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Artikel der Kategorie ‘Sicherheit’:

Wie gefährlich ist der neue Personalausweis?

August 26, 2010 Von: Beobachter Kategorie: Sicherheit 2 Kommentare →

Das Bundesinnenministerium feiert den neuen Perso, verschweigt aber die Risiken.

Ab November soll der neue Personalausweis in Deutschland eingeführt werden. Das Bundesinnenministerium feiert den “elektronischen Personalausweis als ein universelles Identitätsdokument für die klassische und für die Online-Welt, das die persönlichen Daten schützt und die IT-Sicherheit stärkt”. Gefahren werden jedoch verschwiegen.

28,80 EUR soll er kosten und wird damit erheblich teurer sein als der bisherige Perso, der für 8 EUR zu haben war. Dazu kommen noch diverse Zusatzgebühren, etwa für das Aktivieren der Onlinefunktionen. Mehr als dreimal soviel müssen die Bundesbürger damit zukünftig für ihre Identitätscard ausgeben, doch mehr Sicherheit bekommen sie dafür nicht. Einzig die Firmen, die an der Herstellung der Ausweise beteiligt sind, können sich über staatlich garantierte Profite freuen.

Doch wie gefährlich ist der neue Personalausweis?
Der neue Ausweis enthält einen RFID-Chip, auf dem die persönlichen Daten und die Fingerabdrücke des rechten und linken Zeigefingers (deren Erfassung vorerst freiwillig ist) gespeichert. Mithilfe dieses Chips soll es möglich sein, sich im Internet etwa für Online-Banking oder -Einkäufe eindeutig zu identifizieren.
Und genau liegt eines der Probleme mit dem neuen Perso. Die Lesegeräte, mit deren Hilfe sich die Ausweisinhaber im Internet identifizieren sollen, weisen altbekannte Sicherheitslücken auf, wie der Chaos Computer Club und das ARD-Magazin Plusminus  jüngst aufdeckten:

Quelle: YouTube

RFID-CHIP läßt sich unbemerkt auslesen
Doch auch der RFID-Chip selbst stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Mithilfe eines RFID-Lesegerätes ist jederzeit möglich, den Chip berührungslos per Funk auszulesen. Und das auch nocj in einem Abstand von mehreren Metern. So sind Personenkontrollen schnell, einfach und effizeint möglich, ohne daß der Ausweisinhaber davon überhaupt irgendetwas merkt. Das funktioniert im Übrigen schon heute beim aktuell ausgebenen Reisepaß. Auch dieser enthält einen integriertem RFID-Chip mit allen Daten und Fingerabdrücken.
Jeder Besitzer des neuen Reisepasses oder neuen Personalausweis sollte also dringends dafür sorgen, daß ein Auslesen der Daten per Funk unmöglich ist. Dafür gibt es die Möglickeit den Paß bzw. Ausweis in Alufolie einzuwickeln oder die etwas elegantere Methode mit einer entsprechenden abschirmenden Hülle das unbemerkte Auslesen zu verhindern. Von der Möglichkeit, den Chip mit der Mikrowelle außer Gefecht zu setzen, sollte man Abstand halten, weil dadurch Brandlöcher entstehen können und der Ausweis so als ungültig angesehen werden könnte.

Jetzt noch alten Personalausweis besorgen
Wer die Gefahren, die mit dem neuen Personalasuweis verbunden sind, komplett vermeiden möchte, sollte sich noch vor Beginn des diesjährigen Novembers einen neuen alten Perso ausstellen lassen. So ist man wenigstens die kommenden 10 Jahre geschützt, denn solange gilt der bisherige Ausweis. Und billiger ist es außerdem.
Allerdings darf man erst 6 Monate vor Ablauf des Perso einen neuen beantragen. Es sei denn, man verliert seinen Ausweis ganz plötzlich. Dann ist eine sofortige Neuausstellung möglich.

Quellen: heise, netzpolitik, Wikipedia, Zeit, FoeBuD

Street View zum Selbermachen

August 18, 2010 Von: Beobachter Kategorie: Sicherheit 3 Kommentare →

Google Street View - DAS Sommerthema 2010.
Die AR.Drone macht Live-Bilder für jedermann möglich.

So langsam aber sicher beginnen das Thema Google Street View und die künstliche Aufregung darum zu nerven. Denn jeder, absolut jeder meint, sich dazu äußern zu müssen, obwohl er nicht den blassesten Schimmer hat, worum es sich bei dem neuen Dienst von Google eigentlich handelt. Jede Fernsehsendung, und sei sie noch so klein, hat DAS Top-Thema des Sommers 2010 im Programm. Selbst die Tagesschau, die sich nach eigenen Aussagen immer redlich bemüht, nur ernsthafte Themen in die Sendung zu nehmen, trägt zur Verunsicherung bei. Und jeder, der glaubt er habe eine politische Karriere noch vor sich, sondert sein sinnloses Geblubber in eine der zahlreichen willfährig hingehaltenen Kameras ab.
Doch auch Politiker in Verantwortung sind nicht besser, allen voran Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner. In jedem Interview, in dem sie sich zum Thema Street View äußert, wird dem Zuschauer allerdings ihre totale Ahnungslosigkeit offengelegt. Und Interviews gibt sie dieser Tage viele.  Auch im ARD-Morgenmagazin (Liebe ARD-Grafiker:  Nein, die Street View-Autos strahlen nicht) mußte sie natürlich persönlich erscheinen, um gegen das Böse zu kämpfen. Kommt die Frau eigentlich noch zum Arbeiten?

Der Bundesrat hat sogar einen eigenen Gesetzentwurf gegen das böse Google Street View vorgelegt. Der wurde glücklicherweise schnell und damit kostensparend in den Papierkorb entsorgt. Wo waren denn die Herren und Damen Bundesratsmitglieder als es um wirkliche Eingriffe in den Datenschutz und die Bürggerechte, wie ELENA, SWIFT und Vorratsdatenspeicherung, ging?

Auch der normale Bürger, der sich und sein Haus nun in akuter Gefahr sieht, will natürlich nicht zurückstehen und läßt sich gern vor den Medienkarren spannen. So erlangte der Artikel der RP mittlerweile traurige Berühmtheit. Ältere Hausbesitzer wollen ihrem Unmut über Google Street View äußern und lassen sich dafür vor ihrem Haus fotografieren. Dieses Bild steht dann mit den vollen Namen, klar zu erkenenen Gesichtern und der Adresse der Hausbesitzer im Internet. So viel Informationen auf einmal hätte Google niemals liefern können.

Es kommt langsam der Eindruck auf, daß es sich bei der künstlichen Aufregung über die angeblichen Machenschaften von Google um eine gezielt gesteuerte Ablenkungsaktion handelt. Google Street View ist nicht neu, es gibt bereits andere Anbieter wie sightwalk, Street View hat keine Livebilder, trotzdem dieses künstlich forcierte Interesse.
Wahlvolk verunsichern und ablenken, das hat bei Merkel und Co. doch immer gut funktioniert. So wurden bspw. während der Fußball-WM 2006 eine ganze Masse an neuen Gesetzen beschlossen, quasi an der allgemeinen Aufmerksamkeit vorbei. Auch bei der diesjährigen WM war es wieder so.
Stellt sich nur die Frage: Was soll diesmal verschleiert werden? Vielleicht die Vorgänge rund um die Loveparade? Herr Sauerland, der brutalstmögliche Aufklärer, und seine Machenschaften? (Die “Geheimdokumente” gibt es übrigens u.a. hier.)
Man darf gespannt sein.

Doch nun kommt es für die Street View-Fanatiker ganz dick! Jetzt kann jeder sein eigenes Street View machen, aber mit Live-Bildern! Das, wovon alle immer gefaselt haben, wird nun möglich: Der echte Live-Blick über den Gartenzaun.
Mit der Flug-Drone von Parrot sind echte Live-Bilder möglich. Für 299,- EUR ist die AR.Drone beim Elektro-Discounter Saturn für jedermann erhältlich. Wer bei Saturn zu spät kommt bzw. dessen Filiale die Teile gar nicht im Sortiment hat, der kann die Parrot AR.Drone auch bei Amazon bekommen.

Foto: AR.Drone

Foto: AR.Drone

Die AR-Drone hat zwei Kameras (eine vorn, eine unten) und kann völlig frei fliegen, innen und außen. Der Quadcopter besitzt ein Trägheitsmessystem, Ultraschallsensoren und sogar einem Autopiloten. Eine Ladung der eingebauten Akkus reicht für rund 12 Minuten. Dabei kann die Drone Fluggeschwindigkeiten von bis zu 18 km/h erreichen. Gesteuert wird das fliegende Auge über WLAN von einem Apple iPhone, iPod Touch oder iPad aus. Demnächst sollen auch andere Plattformen möglich sein.
Über Wi-Fi gelangen die Bilder auf den Bildschirm des Steuergerätes. So kann sich jeder in Echtzeit ansehen, was gerade in Nachbars Garten vor sich geht.

Der Albtraum der Street View-Gegner wird nun wirklich wahr.
Frau Aigner übernehmen Sie! Oder ist das nicht populistisch genug?

Atomkonzerne drohen mit AKW-Abschaltung

August 14, 2010 Von: Beobachter Kategorie: Sicherheit 3 Kommentare →

Die Atomindustrie droht damit, Atomkraftwerke abzuschalten, wenn die geplante Brennelementesteuer kommen sollte.

Da kann man nur sagen:

Bitte liebe AKW-Betreiber macht eure Drohung wahr.
Schaltet eure lebensgefährlichen Schrott-Reaktoren endlich ab!

Besser heute als morgen.

Also liebe Frau Merkel und schwarz-gelbe Koalition, bleiben Sie einmal bei Ihrem Wort und setzen sie die Brennelementesteuer durch! Dann haben die Atomkraftwerke vielleicht ein schnelleres Ende als wir alle zu hoffen wagten.

Worum geht es? Die Atomlobby droht mal wieder und will die Politik erpressen. So weit nichts neues. Doch diesmal droht sie mit einer Sache, zu der die große Mehrheit der Bevölkerung sofort Beifall klatschen würde. Sie droht damit, Atomkraftwerke abzuschalten.

Grund für diesen neuerlichen Erpressungsversuch der AKW-Betreiber ist die geplante Brennelementesteuer. 2,3 Mrd. EUR sollen mit dieser neuen Steuer pro Jahr in den Staatshaushalt gespült werden. Dafür darf die Kernenergieindustrie den zu Zeiten von Rot-Grün ausgehandelten Vertrag zum Atomausstieg brechen und ihre AKWs länger laufen lassen. Und so jeden Tag einen Reingewinn von 1 Mio. EUR pro AKW machen.
Von diesem Gewinn will die Bundesregierung ein kleines Stückchen abhaben und hat deshalb die Brennelementesteuer erfunden. Mit ihr soll der Haushalt saniert und die erneuerbaren Energien gefördert werden.

Die Atom-Lobby behauptet nun, durch die Brennelementesteuer würden sich die Atomkratwerke nicht mehr rechnen. Interessante These, ist es doch so, daß der größte Teil der Kosten der Energiegewinnung doch sowieso schon vom Steuerzahler getragen wird und auch in Zukunft noch getragen werden muß. Da sei nur an die 1.000.000 Jahre erinnert, die der heute produzierte Atommüll noch sicher und vorallem teuer gelagert werden muß.

Bündnis90/Die Grünen haben bereits einen heißen Herbst angekündigt. Es soll unter allen Umständen verhindert werden, daß die Kernkraftwerke überhaupt länger laufen dürfen. Sollte Merkel versuchen, die Laufzeitverlängerung am Bundesrat vorbei durchzusetzen, dann geht die Angelegenheit vor das Bundesverfassungsgericht.

Quelle: SpOn

achtung Nachtrag: Das Argument “Das Licht geht aus, wenn die AKW abgeschaltet werden” wurde von Greenpeace widerlegt. AKW-Abschalten führt nicht zu einer Stromlücke!

Google Street View startet in Deutschland

August 11, 2010 Von: Beobachter Kategorie: Sicherheit 2 Kommentare →

Ende 2010 kommt Google Street View nach Deutschland. Ab sofort kann man Widerspruch einlegen.

Nun es ist so weit. Trotz der medienwirksamen Proteste von Politikern, Datenschützern und Bevölkerung will Google sein Street View auch für Deutschland freischalten. Bisher gibt es Street View für über 20 andere Länder.
Zum Jahresende soll es mit den Städten Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal losgehen. Dann sind die Fotos, die Google mit den mittlerweile jedem bekannten Kamerafahrzeugen in unzähligen Fototouren gesammelt hat, über Goggle Maps und Google Earth zu sehen.

Nach den teils heftigen Protesten, die auf Google in den letzten Monaten eingeprasselt sind, hat sich der Internetkonzern dazu entschlossen, Anwohnern noch vor dem Start von Street View die Möglichkeit zu geben, gegen die Veröffentlichung von Fotos Einspruch einzulegen. Die beanstandeten Bilder sollen dann so bearbeitet werden, daß entsprechende Teile unkenntlich werden. Für einen Wohnblock reicht bspw. der Einspruch eines einzelnen Bewohners, so daß das Fotos entsprechend bearbeitet wird und der Wohnblock unkenntlich wird. Das Fotos selbst, soll aber in der Street View Datenbank verbleiben, nur eben entsprechend angepasst.
Google weist daraufhin, daß Gesichter und Kennzeichen von Fahrzeugen automatisch unkenntlich gemacht würden.

Der Einspruch kann per normaler Post oder online eingereicht werden. Post- und E-Mail-Adresse gibt es hier. Die Bewohner der o.g. Städte sollten sich allerdings beeilen, denn es nur eine Einspruchsfrist von 4 Wochen vor dem Start von Street View.

Google hofft mit den Maßnahmen etwas Wind aus den hitzigen Diskussionen um Street View zu nehmen. Man glaubt weiterhin fest an einen Erfolg des Dienstes, auch in Deutschland, nicht zuletzt deshalb, weil Street View in anderen Ländern hervorragend funktioniert und genutzt wird und weil auch deutsche Internetnutzer sich schon jetzt täglich über 1 Mio. Street View-Fotos anderer Länder ansehen.

datenlupe

Interessant bei der ganzen Diskussion um die Gefährlichkeit von Street View ist jedoch nicht der nun bevorstehende Start des Dienstes, sondern das völlig schizophrene Bild, daß sich der überwiegende Teil der Politiker und Anwohner zum Thema Datenschutz zurechtlegt. Auf der einen Seite wird Google wegen der zum Teil sehr alten Fotos von der Aussenansicht des eigenen Hauses (nichts, was nicht jeder Passant täglich live sehen könnte) angeklagt und auf der anderen Seite werden die wirklich gefährlichen Auswüchse der Überwachung völlig ignoriert.

Wie schizo einige Hausbesitzer sind, zeigt daniel fienes weblog. Da lassen sich Street View-Gegner vor ihrem Haus fotografieren und das Foto kommt mit Namen und Gesichtern in die Zeitung und auch ins Internet. Wer braucht da noch Street View!?

Wer von den Street View-Gegnern ist sich denn im Klaren über die Gefahren, die vom RFID-Chip im neuen Personalausweis und Reisepaß ausgeht und der RFID-Chips, die mittlerweile flächendeckend im Einzelhandel Einzug gehalten haben? Daß durch die kostengünstige Nutzung von RFID, die mittlerweile allgegenwärtigen Überwachungskameras auf öffentlichen Plätzen und Straßen und die entsprechende Verknüpfung der so gewonnenen Daten die Erstellung von kompletten Bewegungs- und Nutzerprofilen möglich ist, können offenbar die wenigsten geistig erfassen.
Lieber werden medienwirksame Scheingefechte gegen Google und sein Street View mit seinen zum Teil Jahre alten Fotos geführt.

Es ist der Aufstand der analogen Welt, die nun ohne es zu wissen in die digitale Welt stolpert. Auch wer gar nicht im Internet unterwegs ist und sich so in absoluter Sicherheit sah vor all dem Bösen, das sich da ja so tummeln soll, begreift nun, daß er trotzdem Teil dieser digitalen Welt ist. Ob er will oder nicht.

Nicht falsch verstehen. Auch und gerade bei Google muß sehr darauf achten, daß die entsprechenden Gesetze und Vorgaben des Datenschutzes eingehalten werden und WLAN-Netzwerke ausschnüffeln gehört eher zur unfeineren Sorte (auch wenn es schon andere Firmen vorher und im größeren Stil gemacht haben). Doch hier geht es um Lapalien im Vergleich zu anderen Datenschutzbaustellen.
Die echten Gefahren für den Datenschutz, wie RFID, Überwachungskameras, Internetzensur, ELENA, SWIFT, Volkszählung und andere, werden ausgeblendet und stattdessen ein mediales Spektakel aufgeführt, das offenbar ganz bewußt ablenken soll.

Übrigens: Wer nicht auf den Start von Google Street View warten will, kann schon heute die Produkte der Mitbewerber, wie sightwalk, nutzen. Komisch, daß sich über diese Dienste, die nichts anderes als Google machen, noch kein Anwohner oder politischer Hinterbänkler  aufgeregt hat.

Quellen: golem, SpOn, Google, taz, wiwo

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