweimal an der Gewinnmaximierung von Siemens beteiligen. Da bekommt der alte Werbespruch “Siemens - wir gehören zur Familie” ganz neue Dimensionen.

Quellen: heise, BMZ, FAZ

Media-Markt-Werbeaktion geht nach hinten los

Januar 11, 2010 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 51 Kommentare →

Die Elektronikhandelskette Media-Markt beschenkt ihre Kunden.

Wer in den letzten 2 Wochen bei Media-Markt einkauft hat, konnte mit etwas Glück die Ware kostenlos bekommen. Möglich machte es eine Werbeaktion des Elektronik-Marktes.

Funktioniert hat die Aktion so: Jeder Kassenbon enthält eine eindeutige Endziffer zwischen 0 bis 9. Jeden Tag nach Geschäftsschluß loste Media-Markt eine Endziffer aus und gab diese auf seiner Homepage und über eine Service-Hotline bekannt. Stimmte die Endziffer auf dem Kassenbon mit der gezogenen Zahl überein, konnte der Kunde mit dem Kassenbon zu einer Media-Markt-Filiale gehen und sich den Geldbetrag des Kassenbons wieder auszahlen lassen. Damit bekam der Kunde die Ware praktisch umsonst.

Diese Aktion lief vom 02. bis zum 09. Januar 2010 und ist damit jetzt beendet. Seinen Kassenbon mit der richtigen Endnummer kann der Kunde noch bis zu 14 Tage nach dem Kauf, also max. bis zum 23. Januar, gegen Bargeld eintauschen.

So weit so gut. Vorallem für den Umsatz von Media-Markt, dachten zumindest deren Werbestrategen. Man ging offenbar davon aus, daß manche Kunden durch den mehrfachen Kauf eines Artikels auf unterschiedlichen Kassenbons versuchen werden, in den Genuß des Glücksspielgewinns zu kommen. Denn wer zehnmal den gleichen Artikel kauft, bekommt einen davon auf jeden Fall umsonst.

So dachten die Media-Markt-Manager und freuten sich schon über leere Lager und einen riesen Umsatz. Daß das Ganze so aber keinen Sinn macht, übersahen die Strategen geflissentlich. Denn wer kauft sich schon ernsthaft 10 Fernseher, um dann einen davon geschenkt zu bekommen? In der Summe würde man trotzdem draufzahlen.

Entweder haben die Media-Markt-Manager ihr Praktikum im Bundeswirtschaftsministerium gemacht, wo mathematische Unbedarftheit noch lange kein Karrierekiller ist, oder sie hatten die Hoffnung, daß die Kunden nur einen Fernseher kaufen und dann auf ihr Glück bei der Auslosung der Kassenbon-Endziffer setzen.

Doch die Media-Markt-Strategen haben die Rechung ohne ihre Kunden gemacht, denn diese werden dem Werbeslogan “Ich bin doch nicht blöd” voll gerecht. So kauften viele Kunden sehr wohl 10 Fernseher und bekamen einen davon durch die Aktion auf jeden Fall geschenkt.

Und die anderen neun? Die gaben sie einfach zurück, denn das erlauben die Geschäftsbedingungen von Media-Markt eindeutig. Dort heißt es:

Bis zu 14 Tage ab Kaufdatum wird die Ware “ohne wenn und aber” zurückgenommen.

In einigen Filialen nehmen die Rückgaben inzwischen solche Ausmaße an, daß Ware, die im Aktionszeitraum vom 02.-09. Januar verkauft wurde, nur noch gegen Warengutscheine zurückgenommen wird. Nach Ansicht der Media-Markt-Zentrale dürfe der Kunde zwar 14 Tage lang seine Ware zurückgeben, ein Anrecht auf Bargeld habe er aber nicht. So schnippische reagieren schlechte Verlierer!

Da hat man seine Kunden wohl für blöder gehalten, als es die Werbung suggerieren soll.

Quelle: FR

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Berliner S-Bahn darf noch 1 Jahr weiterwursteln

Dezember 22, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 1 Kommentar →

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat die Betriebserlaubnis um 1 Jahr verlängert.

In die Bahn-Tochter Berliner S-Bahn hat das EBA aber nur noch ein eingeschränktes Vertrauen. Normalerweise hätte die Betriebserlaubnis um 15 Monate verlängert werden können, doch die Pannenserie der letzten Monate und die dabei ans Licht gekommenen eklatanten Sicherheitsmängel haben das EBA davon Abstand nehmen lassen. Nur 1 Jahr darf die S-Bahn nun erstmal weiterwursteln.

Das EBA wird in den kommenden 12 Monaten ein besonderes Auge auf die Bahn-Tochter haben und dabei vorallem die Achsen und Bremsen genauestens beobachten. Sollten weiterhin derartige Schlampereien wie in den letzten Monaten auftreten, hat das EBA durch die Befristung der Betriebserlaubnis die Möglichkeit, diese auch komplett zu entziehen. Dann stehen alle Räder still bei der Berliner S-Bahn. Und zwar für lange Zeit, denn so schnell läßt sich kein Ersatzbetreiber aus dem Hut zaubern.

Man wird nun sehen müssen, ob der Mehdornsche Sparzwang auf Kosten der Sicherheit der Kunden weiter die gelebte Firmenphilosophie der S-Bahn ist oder ob man sich wieder auf seine Kernaufgaben konzentriert. Und dazu gehört nicht, die Deutsche Bahn börsenreif zu machen.

Quelle: Handelsblatt

Quelle endet im Chaos

Dezember 01, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Wirtschaft 2 Kommentare →

Der Online-Ausverkauf bei Quelle ist beendet. Noch immer liegen Millionen Artikel im Lager.

Und da werden sie wohl auch bleiben, denn um diese Artikel auch noch verkaufen zu können, müßte man schon genau wissen, wo welches Teil liegt.
Bei der Menge an Artikeln und deren Varianten und den damit verbundenen Lagerbewegungen hatte Quelle wie jedes andere Unternehmen auch eigens darauf spezialisierte Logistik-Computer. Diese Computer vergeben völlig automatisch freie Regalplätze an die ankommende Ware. Und nur diese Computer wissen den aktuellen Lagerplatz der verbliebenen Artikel im Hochregallager, denn eine thematische Ordnung der Ware gibt es nicht. Es geht ganz allein um freie oder belegte Regalfächer. Ohne diese Computer und der darauf laufenden Logistiksoftware herrscht das blanke Chaos. Und genau das droht jetzt dem Quelle-Lager.
Die Logistik-Computer sollen spätestens Ende Januar 2010 abgeschaltet werden. Ab diesem Zeitpunkt wird es unmöglich sein, auch nur irgendeinen Artikel gezielt zu suchen und zu finden.

Bei der Verwertung der übriggebliebenen Ware über Ramschketten und Sonderpostenmärkte darf der Insolvenzverwalter aber nicht weniger für die Ware einnehmen, als allein die Herausgabe der Ware aus dem Lager an Kosten verursacht. Da die Resteverwerter aber so wenig wie möglich und gern noch etwas weniger bezahlen wollen, könnte es am Ende dazukommen, daß das Lager komplett mit der Restware in den Regalfächern an den Vermieter übergeben wird. Das ist billiger, als die Ware mühsam und kostenintensiv zusammensuchen. Der Vermieter kann dann zusehen, wie er die Sachen aus dem Lager bekommt.

Quelle: FTD

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